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Liga der außergewöhnlichen Gentlemen, Bd. 1
 
 
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Liga der außergewöhnlichen Gentlemen, Bd. 1 [Broschiert]

Alan Moore
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 192 Seiten
  • Verlag: Panini; Auflage: 1 (23. Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866077084
  • ISBN-13: 978-3866077089
  • Größe und/oder Gewicht: 25,8 x 17 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 145.622 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

London 1898. Die viktorianische Epoche nähert sich ihrem Ende, das 20. Jahrhundert rückt näher. Es ist eine Zeit großerVeränderungen und eine Ära der Stagnation, eine Periode sittlicher Ordnung und schändlich chaotischer Zustände. Es ist eine Epoche, die Helden braucht. Allan Quatermain, Kapitän Nemo, Hawley Griffin, Dr. Henry Jekyll, Mr. Edward Hyde und Mina Murray sind diese Helden, und gemeinsam bilden sie die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen . Angeworben vom rätselhaften Campion Bond, der seine Befehle vom mysteriösen M erhält, werden die sechs Abenteurer in den Dienst ihres Empires genötigt, als dieses sie braucht. Sie müssen einem teuflischen Doktor und seinen tückischen Plänen zur Übernahme der Weltherrschaft entgegentreten. Doch die Dinge sind nicht immer, was sie scheinen, auch andere Faktoren, kryptische wie korpuskuläre, spielen eine Rolle. Ein bemerkenswertes Drama entfaltet sich.

Über den Autor

Alan Moore, geboren 1952 in England, begann seine Karriere Ende der 70er Jahre als Strip-Autor und-Zeichner für "Sounds". In den frühen 80er Jahren konzentrierte er sich aufs Schreiben und veröffentlichte u. a. für die britischen Magazine '2000 AD' und 'Warrior'. Seine Verlagsarbeiten machten ihn zu einem sehr populären Comic-Autor. 1996 erste Romanveröffentlichung. Auszeichnungen mit fast allen Preisen für einen 'Comic'-Autor sowie mit dem Max-und Moritz-Preis als bester Szenarist. 2008 erhielt Alan Moore den Max und Moritz-Preis als Sonderpreis für sein Lebenswerk. Der Autor lebt in Mittelengland.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Comic-Meisterwerk 13. Mai 2009
Wie hätten die Superheldenvereinigungen a'la Justice League ausgesehen, wenn sie im viktorianischen England zusammengestellt worden wären?
Aus dieser simplen Grundidee heraus ist hier ein Comicmeisterwerk entstanden, das seinesgleichen sucht.

Als sich das britische Imperium durch den geheimnisvollen "Chinesischen Doktor" bedroht sieht, wird Mina Harker ausgesandt, um eine Liga der größten Helden und gefährlichsten Monster des Empire zusammenzustellen. Mit von der Partie sind Allan Quatermain, Captain Nemo und seine Nautilus, Dr. Jekyll/Mr. Hyde und Hawley Griffin. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen den Verbrecher auf - und geraten zwischen die Fronten eines teuflischen Spiels...

Die Zeichnungen und das Design des Bandes sind exzellent, die Handlung detailliert, überzeugend, spannend und immer wieder überraschend. Die Charaktere sind vielschichtig ausgearbeitet, nahe an den klassischen Originalen und doch mit soviel künstlerischer Freiheit behandelt, dass man auch als Kenner der Bücher noch überrascht wird.
Überhaupt kann man als Kenner der viktorianischen Literatur nur begeistert sein. Jede Seite steckt voller offensichtlicher und versteckter Anspielungen auf Personen und Ereignisse jedes noch so kuriosen Buches dieser Zeit. Selbst die kleinsten Nebenrollen wurden mit literarischen oder realen historischen Figuren besetzt. Die Anspielungen treten in solchen Mengen und Variationen auf, dass sogar ein Begleitbuch veröffentlicht wurde, das diejenigen auf dem laufenden hält, die nicht in viktorianischer Literatur promoviert haben.
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Um Welten besser als der Film 9. September 2009
Also dass Alan Moore zu den großen der Comic-Szene gehört weiß mittlerweile sehr wahrscheinlich jeder,

mit der Liga der außergewöhnlichen Gentlemen hat er einen herrlichen viktorianischen Abneteuerband herausgebracht, der den Film gleichen Namens um Welten schlägt. Also wer den Film gesehen hat und enttäuscht wurde sollte unbedingt zur Wiedergutmachung dieses Comic lesen und wird dann vor Begeisterung sicherlich auch den 2. Band direkt bestellen.
Also alle Freunde viktorianischer Abenteuergeschichten, alle Freunde von Jules Verne und natürlich alle Alan Moore Fans: unbedingt zugreifen.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2003 lief Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" des britischen Filmregisseurs Stephen Norrington (Blade") in den Kinos an und wurde von Kritikern wie Fans der Graphic Novel zerrissen. Auch Alan Moore, Autor der Comicreihe The League of Extraordinary Gentlemen", zeigte sich äußerst unzufrieden darüber, wie sein komplexes Werk für eine anderthalbstündige, anspruchslose Action-Orgie zurechtgestutzt worden ist, so dass er die Konsequenzen daraus zog: Im Falle künftiger Verfilmungen seiner Werke, von denen jedes einzelne als Meisterstück hochgehalten wird, sollte auf die Nennung seines Namens verzichtet werden. Führt man sich nun den ersten Band der Reihe Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" zu Gemüte, ist Moores Entscheidung - hält man sich seine enge Bindung zum Medium Comic vor Augen - voll und ganz nachvollziehbar, denn: So anspruchslos und reich an Logik(schlag)löchern die Verfilmung auch ist, so komplex und von hohem Niveau ist die Graphic Novel.

