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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ryu Murakamis Debüt,
Von
Rezension bezieht sich auf: Blaue Linien auf transparenter Haut. Tokio unterm Strich. ( rororo panther). (Broschiert)
Mit »Blaue Linien auf transparenter Haut«, 1976 erstmals in Japan erschienen, liegt Ryu Murakamis (viel mehr als den Nachnamen und die japanische Herkunft hat er mit seinem literarischen Kollegen Haruki Murakami nicht gemein) sehr schmaler 140-seitiger Debütroman vor, mit dem er bereits erste Schritt dahingehend gemacht hat, sich als »Enfant terrible« im japanischen Literaturbetrieb zu etablieren.Worum genau geht es in dem Buch? Schwer zu sagen. Die äußere Handlung spielt sich in einem Japan ab, das »den Staaten täuschend ähnlich ist. Genauer in einem blauen Niemandsland, irgendwo in Tokio nahe einer amerikanischen Militärbasis. Eine Stadt am Meer unterm Strich: eine Menge Outdrops, eine Meute GIs, Passanten und Polizisten. Unter und mit ihnen eine Gruppe junger Leute, die auf Droge sind und nicht auf Bevormundung stehen. Systeme satt haben, nicht weiterwissen und ... eintauchen in Blaue Linien auf transparenter Haut« (Klappentext). Einen stringenten Geschichtsaufbau dagegen gibt es nicht. Die Geschichte verläuft vielmehr etwas ziellos - so wie das Leben seiner Protagonisten. Etwas irritierend fand ich, dass die Hauptfigur - wie der Autor - den Namen »Ryu« trägt, wobei es sich bei dem Roman um einen höchstens teilweise autobiographisch angehauchten handelt. Wenn es auch keine strikte Storyline gibt, so findet man dagegen oberflächliche, desorientierte Protagonisten, die dementsprechend auch sehr oberflächliche Gespräche führen. Den Mangel an Kommunikation gleichen sie durch Sex (ggf. sehr brutalen mit GIs) und Drogenexzesse aus. Die Wirkung Letzterer ist teilweise sehr detailliert geschrieben, was sich interessant liest, aber mitunter auch ein wenig verwirrt. Inwieweit sie realistisch geschrieben sind, kann ich nicht beurteilen, sie lesen sich aber so, als wüsste Murakami, wovon er schreibt ... :) Natürlich ist diese Oberflächlichkeit beabsichtigt - aber die Personen bleiben so blass, dass ich sie teilweise nicht mal auseinander halten konnte. Sie waren für mich kaum mehr als der Name, den ich gelesen habe. Vollkommen austauschbar und charakterlos. Das ist mir beim Lesen anderer Bücher nahezu nie so passiert. Ist das jetzt gut oder schlecht? Es zeugt jedenfalls von Konsequenz, gerade, da es anscheinend Murakamis Intention war. Das Lesen erleichtert es aber nicht; ein Hineinversetzen macht es sogar nahezu unmöglich. Der Roman - den Murakami im Alter von 24 Jahren schrieb und für den er den bedeutenden Akutagawa-Literaturpreis erhielt - ist mit Sicherheit kein schlechter. Jeder, der andere Werke des Autors mochte oder rotzige Literatur im Allgemeinen mag, sollte sich auch hier mal ranwagen. Mir war er zwischenzeitlich schon zu blass und handlungsarm - im Vergleich zu seinen anderen Romanen (besonders »In der Miso-Suppe« und »69«) sind für mich nur drei Sterne drin. Wenn man den ernsten Unterton und das ernste Anliegen des Romans ausklammern und nur das betrachten würde, was man sieht, wäre das Buch auf jeden Fall »Trash«. Ich denke, von diesem Standpunkt aus kann sich jeder selbst ein Bild machen und entscheiden, ob sich das Lesen für ihn lohnt. Von mir gibt es weder eine ausdrückliche Leseempfehlung noch das Gegenteil ... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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