Life Counts ist ein Buch und Projekt zugleich.
Das Buch bietet viel Hintergrundwissen über die Entstehung und Relevanz von Biodiversität auf unserer Welt. Es zeichnet mit seriös ermittelten Daten namhafter Wissenschaftler und Institutionen die Entwicklung und den derzeitigen Stand der Artenvielfalt auf. Damit bestätigen oder widerliegen die Autoren viele geläufige und häufig pauschale Urteile über den Trend unserer Naturbestände. Auf zahlreichen Tableaus setzen die Autoren immer wieder Zahlen in Verhältnisse, die zum einen überraschen, zum anderen zum Nachdenken anregen. Man erfährt, daß z.B. derzeit auf 5 Menschen ein Rind kommt, der durchschnittliche Amerikaner im Verlauf seines Lebens das Fleisch von 13 ausgewachsenen Rindern verzehrt, daß über 99% aller Rinder Haustiere sind.
Immer wieder wird einem bewußt, wie sehr der Mensch Einfluß auf die Bestände der Natur nimmt und wie er die Ressourcen der Natur für sich zu nutzen gelernt hat.
Es wird ebenso kritisch wie auch aufklärend zur Sprache gebracht, was der Mensch unternimmt, um die Ressourcen sowie die Artenvielfalt zu erhalten. Die landläufige Meinung, man tue diesbezüglich generell zu wenig wird weitgehend widersprochen. Auf sehr muntere Weise werden Projekte beschrieben und deren Ergebnisse mit Fakten belegt. Man klärt aber auch über die Probleme des Artenschutzes auf: So ist auf für uns Europäer die Angst von Kulturen vor bekannten Gefahren durch wachsende Raubtierpopulationen nachvollziehbar, die wieder aufleben,wenn diese unter Schutz gestellt werden.
Das Buch stärkt also auch das Bewußtsein, daß der Mensch die Natur längst nicht unter Kontrolle hat. Ob er dies jemals tun wird,wird bezweifelt: schließlich sind uns noch immer mehr Lebewesen unbekannt, als bekannt. Die Autoren beschreiben, wieviele Phänomene die Natur nach wie vor birgt, die unseren Horizont noch lange übersteigen werden.
Das Projekt Life Counts setzt sich dafür ein das Bewußtsein zu fördern, daß ALLES LEBEN ZÄHLT! Um dies zu erreichen wird für jedes in unseren Breiten verkaufte Buch eines in die Länder der "Hot Spots" verschenkt. Dieser Ansatz, der nicht genügend gelobt werden kann, hat mich veranlaßt diese detaillierte Rezension zu verfassen.
Wenn es gelingen soll unsere Biodiversität zu schützen, muß der Mensch mehr Bewußtsein über die Zusammenhänge des Lebens auf unserem Planeten entwickeln. Dieses Buch wird dem Anspruch gerecht das notwendige Bewußtsein hierfür zu fördern, weil es Fakten liefert, mit vorschnellen Urteilen aufräumt und weil es sehr verständlich und nachhaltig geschrieben ist. Das Projekt realisiert darüberhinaus Maßnahmen, die gut an den Anfang des 2.-ten Jahrtausends passen.