...der David Kern!" So eröffnet Daniel Brühls Erzählstimme Alain Gsponers Verflilmung von Martin Suters Roman -Lila Lila-. Da ist David schon der Shootingstar der Literaturszene. Das sah vorher ganz anders aus. Wie genau...diese Geschichte erzählt uns David haarklein. Dass sie berühmten Vorgängern aus verschiedenen Jahrhunderten der Literaturszene(ich denke nur mal an "...die ich rief, die Geister...") ähnelt, macht sie dabei nicht schlechter.
David(Daniel Brühl) ist Kellner in einer Bar. Dort lernt er Marie(Hannah Herzsprung) kennen, die sich aber eigentlich nicht für ihn interessiert. Das ändert sich, als David in einem Schränkchen, das er auf dem Flohmarkt gekauft hat, ein altes Romanmanuskript findet. Der Autor Alfred Duster hat die Geschichte Sophie, Sophie geschrieben, die niemals das Licht der Öffentlichkeit erblickte. David recherchiert kurz über den Verbleib von Duster und ist sich sicher, dass dieser nicht mehr lebt. Er gibt Marie den Text und behauptet, er sei von ihm. Obwohl David vom Schreiben(und eigentlich auch vom Lesen) keine große Ahnung hat, ist Marie begeistert und schickt das Manuskript, ohne David zu fragen, an einen Verlag. Es wird angenommen und David sieht sich plötzlich in der Zwickmühle. Um Marie nicht zu verlieren, stimmt er einer Buchveröffentlichung zu. Der Roman Lila Lila stürmt daraufhin die Bestsellerliste. David zieht sich bei Lesungen und Interviews mehr schlecht als recht aus der Affäre, aber das Buch spricht für sich. Der Schwindel könnte ewig so weitergehen, wäre da nicht der Wunsch der Leser nach einem zweiten Roman. Aber ehe David sich darüber Gedanken machen kann, taucht Jackie Stocker(Henry Hübchen) auf, ein alter Süffel, der David eröffnet, der wirkliche Autor von Lila Lila zu sein. Jetzt beginnt für David ein Versteckspiel, aus dem er nicht mehr entkommen kann. Am Ende, steht nicht nur sein Ruhm als Autor auf dem Spiel, sondern viel, viel mehr...
Gleich vorweg: -Lila Lila- ist mein Lieblingsroman von Martin Suter. Auch seine restlichen Romane schätze ich sehr. In deutscher Sprache gibt es wenige Autoren, die so wunderbar erzählen können, wie Suter. Sein David Kern ist hilflos und liebenswürdig zugleich. Daniel Brühl lebt die Figur in jeder Szene des Films glaubhaft und bedauernswert. Hannah Herzsprung ist für Marie ebenfalls eine sehr gute Besetzung. Mit Abstand der Volltreffer der Besetzungsliste ist jedoch Henry Hübchen. Jacky Stocker, ein Enfant terrible mit hochprozentiger Füllung, wird genau so vor der Kamera lebendig, wie wir ihn aus dem Roman kennen. Alain Gsponer hat hier und da an Suters Originalstoff ein wenig verändert, den Charme der Story hat er dadurch nicht eingebüsst.
Gsponers Bilder zeigen uns, was Suters Wörter vermitteln wollen. Es gibt "Literatur-Idioten" und "wahre Leser". Oft reicht der Schein, um im Sein zu bestehen. Dabei wird die Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern wieder ziemlich aktuell. Zudem verteilt Suters Stoff ein paar herzhaft, bösartige Seitenhiebe auf das Verlagsgewerbe.
-Lila Lila- ist mit einem unaufdringlichen, sehr schönen Indie-Musiksoundtrack unterlegt. Ich habe Suters Roman in Gsponsers Film wiedergefunden und mich sehr gut unterhalten lassen. Die Story ist witzig, unterhaltsam und es macht Spaß, Daniel Brühl und Co. bei der Arbeit zuzuschauen. Wer Suters Romane mag oder auf gutes deutsches Kino steht, der kann mit -Lila Lila- nicht viel verkehrt machen. Von mir gibt es in jedem Fall die Empfehlung zum Anschauen.