Linda Tellington-Jones - Botschafterin der Tiere
Wale werden bei ihr zahm. Leoparden fangen an zu schnurren. Aber auch weniger exotische Tiere wie Hunde, Katzen und Pferde genießen den von ihr entwickelten TTouch. Seit über 25 Jahren setzt Linda Tellington-Jones weltweit erfolgreich die von ihr entwickelte TTEAM-Methode bei der Behandlung, Ausbildung und dem Training von Tieren ein. Mittlerweile wurde sie für Ihre Arbeit mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
Heute vertrauen sowohl Laien als auch Experten, Tierärzte und Tiertrainer auf die Tellington Touch Equine Awareness Method (TTEAM) und den Tellington-Touch (TTouch) um Tiere zu heilen und zu trainieren. Tiermedizinische Hochschulen und zoologische Gärten in aller Welt wenden ihr revolutionäres Konzept an, um Gesundheit und Verhalten von Tieren positiv zu beeinflussen und eine neue, intensive Beziehung zu ihnen aufzubauen.
Wie alles begann...
Vor 25 Jahren stellte Linda Tellington-Jones erstmals auf der EQUITANA, der größten europäischen Pferdemesse, die von ihr entwickelte TTEAM-Methode vor. Dies war der Beginn der TTEAM-Arbeit in Europa.
Angefangen hatte jedoch alles viel früher. Bereits 1961 gründete Linda Tellington-Jones gemeinsam mit ihrem Mann die Pacific Coast Equestrian Research Farm, die sich rasch zu einem international anerkannten Zentrum für klinische Studien an Pferden entwickelte und der später eine ausgezeichnete Reitlehrer-Ausbildungsstätte angegliedert wurde. Reiten in Harmonie mit dem Pferd wurde zu ihrem erklärten Ausbildungsziel. Doch trotz aller Erfolge - Fachleute bezeichneten ihre Ausbildungsmethode als Wendepunkt in der Pferdeerziehung, einsetzbar sowohl bei der Ausbildung junger Pferde als auch bei der Umerziehung von Problempferden - schloss Linda Tellington-Jones 1974 die Schule. Der Kampf gegen die nach wie vor vorherrschende Meinung "Du sollst dein Pferd beherrschen!" hatte sie erschöpft. Er schien (vorerst) verloren.
TTEAM und TTouch
Ihre Suche nach einem neuen Weg begann. Und führte sie zu dem berühmten israelischen Physiker Moshe Feldenkrais, der sanfte Bewegungen gezielt einsetzte, um neue Gehirnzellen zu wecken und unbenutzte Nervenbahnen zu aktivieren. Linda war begeistert: Ließ sich diese Methode nicht auch auf Pferde übertragen? Lag die Ursache für ein
aggressives, nervöses oder einfach nur stures Verhalten von Pferden vielleicht in Verspannungen oder in erworbenen bzw. angeborenen Fehlfunktionen des Nervensystems? Das war der Anfang der Tellington Touch Equine Awareness Method, kurz TTEAM.
Daraus entwickelte sich ein umfangreiches Trainingssystem der Körperarbeit für Pferde und Reiter, zu dem der Tellington-Touch (TTouch) als wesentlicher Bestandteil gehört. Diese massageartigen, kreisförmigen Berührungen an bestimmten Stellen des Tierkörpers aktivieren Nervenbahnen und Zellfunktionen. Sie befreien von Verspannungen und Schmerzen, aber anders als die normale Massage - und das ist das Revolutionäre am TTouch - aktivieren die kreisförmigen Bewegungen vor allem die Beta-Wellen des Gehirns, die das logische Denkvermögen steuern. So wird laut Linda Tellington-Jones die Übung dem Pferd "ins Gehirn geschrieben. Es erinnert sich und lernt zu lernen."
Heute nutzen Freizeit- und Profireiter wie Bettina Overesch, Nicole Uphoff und Reiner Klimke erfolgreich TTEAM und TTouch: "Ich bin begeistert, was Linda mit ihrem TTouch bei Pferden bewirken kann. Ich bin der Meinung, dass bei der Pferdeausbildung die TTEAM-Methode in den Lehrplan aufgenommen werden sollte." (Dr. Reiner Klimke)
Die Botschafterin der Tiere
Linda Tellington-Jones ist rund um den Globus unermüdlich im Einsatz. In Seminaren, bei Vorträgen und auf Messen demonstriert sie TTEAM-Arbeit und TTouch. Arbeitet und lehrt in Amerika, Europa, Australien und Afrika. Sie hat 300 Practitioner ausgebildet, die in zwölf Ländern auf fünf Kontinenten TTEAM und TTouch in ihrem Sinn an andere weitergeben.
Die von ihr gegründete Organisation Animal Ambassadors International engagiert sich weltweit für das Wohl aller Tiere. Linda Tellington-Jones sieht ihre Aufgabe darin, "Botschafterin der Tiere" zu sein: "Tiere können mit uns sprechen. Aber da wir meistens keine Zeit oder kein Interesse haben zuzuhören, brauchen sie Menschen, die sich für sie einsetzen."