Ich zitiere die Rote Raupe!
Vom Rücksitz aus, nimmt man doch viel mehr von dem wahr, was um einen herum geschieht. So geht es auch Ralf Lübke. Für sein komplett in Eigenregie eingespieltes, drittes Monkeeman Album, hat er sich mal umgesehen in seiner Welt. Darum ist "Life in the backseat" recht persönlich geraten, voll mit sympathischen Geschichten, rund ums Scheitern in der modernen Gesellschaft.
Das allein macht noch kein tolles Album aus, dank der Britpopaffinität von Hr. Lübke jedoch, wird diese Scheibe zu einem energischen Genuss. Viel Beatpop, ne ganze Portion The Jam mit einer Prise allgegenwärtiger Orgelei und schon hat man diese leichtbekömmliche Powerpopscheibe für den Sommer. So manch Textwerk hingegen ist wohl noch während der Winterdepression entstanden. So drillt sich der unwiderstehliche Refrain von "Staring at the TV Screen" unweigerlich ins Gehör, während Lübke "1 - 2 - 3 - 4 - 5 How i hate my life.." sinniert. Wenig später trällert der Gesang "i know a girl" über welche man "Happiness is far away" zu berichten hat. Diese Gegensätze machen "Life in a backseat" gerade so unwiderstehlich, erinnern dabei an Niccokick und deren unterschätztes Meisterwerk "Awake from the dead my dear best friend". Das Jameske "Town of the lost", das deutlich an Oasis orientierte, sehnsüchtige "City lights" und der kratzbürstige Einstand "In it for the money" sind dabei nur einige, der vielen weiteren Ohrwurmgaranten.
Monkeeman spielen sich stilsicher in die Herzen und tanzenden Beine der Britpopanhängerschaft. Für Freunde oben genannter Bands sollte "Life in a backseat" daher ein Pflichtkauf sein. Die anderen werden diese CD auch zu hören bekommen, sei es auch nur auf dem Rücksitz eines Autos mit dem Ihr in den Sommer startet...