Aus der Amazon.de-Redaktion
Wie ist das eigentlich, wenn man morgens aufwacht, sich räkelt, um sich schaut und sich nur so denkt: "Uaaaaoooohhhh". Oder so. Dann kann man überlegen, woran das liegt, feststellen, dass die Bettdecke damit nichts zu tun hat, um dann irgendwann zu bemerken: Ich bin ja an beiden Füßen gefesselt. Und dann denkt man sich wohl: "Och nääää, nich' schon wieder..." -- das Ganze im nöligen, leicht quengeligen Ton vorgetragen, erzählt und gesungen, betont unprofessionell, geradezu hemdsärmelig und mit vielen Stimmwacklern und "ääähhs" vorgetragen.
Die Geschichten, die Johann Köhnich erzählt, bestechen durch eine naive Absurdität, durch lustige Erkenntnisse aus dem alltäglichen Leben (Kinder sind oft kleiner als andere Menschen und manchmal von einer erstaunlichen Naivität). Herr Köhnich selbst kommt aus Soest und ist ein Meister der leisen Töne, eben keiner, der mit deftiger Fäkaliensprache um sich schlägt und sich Aufmerksamkeit durch Lautstärke zu verschaffen versucht -- seine Seitenhiebe kommen scheinbar unscheinbar und sanft daher, denn eigentlich ist er ja ein ganz lieber, unbeholfener großer Junge.
Sein Programm heißt schlicht ...liest, singt und macht und außer Lesen und Machen singt er auch. Das sind Kleinodien der deutschen Liedkunst, musikalisch begleitet von Doktor Paul trägt er mit brüchiger Stimme bekannte Lieder mit bisher unbekannten Texten vor -- Texte, die er gerne zwischendurch vergisst und die sich nicht immer so wirklich reimen, aber... äh... na ja, man kann ja auch nicht immer alles richtig machen. --Anja Buchmann