Sehr schön! Michel Gondry ist sich nicht zu schade, eine kleine Hommage auf die filmischen Kampfeinlagen von Chefinspektor Jaques Closeau und seinem Diener Kato in -The Green Hornet- aufzunehmen. Er schafft es sogar, dass seine Version der legendären Blake Edwards Produktion fast auf Augenhöhe begegnet. Gondry, der mit Filmen wie -Abgedreht, Vergiss mein Nicht oder Science of Sleep- schon einige interessante Filme in die Kinos gebracht hat, scheint sich mit -The Green Hornet- einen Kindheitstraum erfüllt zu haben, denn: So wie hier gefahren, geballert, gekämpft und experimentiert wird, dass kommt so manchem jugendlichen Heldentraum ziemlich nahe. Das -The Green Hornet- dabei auf einer Radioserie aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts basiert, macht das Ganze nur noch spannender.
Brit Reid(Seth Rogen) ist von Beruf Sohn. Seine Spezialitäten: Partys, Frauen, Dummes Zeug und mit Papas Autos prahlen. Der Papa ist James Reid(Tom Wilkinson) Herausgeber der Zeitung "The Sentinel". Als James Reid stirbt, soll Brit die Zeitung übenehmen. Eine Aufgabe, der er nicht gewachsen scheint. Erst als der Junior Probleme mit dem morgendlichen Kaffee bekommt, ändert sich sein Leben. Denn da lernt er den "väterlichen Kaffeekocher" und Chefmechaniker Kato(Jay Chou) kennen. Kato und Brit sind sich sofort sympathisch und als Brit erkennt, dass Kato ein fantastischer Bastler und Kämpfer ist, denkt er an einen Kindheitstraum zurück: Er will Gerechtigkeit in die Welt bringen. So machen sich die beiden Männer mit jeder Menge Equipement auf den Weg, um den Bösewichtern den Kampf anzusagen. Das klappt am Anfang eher schlecht als recht, aber nach und nach werden die beiden, die unter dem Decknamen -Green Hornet- auftreten, besser. Das sorgt letztendlich sogar dafür, dass der größte Bösewicht der Stadt, Chudnofsky(Christoph Waltz), und der undurchsichtige Staatsanwalt Scanlon(David Harbour) sich für die Grüne Hornisse interessieren. Dabei kommt es Kato und Brit nicht gerade zu Pass, dass sie im Konkurrenzkampf um die schöne Chefsekretärin Lenore(Cameron Diaz) stehen. Eigentlich kann das nur schiefgehen...
-The Green Hornet- ist ein herrlich abgedrehter Actionspaß mit der Garantie auf Megatonnen Fahrzeugschrott und Pyrotechnik bis zum Abwinken. Aber das allein wäre zu einfach. Schließlich sind da noch Schauspieler wie der Oscargewinner Christoph Waltz, der seinen Chud..., Entschuldigung, Blutnofsky so perfekt spielt wie das nur geht. Seth Rogen ist filmtechnisch erwachsen geworden und spielt sich zusammen mit Jay Chou die Bälle der Story perfekt zu. Cameron Diaz ist das Sahnehäubchen auf der gut getimten Produktion. Die Dialoge passen, die Musik ist so schnell wie die Schnitte der Bilder und ein paar Rückblenden von Gondry sind kreativ genial gelungen.
Ich weiß...es gibt ne Menge Leute, die das völlig anders sehen, aber ich lege allen Actionfans -The Green Hornet- ans Herz. Mir war nicht eine Sekunde langweilig und nebenbei konnte ich noch lernen, wie vorteilhaft es sein kann, einen Wagen mit Frontantrieb zu fahren. Eigentlich bin ich jemand, der auf Fortsetzungen von Filmen gut verzichten kann, aber hier...also Herr Gondry, wenn sie möchten, legen sie ruhig noch Teil Zwei nach. Ich werde als Zuschauer wieder dabei sein.