Gleich vorweg: Das Buch könnte gut und gerne auch heißen "Wie Marken unser Denken bestimmen" (dann wären die Verkaufszahlen höher, aber die Scientific Community würde es dann wohl ignorieren), denn genau diese Frage wird darin beantwortet. Marken werden hier zunächst einmal als Sprachphänomen aufgefasst und es wird eine linguistische Methode präsentiert wie Marken analysiert werden können. In der Sprache bzw. im tatsächlichen Sprachgebrauch drückt sich nämlich die tatsächliche Positionierung einer Marke in unserem Alltagsdenken aus, und es ist erstaunlich, wie weit dies tatsächlich durch die Unternehmen beeinflusst werden kann. Die gute Nachricht ist aber auch, sie können es nicht vollständig beeinflussen, sondern es ist immer noch die "Sprachgemeinschaft" insgesamt, die den Wissensbestand über eine Marke bestimmt.
Das Buch dürfte vor allem für Leute interessant sein, die beruflich mit Marken, Markenführung und Markenkommunikation zu tun haben. Denen liefert die Autorin ein wirklich interessantes und sehr gut verständlich geschriebenes Buch (was in Wissenschaftskreisen nicht selbstverständlich ist). Der Analyseansatz wird an zwei Beispiel-Marken hergeleitet. Dabei wird die dahinter stehende linguistische Theorie erklärt, so dass auch Nicht-Sprachwissenschaftler einiges lernen können. Der linguistische Zugang bietet daher vor allem Praktikern aus der Wirtschaft ein völlig neues Analyse- und Bewertungsintrument im Bereich der Markenkommunikation, das über die tatsächliche Positionierung einer Marke am Markt mehr Auskunft geben kann als nackte Zahlen und Statistiken alleine.
In zweiter Linie dürfte das Buch auch für Linguistik-Studierende interessant sein, die einen stärkeren Praxisbezug ihres Studiums in die Wirtschaft suchen. Der wird ihnen hier zweifellos geboten.