Dies ist der erste Teil einer dreiteiligen Biographie über Bob Dylan, verfaßt von dem renommierten amerikanischen Musikjournalisten und Gründer des Rockmagazins Crawdaddy". Williams beschäftigt sich darin nicht so sehr mit biographischen Details aus dem Leben Dylans, sondern widmet sich mehr seinem künstlerischen Werk als Interpret und Live-Musiker. Er bezieht dabei oft nicht nur die offiziell erschienenen Aufnahmen des Künstlers, ob im Studio oder live, mit ein, sondern auch immer wieder unofizielle Mitschnitte. Worum es ihm dabei geht, ist ein Bild des Künstlers zu entwerfen, das weniger seine Texte interpretiert und in den Gesamtzusammenhang seines Lebens einzuordnen versucht, sondern vielmehr anhand der verschiedenen Interpretationen seiner Lieder, aber z.T. auch seiner Prosa oder Gedichte, die Dylan im Laufe seines Lebens gegeben hat, den Menschen in der Vielfalt seiner ausgedrückten Gefühle zu erfassen. Daß das ein durchwegs subjektives, weil immer auch durch mögliche Mißinterpretationen gestörtes Unterfangen ist, ist dem Autor aber durchaus bewußt.
Da das Buch über 400 Seiten stark ist, kommt es leider gezwungenermaßen auch immer wieder zu manchen Längen und Wiederholungen. Das stört die Spannung und läßt gelegentlich etwas Langeweile aufkommen. Auch die in meinem Besitz befindlichen, aber noch nicht gelesenen Teile 2 und 3 sind um nichts dünner. Nichts desto trotz werde ich sie lesen, alleine schon deshalb, weil mich die Interpretationen Williams`der neueren Songs Dylans einfach interessieren. In diesem Sinne lege ich trotz der erwähnten Einschränkungen dieses Buch Dylanologen, Musikinteressierten u.a. ähnlich gelagerten Lesern ans Herz.