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Produktinformation
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Es dreht sich um die ersten Male, den Rock-Olymp – und darum, wie aus Keith Richards und Mick Jaggers gemeinsamer Liebe zu Chuck Berry zunächst Freundschaft und später gegenseitige Achtung erwuchs. Leser erfahren, welches Girl „Ruby Tuesday“ verkörpert, wie Keith den Absturz Brian Jones’ erlebte und dass seine Freundschaft zu Bobby Keys besonders innig ist. Es geht darum, für wen Rockmusiker letztendlich Volkshelden spielen, warum Keith’ Treffen mit Uschi Obermaier vom Schicksal gezeichnet waren – und wessen Tod er bis heute nicht verwinden konnte. Die O-Töne nahe stehender Menschen bereichern besonders, ebenso Infos darüber, in welchem Kontext Stones-Songs entstanden. „Streck die Fühler raus, taste Dich ran, die Welt ist dreckig.“
Zweifelsohne lebte der Musiker mit Totenkopfring am „sticky“ Finger ein Leben, wie es heute nicht mehr möglich wäre. Zu einer Zeit, als der Engländer als Todeskandidat Nummer eins in der Rockszene galt, hieß es, kein Mensch weltweit sei eleganter abgefuckt als Keith Richards. Wenn der 1943 geborene Gitarrist heute auf dem Buchcover seiner Memoiren das Feuerzeug schnappen lässt, um sich eine Zigarette anzuzünden, zeugt das letztendlich von einem unerwarteten „Happy End“. Keith Richards schonungsloser Retrospektive aus dem Auge des Orkans, der Rock’n’Roll heißt, werden in dieser Form keine wuchtigeren Gigs mehr folgen.
– Herwig Slezak
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
195 von 211 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
The Main Offender,
Von
Rezension bezieht sich auf: Life (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte beginnt, wie man es bei Keith Richards erwartet hat, mit einer Festnahme wegen Drogenbesitzes 1975 in Arkansas. Anwalt Bill Carter regelt den Fall; die Anklage wird - wie so oft - fallengelassen. Keith und Ronnie (der war auch dabei) können ihre Tour fortsetzen. Wer diese Geschichte aus einer anderen Perspektive lesen möchte, braucht nur in Ronnie Woods Biografie nachlesen. Keith Richards hat aufgrund seines Lebenswandels oft am Abgrund gestanden. Das Buch hat aber mehr Facetten, als nur Drogengeschichten. Primär geht es darum, wie Musik sein Leben geprägt hat und was er daraus gemacht hat.Richards beschreibt im zweiten Kapitel seine Kindheit in Dartford und die war rau, eine typische Nachkriegskindheit in ärmlichen Verhältnissen. Als kleiner Junge wurde er oft verprügelt und konnte sich erst im Laufe der Jahre durchsetzen. Er beschönigt nichts. Seine Verbindung zu Musikinstrumenten hat sein Großvater Gus gefördert. Bei einem Besuch nach Jahrzehnten in Dartford ist es der Geruch der Heide, der Richards Erinnerungen weckt. Richards Ausführungen wirken authentisch. In allen folgenden Kapiteln dominiert die Musik. Er liebt den Sound von Chuck Berry, Muddy Waters, Howlin' Wolf, John Lee Hooker, Bo Diddley und B. B. King und träumt davon Musiker zu werden. Sein Leben wird vom Rythm and Blues bestimmt. Aufgrund seines rebellischen Charakters fliegt er von der Kunstschule. Mick Jagger, den er von früher kennt, läuft ihm über den Weg und hilft ihm dabei, seine Kontakte zur Musikszene auszubauen. Es folgen Hungerjahre, wie die heutigen Superstars sie nicht kennen. Vielleicht sind es diese schweren Anfangsjahre, die die Band zusammen geschweißt und auch Themen für die Musik geliefert haben. Keith Richards hat, ebenso wie Bill Wyman, Tagebuch geführt. Seine Einträge enden jedoch, als die Stones