Oftmals ergeben sich außergewöhnliche musikalische Begegnungen. So war es auch bei meiner Begegnung mit der Musik von Adele.
Das Adele zurzeit einer angesagtesten Sängerinnen ist, steht, wenn man sich die aktuellen Charts ansieht, ganz klar außer Frage. Aber dennoch hat die 22 jährige Interpretin bislang meine Aufmerksamkeit nicht auf sich ziehen können. Selbst ihr Erfolgstitel "Rolling In To Deep" den ich fast täglich mehrmals im Radio hörte, konnte meine Begeisterung nicht wecken. Im Gegenteil, teilweise kam mir der Song so monoton vor, dass ich am liebsten die Next-Taste gedrückt hätte, wenn es eine gegeben hätte. Anders erging es mir jedoch, als ich Adele's Single Veröffentlichung "Set Fire To The Rain" erstmals hörte. Es handelt sich hier um eine powerbeladene Soulballade die durch Adele's unverkennbarer und ausdruckstarken Stimme so echt und emotional erscheint, dass es mir kalt und heiß über den Rücken lief.
Da man sich in der heutigen Zeit nicht "nur" mit einer Singleveröffentlichung eines Interpreten zufrieden gibt, legte ich mir Adele's Top-Ten Album "21" zu und war bereits nach kurzem Reinhören positiv überrascht.
Der Longplayer beginnt mit dem bereits erwähnten Top-Hit "Rolling In To Deep". Der Song ist eine dunkle und bluesige Soulnummer, die mich jedoch bisher nicht begeistern konnte. Gefolgt wird der Opener von "Rumour Has It" ein etwas peppiges und auch tanzbares Lied. Bei der darauffolgenden Ballade "Turning Tables" singt Adele von Liebesschmerz und "Don't You Remember" läd zum Träumen ein. Als fünfter Track folgt nun mein absoluter Favorit "Set Fire To The Rain". Das leichte "He Won't Go" beruhigt die vorangegangene Dramatik wieder und lässt sogar im Rhythmus mitwippen. Wie schlimm es ist in einer Partnerschaft verlassen zu werden und das Gefühl bekommt, mehr investiert zu haben als das Gegenüber, berichtet der Song "Take It All". Bei "I'll Be Waiting" wird es eingängig und prägt sich direkt ins Ohr ein. Etwas "old-school"-mäßig wird es dann mit dem souligen "One And Only". "Lovesong" ist eine Coverversion. Das Stück wurde im Original von "The Cure" gesungen und man muss gestehen, dass Adele hier eine hörbares Remake gelungen ist. Das Album schließt das intensive "Someone Like You" ab, welches durchaus charttauglich erscheint.
Hervorzuheben ist, dass der Longplayer mit keinem elektronischen Einfluss umgesetzt wurde, sondern hörbar mit "echten" Instrumenten eingespielt wurde.
Adele hat mit "21" ein im Soulstil der 60er-Jahre zeitloses und überzeugendes Album vorgelegt, was mich überraschender Weise absolut überzeugt hat.