Das erste Werk Tanya Stewners (bisher übersetzte sie u.a. nur Bücher) ist ein wunderbares Kinderbuch - oder zumindest für Menschen, die gerne auch noch mal Kind sein möchten, wo man ungestraft Dinge tun kann für die man als Erwachsener für verrückt erklärt werden würde. Wer hat sich nicht immer schon als Kind eingeredet, dass man die oder der einzige ist, der ganz genau weiß was die Katze am Baum, der Hund vom Nachbarn oder die Robbe auf der Scholle denkt und möchte. Tja, hier ist das Schöne am Buch: Die Heldin kann die Tiere wirklich verstehen: Sie bildet es sich nicht nur ein, sie weiß was die Tiere denken - und hilft ihnen, wenn sie kann. Natürlich bringt das auch Unannehmlichkeiten mit sich, die die Normalen in ihrem Unverständnis Liliane verursachen. Ich fühlte mich in eben dieses Alter zurückversetzt - kurz bevor man erwachsen werden muss - in dem man langsam die Welt begreift und trotzdem noch gewisse Privilegien besitzt, wie ungeniertes Spielen und Sprechen mit Stofftieren oder mit dem Tier im Zoo. Die Magie dieses Buches liegt in der Fähigkeit Kinder und Erwachsene gleichermaßen zu faszinieren: die Kinder werden es lieben, wegen der spannenden Erzählweise und nicht zuletzt wegen der wunderbaren Fähigkeit mit der Liliane gesegnet ist, die sie zu etwas Besonderem macht und beneidenswert ist. Gewissen Erwachsenen ist ein Blick in eine Zeit gegönnt, die sie wahrscheinlich oft zurückwünschten, gerade dann, wenn die Welt mal wieder vor Rationalität zu einem furchtbar nüchternen und langweiligen Ort wird. "Mit Elefanten spricht man nicht!" ist ein wunderschönes Buch, das eine Brücke zwischen erwachsen und Kind sein schlägt und beruhigt auch von älteren gelesen werden kann.