Episode 1 (Erinnerungen aus der Zukunft): Während der Ermittlung gegen einen Serienmörder in Manchester wird Chiefinspector Sam Tyler von einem Wagen überfahren. Als er orientierungslos mitten im abbruchreifen Industriegebiet wieder zu sich kommt, stellt er zu seinem Entsetzen allmählich fest, dass er sich im Jahr 1973 befindet. Auf seinem alten, kaum wiederzuerkennenden Revier wird er dem Team unter Leitung des grobschlächtigen und jähzornigen Gene Hunt unterstellt. Prompt befindet er sich abermals auf der Suche nach einem Serienmörder, der nicht zufällig Ähnlichkeiten mit dem zuletzt gejagten Killer hat.
Ep. 2 (Zeugenschutz): Der einzige Zeuge, der den skrupellosen Juwelendieb Trent identifizieren kann, wird von Tyler und seiner Kollegin Annie Cartwright beschützt. Dennoch spüren Trent und seine Schläger sie auf und lassen nichts unversucht, den unliebsamen Denunzianten zu beseitigen.
Ep. 3 (Die Textilfabrik): Diesmal gilt es einen Mord in Crester's Textilfabrik aufzuklären, wo die übel zugerichtete Leiche des Vorarbeiters gefunden wurde. Gegen den Widerstand seines Chefs Hunt, der den Täter sofort zu kennen glaubt, setzt Tyler hartnäckig seine Untersuchung fort - mit verblüffendem Ergebnis.
Ep. 4 (Zu hoher Einsatz): Tyler wird erstmals mit Korruption in den eigenen Reihen konfrontiert, die die Festnahme des Gangsters Stephen Warren behindert. Erneut ist er auf sich allein gestellt.
Ep. 5 (Hooligans): Die schwächste Episode der Staffel - Mord an einem Manchester United Fan.
Ep. 6 (Tod um Zwei): Ein frustrierter kleiner Angestellter hat sich im Redaktionsgebäude der Manchester Gazette verschanzt. Tyler, Hunt und Cartwright begeben sich in seine Hände, um den Tod der Geiseln zu verhindern.
Ep. 7 (Im Sumpf): Ein Drogendealer stirbt in Untersuchungshaft. Während die für den Fall verantwortlichen Kollegen alles daran setzen, den Vorfall zu vertuschen, bleibt Tyler verbissen um Aufklärung bemüht - mit bitteren Konsequenzen.
Ep. 8 (Blindes Vertrauen): Als Tyler und sein Team den Kleinkriminellen Vic verhaften, stellt dieser sich als Sams Vater heraus, der ihn und seine Mutter 1973 verlassen hat bzw. wird. Entgegen seiner sonstigen Prinzipien unternimmt diesmal Tyler alles, um seinen Vater aus der Schusslinie zu nehmen.
Kritik: Seit der seligen Zeiten von DIE PROFIS oder DEMPSEY AND MAKEPEACE haben es nicht mehr viele britische Krimiserien geschafft, das Publikum im Ausland zu begeistern. LIFE ON MARS ist dieses Kunststück vermutlich deshalb so überraschend gelungen, weil sie den Hauptprotagonisten Sam Tyler wie auch den Zuschauer in eine Zeit zurückversetzt, die ohne High Tech Spielereien auskommt und die Polizeiarbeit noch mühsam und mit viel Hirn- und Laufarbeit schildert. Lesen sich die Inhaltsangaben der einzelnen Folgen recht nüchtern und wenig aufregend, so liegt gerade in dem Zusammenprall des Detectives von heute - der fassungslos auf Datenbanken, forensische Tatortuntersuchung und sogar Spiegelglas für Gegenüberstellungen verzichten muss - mit den beinahe steinzeitlichen Raubeinen aus den 70ern der Reiz und das Vergnügen.
Hinzu kommt die Ungewissheit, inwieweit sich das komplette Geschehen in der Fantasie oder dem Unterbewusstsein des im Unfallkoma liegenden Sam Tyler abspielt. In unregelmäßigen Abständen, meist zur Unzeit auftretende Geräusche medizinischer Geräte oder Sprachfetzen von Ärzten und Familienangehörigen halten die Zweifel bei Tyler wie auch dem Publikum wach. Der außerhalb der Insel so gut wie unbekannte John Simm verkörpert den in den ungeliebten 70ern gefangenen Polizisten sympathisch und verleiht mit tragikomischen Ausbrüchen der Verzweiflung überragend Ausdruck. Brillant gewählt ist sein Gegenpart in Gestalt Gene Hunts. Philip Glenister poltert sich herrlich unflätig und stets kurz vor der Explosion stehend durch seine Rolle und ist am ehesten als Kreuzung zwischen Dirty Harry und Vic Mackey aus THE SHIELD zu beschreiben. Running Gag ist seine ständige Laune, Tyler zur Begrüßung erst einmal einen gepflegt in die Schnauze zu hauen. Zur Hand geht ihm dabei gerne Ray Carling, der in Episode 7 - neben 3 und 6 eines der persönlichen drei Highlights - allerdings die Quittung erhält. Mehr als kollegial und bislang leider unerwidert steht Tyler die aparte Polizistin Annie Cartwright (die niedliche Liz White) zur Seite, die sich sogar rührend bemüht, die für Uneingeweihte wirren Gedankengänge des angeblichen Vergangenheitsreisenden zu verstehen.
Neben gelungener Besetzung, perfekter Rekonstruktion Manchesters im Jahre 1973 hinsichtlich Fahrzeuge, Kleidung, Frisuren, festgehalten in monochrom braunstichigem Look, ist zuletzt der Einsatz zeitgenössischer Songs zu erwähnen. Angesichts heutiger ohrenkrebserzeugender akustischer Belästigungen findet man auch hier einen der Gründe, sich wohlwollend an das Jahrzehnt des Glamrock zurückzuerinnern: vom titelgebenden Stück "Life On Mars" David Bowies - gewählt aufgrund der Tatsache, dass sich der Held anno 73 wie auf einem fremden Planeten vorkommt - über Sweets "Ballroom Blitz" bis "Live and let die" von Paul McCartney & The Wings.
All denjenigen, die ihre Augen von Schnitt- und Effektgewittern wie CSI & Co. erholen wollen und ein Faible mitbringen für trockenen, britischen Witz - der sich aufgrund des heftigen Manchester-Akzents im Original nur Native Speakern erschließen wird -, sei diese zwar kurze, aber umso feinere 1. Staffel ans Herz gelegt.