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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gelungener Film, 11. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Liesl Karlstadt und Karl Valentin (DVD)
Ob die historischen Daten nun alle absolut korrekt verarbeitet sind, vermag ich nicht zu beurteilen. Für meine Begriffe aber hat der Regisseur in diesem Film Freude, Leid, Komödie, Drama, eigentlich alles eingefangen, was zu einem gelungenen Film gehört.
Sehr emotional und gut umgesetzt finde ich den Aufstieg, die Charakterdarstellung des K. Valentin und den Fall nach dem Krieg.
Ebenso die Darsteller, insbesondere des K. Valentin scheinen mir sehr gelungen, die magere Person passt ebenso in die Zeit, wie auch zu dem, was die Biographie überliefert.
Insgesamt sehr sehenswert, wie ich finde, die Schauspieler in dem Sinne sinnvoll gewählt, da noch relativ "unbefangen" und nicht durch alle möglichen Filme oder Serien zuvor gereicht.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Schade drum, 11. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Liesl Karlstadt und Karl Valentin (DVD)
Der renommierte TV-Regisseur Jo Baier ("Hölleisengretl", "Nicht alle waren Mörder", "Stauffenberg") hat viel Mühe darauf verwandt, detailreich das München der 10er bis 30er Jahre wiederauferstehen zu lassen: Dekors, Kostüme, Plakate und Interieurs - das alles wirkt äußerst authentisch, keine Frage. Weniger Sorgfalt ließ Baier bei den historischen Fakten und zeitlichen Abläufen walten. So wird Valentins und Karlstadts erste Begegnung mit dem Medium Film an einer Begegnung mit Regisseur Engels (schöne Charaktervignette: Axel Prahl) irgendwann in den 20er Jahren festgemacht. Valentin und Karlstadt standen jedoch zusammen bereits seit 1913 (u.a. in "Karl Valentins Hochzeit") vor einer Kamera. Die Dreharbeiten zu DER FIRMLING (1934) verortet er vor 1933 - einem Datum, zu dem dem Film im übrigen nicht mehr einfällt, als ein paar SA-Männer mit Hakenkreuzbinden durchs Bild laufen zu lassen. Das fügt sich jedoch ins Gesamtbild des Films, der oft zu dünn und allzu oberflächlich, nur auf schöne Dekors bedacht daherkommt. Das größte Problem allerdings ist die Besetzung des Karl Valentin. Während Hannah Herzsprung als Liesl überzeugt und ihrer Figur Leben einzuhauchen vermag, kann J. Herrschmann ausser einer entfernten physiognomischen Ähnlichkeit recht wenig in die Rolle einbringen, wirkt uninspiriert, bleibt schablonenhaft und hölzern. In den nachgespielten Sketchen "Firmling", "Orchesterprobe" und "Antennendraht" tritt dies ganz besonders schmerzlich, ja peinlich zutage, wenn die klassischen Sätze und Pointen in Karaoke-Manier heruntergebetet werden, ohne sich auch nur im Ansatz um Diktion und Ausdruck des genialen Komikers zu bemühen. Aber es gibt wohl hierfür keine bayerischen Charakterdarsteller mehr, wie Karl Obermayr oder Philipp Arp. Einen im kollektiven Bewusstsein so fest verankerten Komiker wie Valentin im Film adäquat zu verkörpern, ist gewiss eine äußerst schwer zu lösende Aufgabe. Auch der große Rod Steiger ist mit seiner Darstellung in "W.C.Fields and Me" (1976) grandios gescheitert. Nun, Valentin, Obermayr und Arp sind leider tot - und dieser Film ist es trotz aller schönen Optik auch: blutleer.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Empfehlenswert, aber nicht perfekt, 14. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Liesl Karlstadt und Karl Valentin (DVD)
4 Sterne stehen für einen guten Film mit schönen Bilder, gut ausgewählten Andeutungen. Ja, aber leider bleibt es oftmals bei Andeutungen, die es nicht schaffen, in die Tiefe zu gehen. Die Bilder berühren, aber erklären oft zu wenig die Umstände. Beispielhaft sei die Szene angeführt, wo Valentin quasi eine Nachfolgerin für Bett und Bühne gefunden hat (weiß ich aus der Biografie, aber nicht aus dem Film): man sieht ihn flirten, Karlstadt beobachtet es aus der Ferne, leidet, aber mehr wird nicht gezeigt. Wenn man die Geschichte nicht kennt, weiß man nicht, was das bedeutet. Ist das ein kurzes Intermezzo oder verweilt diese Frau länger im Leben des Künstlers. An anderen Stellen reichen kurze Andeutungen, wie zB am Ende des Films, wenn Karlstadt Valentins Frau beim Begräbnis ihr Beileid bekundet und diese als Antwort ihr dasselbe kundtut. Hier reicht das, an anderen Stellen leider nicht. Herzsprung ist genial lebendig und schafft es ein "plastisches Bild" zu erzeugen, auch die anderen Darsteller überzeugen, ein bisschen schwer tat ich mir mit dem Wechsel zu einer anderen Darstellerin der Karlstadt ab 40. Sie ist auch gut und überzeugend, allerdings hat sie wieder eine ganz andere Ausstrahlung und das könnte man als leichten "Bruch" empfinden.
FAZIT: ein guter solider Film, der durch fehlende Tiefe, oftmals ein wenig platt bleibt, was dem Betrachter fehlen könnte, aber die Bilder sind optisch schön gewählt und die Schaupieler verstehen allesamt zu überzeugen. Jeder Stern zu Recht also.
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