Bei dieser Gelegenheit nehme ich mal die Chance wahr, eine Lanze für die " neuen " Tangerine Dream zu brechen. Es ist nun einfach mal so, dass sie seit der Le Parc 1985 Alben mit kurzen Stücken veröffentlichen, von manch einem sogar verächtlich als " Fahrstuhl-Musik " betitelt. Auch mir gefallen etliche der alten Alben ,wie z. B. Force Majeure oder Tangram sehr gut, doch Tangerine Dream hat es geschafft, Musik in Form kurzer 4 Minuten - Stücke zu kreieren, die alles andere als als banal oder belanglos ist. Gerade hier zeigt sich ihre musikalische Qualität, denn es gelingt ihnen, nie in peinlich- seichte New- Age Einerlei abzugleiten, sondern durchgängig kompakte und meist rhythmische, von grosser Lebendigkeit getragene und ungemein melodische, teils melancholische Musik zu schaffen.
Und - sie langweilen auch nach dem 50. Anhören nicht. Dabei ist die Musik ein-, aber nie aufdringlich, man kann sie beim Erledigen anderer Dinge genauso hören wie zum Entspannen .
Da ich selbst ein " Die Hard " Klaus Schulze- Fan bin, darf ich mir die folgende Bemerkung wohl erlauben- Vergleiche, wer nun tiefere oder anspruchsvollere Musik macht, gehen hier nun wirklich ins Leere, wie will man denn konzeptionell und inhaltlich so weit auseinanderliegende Musik wie z. B " Narren des Schicksals " oder " Heinrich von Kleist " und ein Stück der hier besprochenen CD vergleichen- kann nicht funktionieren. Bei mir existieren beide, jede für ihren " Einsatzzweck " perfekt nebeneinander. Wer also instumentelle Musik dieser Art sucht, der ist ebenso mit folgenden TD- CDs sehr gut bedient - ähnlich der hier besprochenen sind: Melrose, Rockoon, Tyranny of Beauty, Destination Berlin, Optical Race , Underwater Sunlight, Le Parc, Goblins Club.
Geheimtip ist " Tyger " mit vertonten Gedichten des englischen Dichters William Blake- einfach von erhabener Schönheit.