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Lila
 
 
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Lila [Gebundene Ausgabe]

Simon Garfield , Hainer Kober


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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Lila? Mauve?

upj. Mitunter können Buchtitel, Werbeslogans gleich, in Sekundenbruchteilen auf richtige oder falsche Fährten führen. Im Falle des anzuzeigenden Buches ist es wohl die falsche Assoziation: «Lila – Wie eine Farbe die Welt veränderte» – welcher deutsche Leser, welche Leserin hätte da nicht gleich die lila Aufbruchsfarbe der feministischen siebziger Jahre mit ihren gesellschaftspolitisch weitreichenden Folgen im Kopf? Nur eben. Um solches ging es dem britischen «Erfolgsautor» (Klappentext) Simon Garfield nicht, als er vor einem Jahr bei Faber and Faber in London sein Buch unter den Titel «Mauve: How one man invented a colour that changed the world» stellte. Übersetzen, auch bei Titeln, fordert eben, neben sachlichen und sprachlichen Quisquilien, auch noch ein bisschen Fingerspitzengefühl. Garfield also erzählt die gänzlich unfeministische, doch sehr erfolgreiche Geschichte des William Perkin, der im zarten Alter von achtzehn Jahren in seinem kleinen Londoner Heimlabor eigentlich auf der Suche nach einem Mittel gegen Malaria war. Statt künstlichen Chinins aber kam bei den Versuchen des Tüftlers nur eine dunkle ölige Substanz heraus: ein Teerderivat. Das allerdings färbte, wie Perkin zufällig feststellte, ein ganzes Stück weisser Seide dauerhaft in ein hellviolettes Tuch. In kürzester Zeit eroberte dieses «Mauve» die Modesalons in London und in Paris. Perkin wird zu einem der reichsten Chemiker, und dass die Damenwelt damals Lila trug, hatte nun wirklich nichts mit Feminismus zu tun. – Garfield erzählt den Eroberungszug der Farbe Mauve in einer bewährten und auf Unterhaltung abzielenden Mischung von Biographie und Kulturgeschichte.

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.06.2001
Das Thema könnte so spannend erzählt sein, stöhnt Wiebke Hüster. Ausgangspunkt: Ein britischer Chemiker und Frühindustrieller machte mit dem künstlichen Farbstoff Mauvein eine Zufallsentdeckung. Eine einzigartige Erfolgsgeschichte begann. Aber der Autor kann sich zunächst mal nicht entscheiden, so Hüster, was er erzählen will: Technikgeschichte, Industriegeschichte oder Konsumgeschichte? Ihm fehle jede Distanz zum Thema. Er idealisiere den Erfinder, William Perkin, unterschlage oder untertreibe die negativen Seiten des Produkts für die Chemiearbeiter und unternehme einen Streifzug durch ältere und moderne Chemielabors, dass man glauben könnte, das Buch sei als Werbebroschüre der Chemieindustrie gedacht, schreibt die Rezensentin. Ihr fehlt ein "roter Faden" durch diese Geschichte der Farben, 30 Seiten statt 230 Seiten hätten es deshalb auch getan.

© Perlentaucher Medien GmbH

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