Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Rolle rückwärts, 27. Mai 2006
Normalerweise beginnen Künstler ihre Karrieren, indem sie dieses und jenes Vorbild kopieren, um im Laufe der Jahre immer mehr sie selbst zu werden und ein eigenständiges Profil zu gewinnen. Bei B&S scheint es momentan umgekehrt zu sein: für die frühen Werke gibt es keine oder kaum Vergleiche, aber jetzt kann man plötzlich sagen; hm, klingt wie … wie T-Rex zum Beispiel (u. a. „The Blues Are Still Blue“, „White Collar Boy“). Das ist gut gemacht, und im Konzert passen sich die neuen Songs hervorragend in das übrige Repertoire und machen ebenso Spaß, aber trotzdem ist ein Wort der Warnung angebracht: weiter in diese Richtung zu marschieren, birgt die Gefahr, die schon fast leuchtturmhafte B&S-Eigenständigkeit einzubüßen. Das wäre schade. Vielleicht ist es aber auch einfach die Handschrift von Produzent Tony Hoffer und hat nichts weiter zu bedeuten. Was bleibt also? Alles in allem ein gutes Album, das mit „Song For Sunshine“ nur eine schwache Nummer zu bieten hat und das insgesamt etwas schnörkelloser als frühere Sachen daherkommt (die Gitarren stehen wieder mehr im Vordergrund); es bleibt ein Album, das etwas leichter und luftiger ist (macht’s die kalifornische Sonne?). Erwähnt sei auch die Sorgfalt beim Artwork des Booklets. So weit, so gut. Aber der Zugang fiel mir schwerer als bei den anderen Alben. Und eines fehlt, bei allem Verständnis für Veränderungen und Weiterentwicklungen: die weibliche Verstärkung kann Isobel Campbell nicht ersetzen.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Belle & Sebastian go California, 24. April 2006
Belle & Sebastian go California- Die Schotten packen ihre sieben Sachen, schnappen sich den Produzenten Toni Hoffer (u.a. Beck, Air) und lassen die Kalifornische Sonne in die trüben Glasgower Herzen. Kann das gut gehen?
Fakt ist, dass die Band mit ihrem aktuellen Album einen erheblichen Teil ihres sympathischen, individuellen Charmes eingebüßt hat. Der charakteristische B&S-Sound, inklusive dem leicht Unfertigen, Verhuschten, wurde eingetauscht gegen ebenfalls teilweise sympathischen, teilweise aber auch etwas aufdringlichen Pop- und Disco-Appeal, welcher der Band nicht immer steht. Die meisten Songs auf "The Life Pursuit" haben deutlich mehr Drive, sind sehr viel direkter und extrovertierter als die frühen B&S-Sachen, was in Kombination mit unwiderstehlichen Melodien wie der von "Funny Little Frog" (erste Single) oder "Another Sunny Day" gar großartige Popsongs ergibt. Stücke wie das äußerst mittelmäßige "Song For Sunshine" oder "For The Price Of A Cup Of Tea" (mit Surf-Pop-Gitarre) sind dann aber doch etwas zu viel Sonne und Optimismus und zu wenig Song, sprich Substanz. Ähnliches gilt für das leicht nervtötende, jedenfalls vollkommen überflüssige "We Are The Sleepyheads". Stuart Murdochs sonst fast zerbrechlich-zarte Stimme ist teilweise kaum wieder zu erkennen, sie kommt deutlich voller ("White Collar Boy"), manchmal unerwartet tief, jedenfalls deutlich vielseitiger als früher daher. Dies trifft ohne Frage auch auf die Instrumentierung zu, es gibt Glamrock-, Funk, -Soul- und Sixties-Beat-Einflüsse, die der Band mal besser ("White Collar Boy" mit deutlichen T.Rex-Anleihen) und mal weniger gut ("Sukie In The Graveyard", in dem Murdoch mehr spricht als singt)zu Gesichte stehen. Das Album hat zweifellos seine Glanzpunkte (z.B. das B&S-typische, zurückhaltende "Dress Up In You" mit wunderbaren Harmonie-Vocals) und die Band wird vermutlich- ob der nicht zu bestreitenden Melodieseligkeit und Stilvielfalt, in Kombination mit der Direktheit der Produktion- mit diesem Album in das Bewusstsein eines breiteren Publikums rücken. Fans der ersten Stunde dagegen werden wohl die entrückte Melancholie und charmante Unfertigkeit der frühen "Indie"- Belle & Sebastian vermissen und für viele wird diese Platte insgesamt eine leichte bis mittelschwere Enttäuschung- wenn auch mit ein paar tollen Songs als Trostpflaster. Nun gilt es abzuwarten, welche musikalischen Pfade die Band in Zukunft ansteuern wird, ob die Band die neuartigen Elemente verfeinern und weiterentwickeln und wiederum zu etwas Selbstständigem machen wird und diese Platte später rückblickend als Übergangsalbum gelten wird, oder ob es sich bei "The Life Pursuit" lediglich um einen kurzen, ebenso bunten wie weitgehend belanglosen Ausflug in fremdartige musikalische Gefilde handelt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Etwas polierter als sonst, trotzdem sehr gut!, 17. Februar 2006
Belle & Sebastian enttäuschen nicht, einmal mehr! Vom frühen Charme einer schrummelnden Stundentenkombo haben die Jungs und Mädels aus Glasgow zwar einiges verloren (die Platte ist ein wenig konventioneller und "polierter" als die frühen Werke), doch sie haben noch genug Charme, Witz und vor allem gute Songs, um weiter auf ihrem Feld ohne Konkurrenz dazustehen. Bezaubernde, für Belle & Sebastian ganz typische Melodien wie "Another Sunny Day" oder "Act Of The Apostle" gehen einem so schnell nicht mehr aus dem Ohr. Es gibt aber auch ein paar kleinere Überraschungen, man höre sich nur mal "The Blues Are Still Blue" oder "White Collar Boy" an. Auffällig ist auch, daß Stuart Murdoch wesentlich kontrollierter singt als früher und die Gitarre von Stevie Jackson diesmal ein wenig im Hintergrund steht. Trotzdem, ein weiteres Highlight in einer an Glanzlichtern nicht armen Diskographie, Belle & Sebastian verwöhnen einer weiter mit sonnigen und mituner auch etwas bitteren Songs aus dem Norden Europas! Bravo! Und an der EP-Sammlung "Push Doorman To Open Old Wounds" von 2005 führt ohnehin kein Weg vorbei...
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