Dieses Buch ist eine witzige Parodie auf so ziemlich alles, was die Welt der neuen Medien mit sich gebracht hat. Von super-tighten Werbefuzzis bis hin zu den Vorzügen und Schattenseiten von sozialen Netzwerken.
Der ehemalige WG-Bewohner Oliver, ein Montagsmuffel vor dem Herrn, hat es schon wirklich nicht leicht.
Er vermisst das WG-Leben im Nachhinein so sehr, dass er aus Verzweiflung versucht, seine Sachen im Weg liegen zu lassen. Aber es ist halt einfach nicht das Selbe, wenn man weiß, wer die Unordnung gemacht hat. Er hasst seinen Job, kann deswegen Sonntags nicht einschlafen und träumt schlecht und ist jeden Montag richtig mies drauf. Und das ohne Rücksicht auf Verluste und sehr zum Leidwesen seiner Mitbürger.
Wie jeden Montag geht er also schlecht gelaunt und nicht ausgeschlafen zur Arbeit und ahnt nicht, dass sich für ihn nun einiges ändern wird. Sein unfreiwilliges Opfer ist eine junge Frau, der er seinen montaglichen Frust verbal an den Kopf wirft. Doch irgendetwas ist anders. Ihm wird im Laufe der nächsten Tage klar, dass er sich verliebt hat. Auf Rat seines 7-jährigen Freundes Anton, nimmt er Kontakt auf. Und er stolpert von einem Chaos ins Nächste.
Das Buch ist spritzig und humorvoll geschrieben. Die einzelnen Szenen hat man bildlich vor Augen: Die beiden Werbe-Heinis Elvin und Adrian, in deren mega-hippen Anglizismen man selbst beim Sprechen die Smileys hört, und als Gegensatz den übertrieben eloquenten Rüdiger Rodeo; die Gespräche über Liebe, die er mit einem Kind führt; die etwas ungewollte Showeinlage bei H&M, durch die Oliver plötzlich zu einem viralen Star wird und nicht zuletzt die Jagd nach dem iKoffer.
Matthias Sachau ist ein sehr guter Autor, der es versteht, den Leser mit gut portioniertem Witz zu füttern.
Allerdings bin ich ein wenig bei diesem Buch angeeckt, da ich finde, dass er diesen Witz hauptsächlich in der ersten Hälfte des Buches verschießt. Danach ist die Geschichte zwar noch gut und lustig erzählt, aber es passiert nicht mehr so viel.
Wobei die Geschichte an sich auch kein abendfüllendes Programm ist und das Buch eigentlich erst durch die verschiedenen Charaktere, deren Sprache und Verhalten, zu einer gut lesbaren Lektüre wird.
Das Ende der Geschichte war für mich auch kurz nach der Hälfte schon ersichtlich, hat dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch getan.
Alles in Allem ist es eine gelungene Satire auf die Menschen der heutigen Zeit und es hat mir Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen.