Wenn man die letzten Alben von Incognito verfolgt hat, hat man immer wieder eine musikalische Veränderung und Weiterentwicklung gesehen. Waren die früheren Alben noch sehr Jazz-Funk orientiert, "100° and risin'" sehr erdiger Soul-Jazz, "Beneath the Surface" sehr soulig und "No Time Like The Future" experimentell mit vielen Elektro-Anleihen wird man auf "Life, Stranger Than Fiction" ähnlich wie auf "100°" Soul-Funk vom feinsten überrascht. Das ganze geht stellenweise sehr in die Richtung amerikanischer NuSoul-Stars wie D'Angelo, Jill Scott oder Erykah Badu, Incognito hat es aber geschafft ihren unverkennbaren Sound mit den genialen Horn- und Streicherarrangements einzuarbeiten. Bluey, der Bandleder, hat auf diesem Album nicht nur musikalisch einen Cut gemacht, er verpflichtete auch vier neue Vocalisten: Dianna Joseph, Kellie Sae, Sarah Brown und Xavier Barnett deren Stimmen perfekt zur Musik passen. Sicher werden einige alte Incognito-Fans enttäuscht sein die ein Album erwartet haben, was nahtlos an die letzten anschließt oder die die Leadsängerin Maysa Leak vermissen aber Incognito sind nicht die Bee Gees, man bekommt auf ihnen nicht auf jeder Platte das selbe vorgesetzt sondern man muß immer auf positive Überraschungen gefasst sein.