bekannter werden. Das Tagebuch hilft bei der Aufarbeitung der frühen Erinnerungen. Als Musiker haben sie alle mal mit Alexis Korner zusammen gearbeitet, der Anfang der 1960er Jahre in der Londoner Musikszene eine bekannte Größe war. Keith Richards verbringt seine Zeit mit Gitarre spielen und es folgt eine beispiellose Karriere als Rockmusiker. Richards rechnet mit Brian Jones ab, räumt mit Mythen auf und verarbeitet Erlebnisse in Musik, so z.B. die Beziehung zu Anita Pallenberg in "Can't Be Seen". Freundin Linda vergleicht er mit "Ruby Tuesday". "Their Satanic Majesties Request" bezeichnet er als Blödsinn. Die Antwort lautet: "Beggars Banquet". Er spricht über "Flash" (gemeint ist natürlich "Jumpin' Jack Flash"), erklärt die Geheimnisse des typischen Sounds der Stones und erläutert, wie man Songs schreibt. Insbesondere den Songs aus der Topserie (Beggars Banquet, Let It Bleed, Sticky Fingers und Exile On Main St.) widmet er viele Seiten. Und so erfahren die Leser u.a., wo der "Ventilator Blues" seinen Namen her hat und wie "Exile On Main St." entstanden ist. Auch die Ausführungen zu "Dirty Work" (ein Geheimtyp) sind informativ. Musik und Texte sind aggressiv, die Titel sprechen für sich. Die Spannung zwischen Mick Jagger und Keith Richards war hochgradig explosiv und man sieht es dem Cover an. Gerade in anderen Büchern über die Stones vermisse ich Hintergrundinformationen zu den Songs. Auch Bill Wyman äußert sich in seinem sonst erstklassigen Buch nicht genügend zu den einzelnen Songs der Stones. Es sind die manchmal sentimentalen Momente, die man Keith Richards gar nicht zutraut. So z.B. als er mit Ronnie Bennett von den Ronettes auf einer Tour durch England bei starkem Nebel eine Unterkunft aufsucht. Richards überrascht mit seinen Geständnisse in Sachen Frauen (S. 285). Sie müssen aber wohl relativiert werden, wenn man die weiteren Kapitel liest. Es fiel ihm in späteren Jahren schwer, ein guter Rockmusiker und ein guter Vater zu sein. Auffallend ist Richards Respekt vor erfahrenen Musikern. Dieser Respekt war für ihn immer Antrieb, noch besser zu werden. Er liebt den Blues, wollte (in den Anfangsjahren) zur besten Bluesband Londons gehören und hat weit weniger als Mick Jagger das Bedürfnis auch Popsongs (z.B. "Miss You") zu produzieren. Richards kann zwischen seiner eigenen Wahrnehmung und seinem Image unterscheiden. "Die Leute lieben dieses Image. Sie haben sich ein Fantasiebild von mir gemalt, sie haben mich gemacht, die Leute da draußen haben sich diesen Volkshelden geschaffen." Natürlich beschreibt Keith Richards auch Ereignisse, zu denen sich bereits Ronnie Wood oder Bill Wyman geäußert haben, aber das kann man ihm nicht zum Vorwurf machen. Er hat das Recht, seine Geschichte und die Geschichte der Stones aus seiner Perspektive zu erzählen. Und die Drogen? Spätestens als er Kinder hatte, merkte er selbst, auf welcher Gratwanderung er sich befand - letztlich hat er den Absprung geschafft und dazu gehört Stärke. Keith Richards hat als Musiker alles erreicht. Er ist unabhängig, unangepasst und muss sich oder anderen mit diesem Buch nichts beweisen - er ist Keith Richards, ein Original. Viele selbsternannte oder in Fernsehshows gekürte Superstars sind 2000 Lichtjahre von diesem großen Rythm and Blues Veteranen entfernt. Das Destillat aus den Erzählungen ist der Mensch Keith Richards und der kommt authentisch rüber. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
78 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Viel mehr als nur Sex, Drugs & Rock'n Roll,