Auf über 190 Seiten entfaltet Alan Moore eine abenteuerliche Geschichte vor viktorianischer Kulisse, welche Anzeichen technischer Modernität und eines ungeheuren Zukunftsglaubens aufweist. Im Gegensatz zu anderen Meisterwerken des britischen Gottes der Graphic Novel erscheint die Handlung jedoch vergleichsweise geradlinig und frei von tiefgründigen Ebenen; es fehlen der dystopisch-gesellschaftskritische Blick eines V wie Vendetta" ebenso wie die moralische Reflexion über das Tun der Pro- und Antagonisten eines Watchmen". Stattdessen nimmt sich Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" für seinen Plot den Abenteuerroman und die utopische Literatur des 19. Jahrhunderts zum Vorbild und entspinnt das rasante Abenteuer eines Elitebundes literarischer Figuren, der gegen einen unsichtbaren und scheinbar übermächtigen Feind anzukämpfen hat. Der Wille, sich der Unterhaltungsromane anzunähern, geht sogar soweit, auf Rassismen und Exotismen aus dieser Zeit Bezug zu nehmen. So ist von Mohammedanern" anstelle von Muslimen die Rede und die Chinesen werden als raffiniertes, aber heimtückisches Volk gezeichnet.

Man täte Moores Comic jedoch vollkommen Unrecht, schimpfe man ihn als Werk mit geringem Anspruch. War es etwa in Watchmen" der kritische Blick auf das Superhelden-Genre, welches mit dieser Graphic Novel vom Stigma trivialer Schundliteratur befreit wurde, so spielt Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" mit den großen Romanklassikern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts und präsentiert Comic-Unterhaltung mit Hintersinn. Die relativ geradlinige Geschichte ist hierbei keineswegs ein Makel, vielmehr liest sie sich vorzüglich als Hommage an große Meisterwerke visionärer Unterhaltungsliteratur, wie sie etwa ein Jules Verne hervorgebracht hat. Auch die Charakterisierung der Figuren führt vor Augen, dass sich hinter dem Schein trivialer Oberflächlichkeit mehr verbirgt: Die Helden der Liga" agieren keineswegs als heroische Einheit, vielmehr besteht die Gruppe aus teils starrköpfigen, teils aus Eigennutz agierenden Individuen, von denen keines frei von Schwächen ist: Alan Quatermain wird als opiumsüchtiges Wrack gezeichnet, der kaum noch Ähnlichkeit mit dem Helden der vielen Geschichten, die man sich von ihm erzählt, aufweist, Hawley Griffin nutzt seine Unsichtbarkeit schamlos aus, um sich an den jungen Frauen eines streng geführten Mädcheninternats zu vergehen, und wenn der schüchterne Jekyll des nachts die anrüchigen Pariser Viertel auf der Suche nach leichten Mädchen durchquert, kann für diese ein gehemmter Kunde schnell zu einer blutrünstigen Bestie werden. Ein moralischer Fleckenteppich anstelle einer geschlossenen Heldenfront.

Das Spiel mit den literarischen Verweisen ist opulent und schwingt stets im Hintergrund mit. Die mehrmalige Lektüre des Comics ist vonnöten, um die Komplexität dieses Spiels in seiner Gesamtheit zu erfassen, da die Sichtbarkeit der Anspielungen variiert: Während im Falle der Mitglieder der Liga" die Namen der Autoren praktisch auf der Hand liegen, streut Moore in den Dialogen raffiniert versteckte Hinweise ein, deren Erkennen ein umfangreiches Wissen um die Werke Jules Vernes, Edgar Allan Poes, H. G. Wells' oder Sax Rohmers - um nur einige zu nennen - voraussetzt. Je belesener der Rezipient in der Unterhaltungsliteratur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ist, desto größer das Lesevergnügen, dem man frönen kann. Moore vermeidet es zugleich souverän, sein Spiel zu übertreiben oder es dem Leser förmlich aufzudrängen oder gar mit seiner Bildung hausieren zu gehen.

Für die grafische Umsetzung von Moores unterhaltsamer und witziger Geschichte zeichnet Kevin O'Neill (Marshal Law") verantwortlich. Sein Stil ist geprägt von kantigen Physiognomien, die nicht selten auch etwas Karikaturhaftes besitzen. Jeder Charakter - die Protagonisten wie auch die unzähligen Statisten - verfügt über einmalige Gesichtszüge, was ihn unverwechselbar macht. Interessant ist eine Eigenheit des Comics, der die Dialoge betrifft: Unterhaltungen in einer fremden Sprache werden keine Übersetzungen zur Seite gestellt, hier und da fragt eine der Figuren nach, worüber gesprochen wurde; sollte dies nicht der Fall sein, obliegt es dem Leser, sich einen Reim daraus zu machen.

Abgerundet wird der vorliegende Band durch einen üppigen Anhang: Eine aus sechs Kapiteln bestehende Erzählung - eine Art Vorgeschichte zur Graphic Novel - zeugt von Alan Moores schriftstellerischem Können abseits des Comics, eine Bildergalerie wartet mit den Covern der Originalausgaben auf.

Mit dem ersten Band seiner hoch gelobten Graphic-Novel-Reihe Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" ist Alan Moore ein literarisches Vexierspiel gelungen, welches seine Komplexität und seinen hohen Anspruch auf bemerkenswerte Weise in ein Korsett belletristischer Kost zu zwängen scheint und damit das intertextuelle Spiel auf die Spitze treibt. Diese Literaturadaption" der besonderen Art ist gewiss nicht sein größtes Werk, unbestritten aber sein unterhaltsamstes.
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