Kurzum dieses Album ist der absolute Wahnsinn. Conor Oberst ist vielleicht das begnadetste Talent der amerikanischen Musikszene, auch wenn er eher unscheinbar ist und von den Medien weniger wahrgenommen wird, als es ihm gebühren würde. "Lifted" ist ein Album voller Intensität, auf dem Oberst folkige, orchestrale und Pop-Einflüsse zu einem großen Ganzen zusammengeschustert hat. Scheinbar hat er auch keinerlei Scheu vor Experimenten, die zunächst seltsam anmuten, so klingt "False Advertising" beispielsweise wie ein Stück auf einem Ballabend, aber auch sonst erscheint dieses Album als das ganz große Drama, zu dem sich jeder seinen eigenen Film vorstellen darf, den Bright Eyes in orchestraler Bandbreite begleiten. Ließen sich Bright Eyes' vorherige Alben fast nicht ohne anschließende Depressionen hören, so hat Oberst es auf dieser CD geschafft, dem ganzen auch eine etwas freudigere Note zu verpassen, auch wenn "Lifted mit Sicherheit kein Album für einen geselligen Abend ist. Aber eines voller Gefühl, welches Conor Oberst nicht zuletzt mit seiner immerzu brüchigen, verletzlichen, aber bewegenden Stimme rüberbringt. Sehr schön ist übrigens auch das Booklet gehalten, das wie ein altes Buch aufgemacht ist.