Von Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Life (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich wollte ich auf den Schwachsinn, den einige Schnellleser zu "Life" von sich gaben, gar nicht eingehen. Aber wer behauptet, Keith Richards schreibe nichts über die Musik und ihre Hintergründe, erwartete wohl einen Gitarrenkurs in Prosaform oder eine musikwissenschaftliche Abhandlung. Oder hatte nie ein Instrument in der Hand. Mehr über das Schreiben von Songs, Finden eines Stils und Verarbeiten verschiedenster Einflüsse steht wohl in keinem anderen Buch, das ein Rock'n Roll-Gitarrist verfasste. Und gerade weil aus all diesen Stellen hervor geht, dass sich Keith nicht in Tätigkeiten verirrt, von denen er nichts versteht und für die ihm das Talent fehlt, ist es nur logisch, dass er seine Biographie nicht allein verfasste. Mich hätte er jedenfalls schwer enttäuscht, wenn er seinen Fans über 700 Seiten holprige Zeilen ohne Zug und sprachliche Komposition zugemutet hätte. Und sein Freund James Fox ist ja nicht irgendein Schreiberling, dem er mit diesem Auftrag eine Freude machen kann. Der ehemalige Journalist der Sunday Times versteht sein Handwerk ebenso wie Keith Richards das seine.Erinnerungen sind Erfindungen, heißt es schon im ersten Kapitel. Daher gab Altmeister Goethe seinen Lebenserinnerungen auch den Titel "Dichtung und Wahrheit". Den Anspruch zu erheben, man erfahre nun alles, was Keith, sein Leben und seine Musik geprägt habe, ist ziemlich naiv. Aber da Drogen dazu gehören, kommt Keith eben oft auf die heimtückischen Gifte zu sprechen. Nicht um sich damit als verwegener Junkie aufzuplustern, sondern einfach weil Drogen jahrzehntelang sein Leben mitbestimmten, im Guten und im Schlechten. Kritiker, die den Stones vorwerfen, sie seien zu alt für die Bühne, sollten Seite 720 aufschlagen. Dort schreibt Keith: "Immer diese Nörgelei, dass wir alte Männer sind. Tatsache ist doch, und das habe ich immer gesagt: Wenn wir schwarz wären und Count Basie oder Duke Ellington hießen, würde uns jeder anfeuern, yeah, yeah, yeah. Für weisse Rock'n Roller in unserem Alter ist so was anscheinend nicht vorgesehen." Ob die Kritiker selber ein Problem mit dem Alter haben? "Wenn man eine Idee hat, dann muss man sie fliegen lassen." Das ist nur einer von vielen Sätzen, mit denen Keith seinen Lesern vermitteln will, wie Songs entstehen. Manchmal sind sie einfach da. Diese Einsicht hat Richards auch vor dem Abheben bewahrt. Und was passiert, wenn man der eigenen Leistung zu viel Gewicht beimisst, beschreibt Keith auch, wenn er über sein schwieriges Verhältnis zu Mick Jagger spricht. Natürlich konnte er sich vorstellen, dass sich die Medien auf einzelne Sätze stürzen. Aber da er immer wieder die Erfahrung machte, dass ohnehin verbreitet wird, was die Auflagen steigen lässt, kümmert er sich herzlich wenig um selektive Wahrnehmungen und bewusste Verdrehungen. Aber wer genau und ohne Sensationslust liest, kann viel über die Unterschiede von Freunden und Brüdern, Treue und Verrat, Liebe und Sex oder Bewunderer und Schleimer erfahren. Persönliches preiszugeben heißt für mich nicht, in die Niederungen sattsam bekannter Homestories hinunterzusteigen, sondern Schwächen nicht zu beschönigen und sich damit der Kritik der Öffentlichkeit auszusetzen. Mich interessiert es so wenig wie Keith Richards, wer wann wie mit wem ins Bett oder aufs Klo geht. Persönlich wird ein Buch, wenn es mir eine Ahnung von den Gefühlswelten seines Autors vermittelt, wenn es um Leben und Tod, um Ängste, Zweifel und um den Verkauf der eigenen Seele