"Lift off" - Abheben ins All will der versierte Wissenschaftsjournalist Thomas Bührke. "Die Geschichte der Raumfahrt", die er erzählt, ist nicht nur für Jugendliche geschrieben, wie der Verlag ("Bloomsbury Kinder & Jugendbücher") suggerieren mag, sondern auch für erwachsene Leser bestens geeignet. Spannend wird hier das vielleicht größte Abenteuer der Menschheit beschrieben - das Verlassen der staubigen Erde und der Aufbruch ins All mit der bisherigen Krönung der bemannten Mondlandung. Aber nicht genug: Von den Sputnik-Satelliten bis zu den Pioneer- und Voyager-Sonden, die gegenwärtig unser Sonnensystem verlassen, und von den Raumstationen bis zu den modernen Weltraum-Observatorien, die andere Planeten, Sterne und Galaxien erkunden, spannt Bührke den Bogen. Dabei spart er auch die menschlichen Aspekte nicht aus, die besonders spannend - und immer noch viel zu wenig bekannt - hinter den offiziellen Berichten zur Mondlandung stehen. Bei allem Enthusiasmus verschweigt er aber weder die Probleme noch die immer wieder erfolgten Verzögerungen des inzwischen durchaus stockenden Aufbruchs ins All, und seine Zukunftsprognosen sind sehr zurückhaltend. Das Buch ist kein prächtiger Fotoband - einige Farbfotos hat der Verlag aber doch spendiert -, und es schwelgt auch nicht in Statistiken und Tabellen wie diverse Raumfahrt-Kompendien. Stattdessen bietet es eine spritzige und keineswegs unkritische Lektüre über eine echte Horizonterweiterung der Menschheit, die langfristig die einzige (Über)lebensversicherung darstellt, die wir haben. Bührke zitiert die Aufschrift eines Obelisken bei dem zum Museum umgestalteten Wohnhaus des tauben Volksschullehrers Konstantin Ziolkowski, der seit 1892 dort in Kaluga die theoretischen Grundlagen der Raumfahrt gelegt hatte: "Die Menschheit bleibt nicht ewig auf Erden".