Mit großer Freude hatte ich Shiver (und auch die beiden anderen Werke von Stiefvater, Lament und Ballad) gelesen. Es war ein tolles Buch, welches in schöner Sprache eine schöne gefühlvolle Liebesgeschichte präsentierte. Eigentlich war ich mit dem Ende aus so glücklich, dass ich auch gar keinen weiteren Band erwartet hätte. Als ich dann las, dass mehr folgen würde, sehnte ich den Erscheinungstermin von Linger herbei...
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... um maßlos enttäuscht zu werden. Es begann mit einem schlechten Omen: ungewohnterweise kam Linger nicht pünktlich zum Erscheingungstermin im Amazonkarton, nein, ich musste warten. Vor Ungeduld bestellte ich sogar das günstige TB ab und bestellte das teurere, aber früher lieferbare HC.
Leider währte meine Freude nicht lange, als ich es endlich in den Händen hielt - sie nahm sogar so weit ab, dass ich das Buch etwa nach der Hälfte weglegte! Normalerweise quäle ich mich wirklich auch durch schlechtere Bücher hindurch, aber Linger konnte ich nicht ertragen. Hier meine Gründe:
1) Die Perspektivwechsel!
Ich mag Perspektivwechsel nicht, aber wenn sie gut gemacht sind, können sie einem Buch eine gewisse Würze verleihen. Leider wartet Linger mit ganzen vier (!) verschiedenen Perspektiven auf. Alle vier Sichweisen werden durch einen Ich-Erzähler präsentiert - hier liegt schon ein Problem... vier Perspektivwechsel + Ich-Erzähler so zu gestalten, dass sie gut werden, ist schwierig! Leider hat Frau Stiefvater hier versagt. Zum einen lesen sich alle vier Charaktere gleich! Es gibt nicht den geringsten Unterschied zwischen der Sprache, dem Ausdruck, der Denkweise... Aber was noch schlimmer ist, ist die Tatsache, dass mit jedem Kapitelbeginn wieder ein WEchsel stattfindet - das ist insofern tragisch, dass die Kapitel oftmals nur wenige Seiten (teilweise nur ganze drei Seiten) lang sind. Man hat sich also gerade in Charakter A eingelesen, da muss man Charakter B weiterlesen...
2) Die Geschichte
Es ist träge, es ist zäh, es ist langweilig. Wo Band 1 bezaubern, Neugier wecken und fesseln konnte, versagt Band 2 gänzlich. Es baut sich keine Spannung auf, auch wird gar nicht das Interesse geweckt, zu entdecken was als nächstes passiert, da eigentlich eh kaum etwas passiert, sondern alles nur dahinplätschert.
Um mich zu motivieren blätterte ich in den hinteren Teil des Buches, las die letzten Seiten... normalerweise hilft mir das über Durststrecken hinweg, denn dann werde ich gewöhnlich neugierig, wie es denn zu diesem Ende kommen konnte... In diesem Fall wurde ich gänzlich demotiviert! Als ich den Ausgang dieses Bande las, wusste ich, dass ich mich nicht länger mit vier schlecht umgesetzt Perspektiven quälen würde! Ein ähnliches Debakel wie bei Alyson Noels Evermore, Blue Moon, Shadowland Qualitätsabfall erwartete mich... Ich ließ mich dann von jemandem aufklären, der es geschafft hatte das Buch tatsächlich komplett zu überstehen und fand heraus, dass die BEgründung für das Ende nicht nur schwach und unkreativ, sondern auch noch unlogisch ist und im Widerpsruch zum ersten Band steht.
Den dritten Band werde ich nicht mehr kaufen und diesen Fehlkauf wohl weiterreichen! Es gibt eben Bücher, die genau wie manche Filme, lieber alleine stehen bleiben sollten! Fluch der KAribik war auch fantastisch bis man aus Erfolgssucht zwei weitere Teile anhängen musste... mit Shiver und Linger verhält es sich ähnlich. Band 1 sehr schön, Band 2 eine Tortur!
Einfach schade!