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4.0 von 5 Sternen
surrealistisches Bilderkino, 18. März 2011
Ein dunkelhäutiger elegant gekleideter Mann reist durch Spanien. Es gibt nur ganz wenig Handlung und die Dialoge sind eher mystische Botschaften an den Zuschauer. Die Szenen wirken auf mich häufig wie gemalt. Die Dialoge wie Poesie. Ich kann diesen Film nur genießen, wenn ich ihn wie ein Gemälde von Picasso oder S. Dali betrachte und einfach auf mich wirken lasse. Dann entsteht in mir eine ungewöhnliche Stimmung der Distanz zu Allem um mich herum, insbesondere meinem Alltag. Und das gefällt mir. Und es gefällt mir, dass das etwas ganz Anderes ist, als so der typische handlungsorientierte Kinofilm. Bei Stranger than Paradise ging es mir auch schon so. Oder bei Paris-Texas von Wim Wenders. Nix für jedermann, muss man sich drauf einlassen können.
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Kunstvoll einschläfernd, 3. März 2010
Rezension bezieht sich auf: The Limits of Control [Blu-ray] (Blu-ray)
Sehr schöne Bilder, sehr schöne Atmosphäre, aber "Thriller" ...Fehlanzeige.
Wir begleiten fast zwei Stunden einen Mann der durch Spanien reist und viele merkwürdige Menschen trifft, mit denen er Streichholzschachteln austauscht in denen meistens Zettelchen mit kryptischen Botschaften sind.
Die ganze Zeit denkt man: Jetzt geht es bestimmt gleich los - Irrtum!
Der nach der langen laaangweiligen Reise heiß ersehnte Showdown ist ausschließlich deshalb spannend, weil man denkt: Jetzt kommt gleich die Auflösung des Rätsels... leider wieder geirrt.
Um nicht falsch verstanden zu werden .. manchmal mag ich es die Lösung nicht auf dem Silbertablett serviert zu bekommen und mir selbst Gedanken darüber zu machen, hier wird man allerdings leider völlig im Dunklen stehengelassen.
Für die sehr schönen, möchte fast sagen künstlerisch wertvollen Aufnahmen und den guten Sound gibt es dann aber doch 2 Sterne.
Die Bildqualität der BR ist gut.
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25 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Boah, foll Kunsd ey. - Oder doch nicht?, 7. Februar 2010
Wenn man im Prenzlauer Berg mit bohèmen Burgeoisen einen Chai-Latte verhaftet, kommt das Thema unweigerlich früher oder später auf Jim Jarmusch. Jarmusch, der uns mit Filmen bedacht hat, wie sie "anders" nicht sein könnten. Ungewöhnliche (häuftig statische) Bildführung, interessante Bildausschnitte, eindringliche Dialoge, kauzige Darsteller, intelligente Pointen, überraschende Brutalität oder (sexuelle) Freizügigkeit (für US Verhältnisse) hoben Perlen wie Mystery Train, Down by Law, Ghost Dog, Night on Earth oder das heimliche Meisterwerk Coffee and Cigarettes aus dem glattgebügelten Hollywood-Einerlei hinaus.
Auch wenn frühere Filme bisweilen sehr eindringlich waren, was etwa wiederkerende Motive in Dialogen angeht, so treibt es Limits Of Control hier auf die Spitze. So wird der schweigsame Hauptdarsteller immer wieder gefragt, ob er nicht zufällig Spanish spreche oder sich für wahlweise Instrumente oder Molekularbiologie interessiere.
Der charismatische Isaach de Bankolé spielt den schweigsamen Fremden, der über weite Strecken des Filmes Kaffe trinkt, Bilder im Museum betrachtet oder wach und angezogen im Bett liegt. Die Darstellung des Hyper-Disziplierten gelingt Bankolé äußerst gut. Hut ab, vor der Leistung über rund 2 Stunden so ausdrucksvoll und präsent zu schweigen. Das war kein Sarkasmus!
Auch die Bildkomposition und fließende Kameraführung sind beeindruckend. Daher sollte man aus diesem Grunde auf jeden Fall die BluRay anschauen. Die trance-artige Musik der ultra Slowmotion Bands Boris und Sunn O))) die in den einzelnen Sequenzen auf- und abschwellt und ein wenig an den Ansatz der Vertonung bei Dead Man erinnert, rundet den Tanz zwischen der gnadenlosen Selbstdisziplinierung Bankloés und den züngelnden Versuchungen (etwa in der Rolle von Paz de la Hueta) erfahrbar ab.
Dieser Film macht es einem nicht leicht. Ich wollte alle 5-10 Minuten abschalten, bin aber doch hängen geblieben. Hier braucht man Zeit und die Musse, sich auch mal auf etwas weniger vordergründigen Stoff einzulassen. Aber selbst wenn man diese Bereitschaft mitbringt, kommt einem der Film streckenweise nicht zackig genug aus dem Quark. Hier wurde das Redundanz-Prinzip über- und ausgereizt. Auch der hintergründige Humor Jarmuschs wurde unter die Subtilitätsgrenze geschraubt. Vielleicht wollte er sehen, wie reduziert man einen zweistündigen Film gestalten kann.
Alles in allem: kein Film, um sich Samstagsabends mit Bier auf den Diskobesuch "aufzupumpen" - kein Film für den Tag danach. Vielleicht für einen nachdenklichen Dienstag. Vielleicht ist Limits of Control auch nur die Jarmusch-Version von Hurz.
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