Die Ermordung Abraham Lincolns am 26.04.1865 war Teil einer umfassenden Verschwörung gegen die Führung der im Bürgerkrieg gerade siegreichen Unionsstaaten. Neben Lincoln sollten auch der Vizepräsident Johnson, der Außenminister Seward von Mitverschwörern des Lincoln-Attentäters John Wilkes Booth ermordet werden. Obwohl nur das Attentat auf Lincoln erfolgreich war, versetzt dieses Komplott die politische Führung der Unionsstaaten um den Kriegsminister Stanton in Panik. Da der Haupttäter Booth auf seiner Flucht erschossen wird, soll zumindest seinen Mittätern ein schneller Prozess gemacht werden.
Unter den Verhafteten befindet sich auch Mary Surrat, die Mutter des Mitverschwörers John Surrat. In ihrer Pension hatten sich Booth und die anderen Attentäter getroffen. Da der Sohn flüchtig ist wird stattdessen die Mutter unter dem Vorwurf der Mitwisserschaft festgenommen und ihr vor einem Miltärgericht der Prozess gemacht.
Der junge Anwalt Frederik Aiken (James McAvoy) wird zum Pflichtverteider von Mary Surrat (Robin Wright) bestellt. Schnell ist von der Unschuld seiner Mandantin überzeugt und kämpft vor Gericht um ihr Leben. Doch Aiken muss feststellen, dass der politische Einfluss des Kriegsministers Stanton (Kevin Kline) auf das Militärgericht dazu führt, dass der Prozess voreingenommen und unfair geführt wird. Obwohl Aiken im Laufe des Prozesses nachweisen kann, dass Mary Surrat nur als Sündenbock für die Tat ihres Sohnes vor Gericht steht, wird diese auf poltischem Druck hin zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Dem an dieser Ungerechtigkeit verzeifelnden Aiken antwortet der Ankläger mit einem Zitat Ciceros: "Inter Arma Enim Silent Leges" (Im Krieg scheigen die Gestze)
Die Ereignisse um die Ermordung Lincoln sind in den USA immer noch ein sensibles Thema. Viele Historiker gehen heute davon aus, dass der Kriegsminister Stanton die tatsächlichen Umstände der Verschwörung auch deshalb nicht klären lassen wollte, da er die Ermordung Lincolns nutzen wollte, um selbst an die Macht zu gelangen.
Regisseur Robert Redford interessierte sich für diesen Stoff, weil er deutliche Parallelen zur Gegenwart sah. Nach einem Terrorangriff auf die Sttaatsführung der USA werden wahllos Verdächtige verhaftet, gefoltert und wider geltenden Rechts vor Militärgerichten abgeurteilt. Diese Bezüge zur "Krieg gegen den Terror", den US-Regierung nach dem 09. September 2001 ausrief sind tatsächlich beeindruckend. Sie zeigen, dass Terrorakte auch schon früher in der Geschichte von interessierten politischen Kreisen instrumentalisiert wurde, um Gegenterror zu betreiben und die individuellen Freiheitsrechte einzuschränken.
Diese Bezüge arbeitet Redford auch wirklich gut heraus. Der Film ist sehr spannend gemacht und die Schauspieler (vor allem Robin Wright und Kevin Cline) hervorragend. Auch die historischen Zeitumstände sind gemau und treffend dargestellt. Hätte sich Redford darauf beschränkt, die historischen Geschehnisse darzustellen, wäre es ein wirklich sehr guter Film geworden. Doch leider meint er offenbar, dass die Bilder alleine seine Botschaft nicht tragen. Und so führen die Darsteller oft philosophische Dialoge, die den Erzählfluss der Bilder mehr hemmen als fördern. Völlig unnötig, denn Redford ist es im Film durchaus gelungen, seine Ansicht zu vermitteln. Wenn man die Szenen im Gefängnis sieht, fühlt man sich unwillkürlich an Aufnahmen aus Guantanomo oder dem Irak erinnert.
Fazit: Ein spannendes und aktuelles Lehrstück über die Instrumentalisierung des Terrors durch durch die Politik. Leider mit Längen, aber trotzdem sehenswert.