Ricky Martin is back in the pop world. Und die erste Single "I don't care" hätte sicherlich 4 Sterne verdient, ebenso der Track "I am", der ziemlich erotisch in eine Schiene jenseits des Latino Einheitsbreis und mehr in Richtung modernster RnB Klänge geht. Aber ZU OFFENSICHTLICH quält sich Ricky Martin auf dem Weg in die Moderne dabei, sich selbst neu zu erfinden. In den 90ern shakte er die Hüften und es gab eine Latinopop-Welle, die heute als "Weichspüler" bezeichnet würde. Zu glatt gebürstet war seine Musik, aber Aussehen und Ausstrahlung machten dieses Defizit wett. Heutzutage wirkt das alles mau. Sein spanisches Album vor 2 Jahren floppte, Gerüchte über die Homosexualität des Latinos wollen nicht verstummen und irgendwie wirkt die Entwicklung für Ricky Martin so, als hätten ihn die treuen Fans von damals auf dem Weg in die Neuempfindung aus den Händen gegeben. Die süßen melodischen Latinotöne sucht man auf "Life" vergeblich, die Balladen geraten an 1-2 Stellen sogar zu einer Suche nach seinen Vocals, wo man befürchten muß, dass der Chorus ihn übertönt. Blamabel. Die Ausflüge in die RnB Richtung verraten etwas vom erotischen Ricky, von seiner Aura aus der Vergangenheit. Aber ob das chartmäßig ankommt? Sehen wir uns Frau Lopez und Herrn Iglesias an. Auch die haben Probleme im Pop Biz der Jetztzeit. Image allein trägt eben keine Platte und macht keine Stimme. Für 1-2 Achtungserfolge als Single dürfte "Life" taugen, aber euphorische Promotion sucht man bislang auch für "I don't care" vergeblich. Ricky, wo ist Dein FEUER geblieben? He banged, he banged, möchte man ihm zurufen. Alles Vergangenheit?