29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht alternativlos, aber sehr gut für angehende Mathematiker/Physiker/Informatiker, 11. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Lineare Algebra. Eine Einführung für Studienanfänger (Broschiert)
Der "Fischer" gehört zu den Standard-Universitätslehrbüchern für Lineare Algebra, und das mit gutem Recht. In den letzten Auflagen ist er gründlich überarbeitet worden und hat seinen Umfang fast verdoppelt.
Das ging vor allem zugunsten von weiteren Illustrationen, wesentlich mehr Erklärungen und teils auch ausführlicheren Beweisen. Weiterhin wird der Standardstoff einer zweisemestrigen Einführungsvorlesung in Linearer Algebra präsentiert, und das kurz, knapp, präzise auf den Punkt und systematisch. Einzelne Zusatzkapitel ergänzen den Stoff, es gibt reichlich Übungen (allerdings ohne Lösungen - die finden sich im zugehörigen Übungsbuch von B. Griese und H. Stoppel).
Übungen wie Erklärungen wenden sich an angehende Mathematiker (und Physiker wie Informatiker) - der Anspruch ist durchgehend hoch, das Abstraktionsniveau weit höher als aus der Schule gewöhnt. Der "Fischer" eignet sich daher eher als Begleitbuch zu einer Vorlesung denn zum Selbststudium; einfache Rechenaufgaben, Wiederholungsfragen und Anwendungsbeispiele wird man sich selbst suchen müssen. Trotz eines langen Einführungskapitels, das im wesentlichen LK-Schulstoff in universitätsnäherer Schreibweise wiederholt, ist die Lernkurve steil - man wird ins kalte Wasser geworfen.
Um im Bild zu bleiben: Wer durchhält, auch von den Übungen nicht entmutigen lässt, kann danach schwimmen: Man kennt die Zusammenhänge, kommt mit dem fachüblichen Abstraktionsniveau klar, hat neben dem Standardstoff auch Fachsprache und -techniken (wie das Beweisen) erlernt und braucht sich "nur noch" die Anwendungsfelder zu erarbeiten.
Im Vergleich mit möglichen Alternativen:
- Vergleichbar mit dem "Fischer", aber ausführlicher und anschaulicher wäre das Buch von K. Jänich, das zudem kurze Abschnitte jeweils speziell für Mathematiker bzw. für Physiker hat und sich auch besser für ein Selbststudium eignet.
- A. Beutelspachers Lehrbuch ist lebendiger und flapsiger geschrieben, aber deutlich unstrukturierter und verliert sich stellenweise in Nebensächlichkeiten. Es bietet dafür jede Menge einfacher Übungen und unkonventioneller Erklärungsansätze, und ist daher eher als Ergänzung geeignet.
- G. Strangs "Lineare Algebra" ist vom Niveau her zwischen LK und Uni-Vorlesung angesiedelt, behandelt auch alle wesentlichen Punkte, ist dafür sehr anschaulich, ausführlich und verständlich geschrieben. Beweise und systematischer Aufbau des Gebiets kommen dafür etwas kurz - es ist mehr für den Anwender geschrieben.
- Sehr praxisnah und innovativ ist das dreibändige "Body and Soul" von Eriksson et al.: Es verbindet vom 1. Band an Analysis und Lineare Algebra, ist sowohl sehr praxisnah als auch genügend anspruchsvoll und originell in den Beweisen - speziell für künftige Physiker, Informatiker, Lehrer und Ingenieure hervorragend geeignet, allerdings weit abseits vom herkömmlichen Aufbau deutscher Vorlesungen zum Thema.
Zur Ergänzung und "Veranschaulichung", und speziell für Lehramtsstudenten, lohnt sich auch "Analytische Geometrie" vom selben Autor.
Kurzum: Ein hervorragendes Lehrbuch zur Begleitung von Vorlesungen, will man von Anfang an *ernsthaft* in die Mathematik einsteigen - fürs Selbststudium und für Anwender gibt es allerdings besser geeignete Bücher.
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Standardwerk, aber warum so?, 7. September 1999
Von Ein Kunde
Gerd Fischers ist als Einführung in die Lineare Algebra gedacht, deshalb beginnt man praktisch bei Null und man braucht keine Vorkenntnissse. Doch die Ausführungen zu den einzelnen Themen sind so kurz, daß es für einen Anfänger fast unmöglich ist, dem Autor zu folgen, ohne weitere Bücher zum Thema heranzuziehen oder aber dem Leser intellektuelle Höchstleistungen abfordert. Es steht dort zwar alles drin, was man wissen müßte, aber ohne großen Erklärungen, wenig schön aneinandergereiht und ohne interessante Anmerkungen, für diesen doch so abstrakten Stoff. Da kommt man sich schon ziemlich verloren vor. Auch für die Prüfungsvorbereitung ist es nur bedingt geeignet, denn man sieht zwar, was man können müßte, doch den Weg zum Lernen zeigt es einen nicht auf. Es ist zwar noch das Standardwerk für das 1. Semester des Studiums der Mathematik, doch wohl nicht mehr für lange, denn es gibt leichter verständlichere und umfangreichere Werke zu diesen Thema. Also schaut euch das Bild erst mal an, bevor ihr es kauft, dann könnt ihr am Besten sehen, ob ihr mit dem Stil klarkommt. Wenn nicht, kauft euch lieber ein anderes Buch. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ordnung im Rezensionenchaos, 20. Mai 2003
Also, da auf dieser Seite ja ziemlich unterschiedliche Meinungen über den "Fischer" stehen, will ich mal versuchen durch meine eigene Meinung etwas Klarheit zu verschaffen.
Eine mittlere Bewertung (3 Sterne) gebe ich deshalb ab, weil ich finde daß dieses Buch zum individuellen Lernstil jedes Einzelnen passen muss. Ich denke es gibt da keine Generalisierung.
Bei mir war es so:
Zum Einstieg, das stimmt, ist der "Fischer" noch nicht so geeignet. Da lohnt sich eher der "Beutelspacher".
Im zweiten Semester allerdings schon macht sich der "Fischer" durch seine Einfachheit, im strukturellen Sinne, bezahlt. Hier kann man ihn dann benutzen um Sachen aus dem ersten Semester nachzuschlagen.
Ebenso ist er dann auch dazu geeignet ihn vorlesungsbegleitend zu benutzen. (Kann man natürlich auch schon im ersten Semester, allerdings blickt man's da vielleicht noch nicht so, und dann bringt er einen eher durcheinander.)
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