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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Boah, foll Kunsd ey. - Oder doch nicht?, 7. Februar 2010
Wenn man im Prenzlauer Berg mit bohèmen Burgeoisen einen Chai-Latte verhaftet, kommt das Thema unweigerlich früher oder später auf Jim Jarmusch. Jarmusch, der uns mit Filmen bedacht hat, wie sie "anders" nicht sein könnten. Ungewöhnliche (häuftig statische) Bildführung, interessante Bildausschnitte, eindringliche Dialoge, kauzige Darsteller, intelligente Pointen, überraschende Brutalität oder (sexuelle) Freizügigkeit (für US Verhältnisse) hoben Perlen wie Mystery Train, Down by Law, Ghost Dog, Night on Earth oder das heimliche Meisterwerk Coffee and Cigarettes aus dem glattgebügelten Hollywood-Einerlei hinaus.
Auch wenn frühere Filme bisweilen sehr eindringlich waren, was etwa wiederkerende Motive in Dialogen angeht, so treibt es Limits Of Control hier auf die Spitze. So wird der schweigsame Hauptdarsteller immer wieder gefragt, ob er nicht zufällig Spanish spreche oder sich für wahlweise Instrumente oder Molekularbiologie interessiere.
Der charismatische Isaach de Bankolé spielt den schweigsamen Fremden, der über weite Strecken des Filmes Kaffe trinkt, Bilder im Museum betrachtet oder wach und angezogen im Bett liegt. Die Darstellung des Hyper-Disziplierten gelingt Bankolé äußerst gut. Hut ab, vor der Leistung über rund 2 Stunden so ausdrucksvoll und präsent zu schweigen. Das war kein Sarkasmus!
Auch die Bildkomposition und fließende Kameraführung sind beeindruckend. Daher sollte man aus diesem Grunde auf jeden Fall die BluRay anschauen. Die trance-artige Musik der ultra Slowmotion Bands Boris und Sunn O))) die in den einzelnen Sequenzen auf- und abschwellt und ein wenig an den Ansatz der Vertonung bei Dead Man erinnert, rundet den Tanz zwischen der gnadenlosen Selbstdisziplinierung Bankloés und den züngelnden Versuchungen (etwa in der Rolle von Paz de la Hueta) erfahrbar ab.
Dieser Film macht es einem nicht leicht. Ich wollte alle 5-10 Minuten abschalten, bin aber doch hängen geblieben. Hier braucht man Zeit und die Musse, sich auch mal auf etwas weniger vordergründigen Stoff einzulassen. Aber selbst wenn man diese Bereitschaft mitbringt, kommt einem der Film streckenweise nicht zackig genug aus dem Quark. Hier wurde das Redundanz-Prinzip über- und ausgereizt. Auch der hintergründige Humor Jarmuschs wurde unter die Subtilitätsgrenze geschraubt. Vielleicht wollte er sehen, wie reduziert man einen zweistündigen Film gestalten kann.
Alles in allem: kein Film, um sich Samstagsabends mit Bier auf den Diskobesuch "aufzupumpen" - kein Film für den Tag danach. Vielleicht für einen nachdenklichen Dienstag. Vielleicht ist Limits of Control auch nur die Jarmusch-Version von Hurz.
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24 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
"Sie verstehen kein Spanisch, oder?", 23. November 2009
Diese Parole wird sie während Jim Jarmuschs neuestem Film -The limits of control- durchgehend begleiten. Wenn jemand diesen Satz sagt, dann werden die nächsten Filmminuten interessant, aber ansonsten? Es tut mir leid, ich bin ein Jim Jarmusch Fan, aber was der amerikanische Filmemacher hier abgeliefert hat, das ist für mich weder in der Realität noch auf irgendeiner metaphorischen Ebene nachvollziehbar. Logisch, das Autorenkino auch mal anders sein darf. Bei -Broken Flowers-, -Coffe and Cigarettes- oder -Down by Law- hat uns Jarmusch in beeindruckender Art und Weise gezeigt, wie so etwas funktioniert. Bei -The limits of control- fehlt mir das Substanzielle des Mediums Film. Kino sollte, meiner Meinung nach, immer unterhalten. Egal auf welche Art und Weise. Ob Drama, Komödie oder Thriller. Neugier, Spannung, das Warten auf die Lösung sollten niemals fehlen. -The limits of control- hat nichts davon; leider.
Wir begleiten 116 Minuten lang den Lone Man(Isaach de Bankole) durch Spanien. Im Zug, zu Fuß, mit dem Taxi. Wir gehen mit ihm in Hotels, besuchen Museen, liegen planlos herum, verbringen ein bisschen Zeit mit einer bildschönen Nackten(Paz de la Huerta) und besuchen einen Haufen Cafe's in denen wir uns zwei Espresso bestellen und jedes Mal ein anderes seltsames Individuum der Sorte Mensch treffen. Bei diesen Treffen lassen die Menschen ein paar belanglose Sätze fallen und es werden Streichholzschachteln getauscht. Letztendlich führt uns das zu einem Showdown, der eigentlich keiner ist.
So, oder so ähnlich, soll der Plot in Jarmusch Film funktionieren. Er tut es nicht; glauben sie mir. Allein mit Lichtspiegelungen und gestreuten Lichtintensitäten, die allesamt Bewegungslosigkeit, Stilleben oder eine paralysierende Langsamkeit beleuchten, scheint mir noch keine große Kunst geschaffen zu sein. Jarmusch lässt seine Blondine(Tilda Swinton) im Film sagen: "Die besten Filme sind wie Träume, bei denen man sich nicht sicher ist, ob man sie hat." Schade, dass Jarmusch sich nicht an diesen Satz gehalten hat. -The limits of control- ist in keiner Minute träumerisch oder verspielt gelungen.
Mir tut es leid, dass ich hier nicht positiver berichten kann, wie gesagt, ich halte eine Menge von Jim Jarmusch. Der einzige Punkt, den ich wirklich positiv herausheben will, sind die Gastauftritte von Tilda Swinton, Bill Murray, John Hurt, Gael Garcia Bernal und Hiam Abbass. Da zeigt Jarmusch in wenigen Minuten, dass er noch immer in der Lage ist mit guten Akteuren und ein paar hingeworfenen Sätzen eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen. Bei -The limits of control- können diese kleinen Glanzlichter den schattig-schweren Rest der Produktion allerdings nicht retten.
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1.0 von 5 Sternen
Langeweile im Quadrat, 27. Februar 2010
Ich habe mir den Film zum Glück nur ausgeliehen da die kurze Filmbeschreibung noch auf einen spannenden Film hoffen liess.
Als ich nach 40 Minuten einnickte und nach 20 Minuten wieder erwachte war ich schon versucht, den Film auszuschalten, hatte aber noch Hoffnung, dass er endlich mal mehr Fahrt aufnimmt. Leider war dem nicht so. Die Handlung plätschert dahin, wiederholt sich zig mal und am Ende hat man keine Ahnung, um was es eigentlich genau ging (falls es jemand herausgefunden hat darf er/sie mir das gern erklären).
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