Die Flötenlilli hat Zuwachs bekommen! Die neue Glockenspielschule ist ein sehr gelungenes Heft für die frühen Schritte der Kinder in die Welt der Musik. Gespickt mit praxisnahen Einfällen z.B. zur Erkundung des Instruments durch anregende Improvisationen. Das Heft führt in überzeugender Weise schrittweise die Notenschrift ein, nämlich so, dass nie Zeichen benutzt werden, die nicht Teil der "richtigen" Notenschrift sind. Ein Beispiel hierfür ist, dass die Kinder zwar zunächst den neuen Ton in der Farbe der Klangplatte ihres eigenen Instruments anmalen, aber kurze Zeit später sind alle Töne in der normalen schwarzen Notation. Meine eigenen ersten Leseübungen vor vielen Jahren sind daran gescheitert, dass Ton und Farbe in meiner Klavierfibel fest verbunden waren und dadurch nicht der Platz des Tones im Notensystem gelernt wurde, so dass ich ohne Farben zunächst keine Note mehr kannte. Das macht die Autorin der Lilli unvergleichlich besser. Nicht genug zu loben sind die liebevollen Illustrationen - Lilli beim Notenschlüssl schreiben mit der Zunge im Mundwinkel, ihr Versuch die Schnecke aus dem Haus zu locken, die Träne über das zerbrochene Feuerwehrauto, ihr cooles grünes Outfit und und und. Es macht Freude, das Heft durchzublättern, aber es ist in keiner Weise durch Bilder überladen, diese ermöglichen aber beispielsweise den Kindern, die noch nicht lesen können, ein schnelles Finden ihrer Lieblingsmelodien. Da gibt es bekannte Lieder (inklusive einer Sammlung von Weihnachtsliedern) und sehr gelungene neue, die zum jeweils neu gelernten Ton genau passen und oft herrlich schräge Texte haben.
Überzeugend sind die Begleitstimmen, die zu einigen Liedern abgedruckt sind, die es beim (mehrstimmigen!) Spielen in der Gruppe (oder auch alleine zur beigelegten CD) ermöglichen, unterschiedlich schwere bzw. leichte Aufgaben zu bewältigen und so dem Leistungsstand jedes Kindes gerecht zu werden.
Prima ist es, dass das Heft mit der Flötenlilli kombinierbar ist, so dass Kinder mit Glockenspielen und Blockflöten jeweils auf ihrem Instrument und mit ihrem Heft zusammen musizieren können (und dabei das Zusammenspiel von Anfang an gewöhnt werden).
Kinder, die mit den Lillibänden ihren Weg zur Musik beginnen, haben eine tolle solide Grundlage für alle weiteren musikalischen Vorhaben (sie lesen Tonhöhen und Notenwerte, kennen Takt und Auftakt usw. '). Zahlreiche Übungen, kreative Aufgaben und Musikspiele vermitteln neben dem Spielen des Instruments Freude an der Musik und am eigenen Gestalten.
Bravo! Bravissimo!
P.S.: Ob Lillis Tipp, die nicht benötigten Klangplatten zu entfernen allerdings wirklich gleich 3 mal nacheinander nötig ist?
Und vielleicht bringt bei der nächsten Auflage, die bei einem so konkurrenzlos guten Heft nicht lange auf sich warten lassen dürfte, der "Nikolas" den "kleinen Kindern was" und nicht der reimverletzende "Nikolaus".