geht. Während viele Biographien den Charakter eines zu langen Pressetextes haben, lässt Keith Richards die Leser an vielen Stationen seines bewegten Lebens teilhaben. Und da die Stones ein Zeitalter mitprägten, ist diese Biographie auch ein Stück Kultur- und Gesellschaftsgeschichte. Wer von Unterhaltungsliteratur spricht, nur weil James Fox die Erlebnisse, Ansichten und Gefühle von Keith Richards auf unterhaltsame Weise weitergeben kann, hat wohl einfach größere Freude an Faktenhuberei als ich. Wenn andere Leser die Biographie von Keith Richards authentisch finden, dann täuscht dies wahrscheinlich nicht. Denn jedenfalls begegnete ich in seinem Buch dem Menschen wieder, den ich in den 1980er-Jahren persönlich kennenlernen durfte, weil ich damals mit seiner Nichte zusammenwohnte. Als ich in Rom eine Einladung von Keith zum Essen mit der Begründung ablehnte, ich hätte keine Lust, in den Zoo zu gehen und Promis anzuschauen, meinte er, dieser "strange swiss guy" solle sofort ans Telefon kommen. Dann nannte er mich zum Glück einen Idioten und befahl mir, in einer Stunde auf der Matte zu stehen. Nicht länger Widerstand geleistet zu haben, bereute ich spätestens dann nicht mehr, als ich erlebte, wie Keith alles um sich herum vergessen kann, wenn die Musik von ihm Besitz ergreift. Und wie er sich auch unter widrigen Umständen um seine engsten Familienangehörigen und treuen Freunde kümmerte, beeindruckte mich tief. Jedenfalls würde ich jedem Menschen einen Freund wie Keith wünschen. Mein Fazit: Natürlich hatte ich beim Lesen eine besondere Optik, da ich das Glück hatte, Keith Richards persönlich kennenzulernen. Aber beim Schreiben dachte er so wenig an mich wie an seine Fans. Zusammen mit seinem Freund James Fox hat er einfach über 700 Seiten verfasst, auf denen er Geschichten erzählt, die von ihm und seinen Beziehungen, vom Songschreiben und der Musik, von damals und heute handeln. Und er lässt auch Menschen zu Worte kommen, die für ihn wichtig waren und sind. Was will man mehr? Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht du schreibst die Musik, sie schreibt dich.,
Von
Rezension bezieht sich auf: Life (Gebundene Ausgabe)
Keith Richards, Mick Jagger, die Rolling Stones - in "Life" ist dieses Stück Kulturgeschichte auf eine großartige Weise erzählt. Gleich am Anfang dieser Biographie wird der Hunger jener Leser gestillt, die es" schon immer gewusst haben: Dieser Typ - Keith Richards - ist ein Junkie! Oder war es zumindest einen Großteil seines Lebens. Und was für eines Lebens! Als Mick Jagger, Keith Richards und Brian Jones 1962 die Rollings Stones gründeten, waren sie bereits ziemlich fitte und unabhängige Entwickler eines Rock `n` Rolls, der wie ein Tsunami über den Planeten fegen sollte. Jahrzehntelang und mit seinen Ausläufern bis heute.Denn auch wenn Großväterchen Keith sich inzwischen etwas beruhigt hat und in seiner Bibliothek in Connecticut Geschichtsbücher verschlingt, sagt er: »Ich kann mich erst zur Ruhe setzen, wenn ich den Löffel abgebe.« Richards Freund und Wegbegleiter Tom Waits sagt: »Jeder liebt Musik. Die Frage ist, ob die Musik dich liebt - und das ist das Entscheidende. Und dieses Gefühl hatte ich bei Keith sofort. Man muss Respekt haben vor dem Prozess des Musizierens. Nicht du schreibst die Musik, sie schreibt dich." Das Buch ist wie Keith Richards Musik und seine Lieder. Temporeich und leidenschaftlich. "Life" ist mit über 700 Seiten eben nur ein bisschen dicker. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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