Ein Jahr vor Veröffentlichung von "Life In A Day" machten Kerr & Co noch unter einem anderen Band-Namen Punk-Rock. Davon ist auf dem Album aus dem Jahre 1978 zum Glück nicht mehr viel zu hören, allenfalls Charlie Burchills Gitarre erinnert hier und da noch daran. Der Titelsong "Lif In A Day" ist ausgesprochen mainstreamig geworden, zu mainstreamig, wie Jim Kerr für das ganze Album einmal befand, um dann die experimentelle Phase seiner Band einzuläuten. Dafür ist das Debut-Album um so eingängiger. Es scheint meist durchaus gelungen Roxy Music nachzueifern.
Bemerkenswert der siebeneinhalb Minuten lange Song "Pleasently Distrubed", das melancholisch daherkommt und im zweiten Drittel aber umschlägt, so daß es mit etwas Phantasie wie die spätere, auf "In The City Of Lights" zu findende Live-Version von "New Gold Dream" klingt. Auf ihrer "Street Fighting Years"-Tour Ende der 1980er Jahre in Großbritannien spielten SIMPLE MINDS "Pleasently Distrubed" sogar einmal Live, was so genial klang, daß man hoffen darf, daß sie auf Ihrer Tour 2002 anläßlich ihres 25jährigen Bestehens zeigen, was in den frühen 78er-Stücken tolles drin steckt.
Als Anspieltip empfohlen sei hier abschließend das letzte Lied auf "Life In A Day", mämlich "Murder Story". Hier rocken SIMPLE MINDS ab wie The Doors in ihren besten Tagen. Dennoch wäre es vermessen, dieses Frühwerk mit den Meisterwerken "New Gold Dream" oder "Street Fighting Years" auf eine Ebene zu stellen, schön ist es aber allemal.