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Der weitere Verlauf des Albums ist bei weitem nicht so spartanisch wie das nur gitarrenbegleitende "Big Picture", "Bright Eyes" wächst bis zum kleinen Orchester an. Aber die Emotion bleibt. Bezaubernde Melodien, die oft hymnischen Charakter annehmen, umspielen Obersts Texte. Und hier liegt die eigentliche Stärke. Während seit nunmehr 30 Jahren jeder mittelmäßig begabte Songwriter als der neue Dylan abgefeiert wird, habe ich diesen Vergleich bei "Bright Eyes" noch überhaupt nicht gehört oder gelesen. Seltsam, denn Oberst erinnert mich (nicht allein wegen der präsentierten Textfluten) durch seine Behandlung der Sprache ganz stark an Dylan. Die Kunst von "Bright Eyes" ist durch Sprache und Rhetorik geprägt, was letztlich den depressiven Charakter der Musik relativiert. Wer so fantasievoll mit den Möglichkeiten der Sprache umgeht, wer so sprachverliebt ist, der findet (in seiner Kunst) den Ausweg aus der Misere. (zumindest für den Rezipienten). Sprache (und natürlich Musik!) ist als kommunikativer Akt das Gegengift zur Verzweiflung. Deshalb finde ich das Album eigentlich nicht depressiv oder laune-zerstörend, sondern äußerst anregend. Und ja: es ist ein Meisterwerk und defintiv das Album des Jahres 2002.
Auch ist das weite Spektrum das die Songs umfassen erstaunlich. Von den spartanischen Songs die nur von einer Akkustikgitarre und der Stimme von Oberst getragen werden (The Big Picture, You Will. You?Will.You?Will., Waste of Paint)bis zum Aufgebot eines kleinen Orchesters (False Advertising) ist hier alles geboten. Einige Songs erinnerten mich an die frühen Radiohead (Lover I don't have to love).
Dann kommt man zum letzten Titel und denkt schon das bisher gehörte könnte schwer noch getoppt werden, doch dann kommt das absolute Meisterwerk "Let's not shit ourselves (to love and to be loved)". Ein ungefähr zehnminütiger Dylanesker Freudenritt, bei dem man am liebsten vor Glückseeligkeit die Zimmereinrichtung zertrümmern will.
das album besticht nicht nur durch die songs die tweilweise wirklich das aussagen was sich so manch einer schon... Lesen Sie weiter...
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