Die frühen 70er Jahre waren eine Schaffensperiode der Bee Gees, die von der großen Öffentlichkeit kaum zur Kenntnis genommen wurde. Hinter ihnen lag die Zeit der schmusigen Balladen mit vielen Streichern à la "Massachusetts", vor ihnen die Zeit der Disco-Hits wie "Night Fever" oder "You should be dancing".
Dazwischen machte die Gruppe einen kurzen Ausflug in Richtung Folk- oder noch eher Country-Musik.
"Life in a tin can" umfasst nur acht Stücke, von denen Barry Gibb vier geschrieben hat und weitgehend alleine singt ("I don't wanna be the one" ist ein Schmachtfetzen, aber "While I play" und "South Dakota morning" sind respektable Stücke, während bei "Come home Johnny Bride" fast schon die Post abgeht). Die anderen vier Nummern haben alle drei Brüder als Autoren, werden in bewährter Manier von Barry und Robin abwechselnd vorgetragen und die Vokalharmonien werden häufiger mit Streichern angereichert.
Hier arbeiten sie jedenfalls noch mit ihren "normalen" Stimmen, es fehlt der Falsett-Gesang der späteren Zeit und die Arrangements kommen weitgehend ohne synthetische Klänge aus.
Die musikalische Kerntruppe sind Barry an der akustischen Gitarre und Maurice mit Bass und Keyboards. Ergänzt werden die Brüder Gibb durch einige namhafte weitere Musiker, darunter Rick Grech (Violine), Jim Keltner (Drums), "Sneaky Pete" (Steel Guitar), Tommy Morgan (Mundharmonika), Jane Getz (Piano) und Jerome Richardson (Querflöte).
Balladen und etwas flottere Stücke wechseln sich ab - ich hätte gern mehr in diesem Stil von den Bee Gees gehört - der Erfolg wies sie dann jedoch in eine andere Richtung, die mir nicht wirklich zusagt...