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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Melancholy sweet melancholy ..., 9. März 2009
In den Reihen der Trauerweiden My Dying Bride war es in den letzten Jahren etwas unruhig. So gibt es auf ihrem neuesten und zehnten Streich "For lies I sire" mit Lena Abé an Bass und Dan Mullins am Schlagzeug eine neue Rhythmusgruppe zu hören, und bedingt durch die Schwangerschaftspause von Sarah Stanton auch eine neue Dame namens Katie Stone am Keyboard. Letztere bringt auch die offensichtlichste Änderung mit sich: Die Rückkehr der Geige. Nach über einem Jahrzehnt gibt es dieses Instrument bei My Dying Bride wieder in echt zu hören, was sofort Erinnerungen an das große "The angel and the dark river" hervorruft. Besonders das zweite Lied "My body, a funeral" schlägt in diese Kerbe. Die dezent eingesetzte Doublebass treibt den düsteren und harten Song enorm voran, während sich die melancholische Geigenmelodie in die Gehörgänge frisst.
Dabei beginnt das Album noch recht zaghaft mit ein paar gezupften Gitarrenakkorden und der sanften Stimme von Aaron Stainthorpe. Doch bald stellt sich hier mit der Hilfe von getragenen Powerchords ein Gefühl von Finsternis und Hoffnungslosigkeit, welches sich von Anfang bis Ende durch "For lies I sire" zieht. Doch auch wenn Songs wie "Santuario di Sangue", der Titeltrack oder "Echoes from a hollow soul" unheilvoll klingen, schaffen es My Dying Bride doch immer wieder eher ein Gefühl dunkler Schönheit, anstatt purer Depression zu vermitteln. Eine Kunst welche die Band schon immer verstand und auf der CD wieder voll und ganz zu Tage tritt. Lediglich der melodische Powerdoomer "Bring me victory" bringt etwas Auflockerung.
Dabei standen My Dying Bride von der Attitüde her schon immer zwischen bedrückendem Doom Metal und erhabenem Gothic. Mit "A chapter in loathing" zeigen sie aber ganz deutlich wo die Wurzeln der Band liegen. Ein Death Metal-ähnliches Riff und keifender Gesang vermitteln ein garstiges und bösartiges Gefühl, welches ganz im Gegensatz zum Rest des eher getragenen Albums, auf dem Frontmann Aaron meist klar und gefühlvoll seine Texte ins Ohr des Hörers singt, steht. Aber auch das mit einem einfachen Bassriff beginnende und sich aufschaukelnde "Shadowhaunt" beinhaltet einen spannenden Wechsel zwischen seiner sanften Stimme und harschen Growls. Es zeigt sich welch positive Entwicklung er in den Jahren gemacht hat. Heute klingt er ergreifender wie eh und je. Man nehme nur das epische "Death triumphant", welches das Album würdig abschließt.
"For lies I sire" ist wieder eine sehr gute CD von My Dying Bride geworden, welche sich wunderbar in die Reihe der bisherigen Longplayer einfügt und die sämtliche über die Jahre gesammelten Trademarks in sich vereinigt. Allerdings ist sie kein leichtes Stück Musik und bedarf einer gewissen Eingewöhnungsphase bis sie richtig zündet und man sich deren betörender Schönheit bewusst wird. Ein echter Grower eben.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gewohnte Kost, 26. März 2009
Ich habe mir die "Special UK Guitar Edition" bestellt und diese gestern bekommen (daher auch die Rezension vor VÖ).
My Dying Bride haben auf diesem Album deutlich die Instrumentierung reduziert. Oft hört man nur eine einzelne cleane Gitarre oder ein Klavier. In Kombination mit dem meist sehr schleppenden Tempo ergibt dies eine wundervoll melancholische Stimmung. Der Gesang ist auch wieder größtenteils unverzerrt und fügt sich wunderbar in das Gesamtbild ein. Die nach langer Zeit mal wieder eingesetzte Geige ist nicht besonders Dominant und setzt nur einzelne Akzente (auf keinen Fall zu vergleichen mit z.B. "The Angel And The Dark River"). Wenn die Band musikalisch aus dieser Melancholie ausbricht, dann tut sie es auch richtig: so findet sich mit "A Chapter In Loathing" das erste mal ein Song mit Blast-Beat auf einem MDB-Album. Auch der gegrowlte Gesang ist hier richtig fies ...
Einen Punkt Abzug gibt es allerdings, da manchmal die Songs doch etwas ins Belanglose abzudriften drohen. Dies ist sicherlich auch eine Folge der beschriebenen musikalischen Reduktion. Hier wäre manchmal etwas mehr tatsächlich mehr gewesen ;-)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wie immer traurig und wunderschön zugleich!, 3. April 2009
Jedes neue My Dying Bride Album ist einzigartig, die Stimmung und Atmosphäre, die diese Band transportiert, lässt sich mit Worten gar nicht angemessen beschreiben. Es beschert mir immer wieder aufs Neue eine Gänsehaut, diesem vertonten Kampf gegen die absolute und finstere Hoffnungslosigkeit zu lauschen. Aaron's Gesang wird von Album zu Album schöner, klarer, leidender - einfach faszinierend, diese Entwicklung.
Die wieder auferstandene Violine fügt sich wunderbar in die Melodiebögen ein, ohne zu dominieren. Einfach schön, diesem anmutigen, mitunter leichten Spiel zu lauschen, schafft sie es doch zu vermitteln, dass nicht alles vergebens und hoffnungslos ist.
Als Fan der ersten Stunde freut mich, dass es endlich mal wieder ein härterer & schnellerer (für MDB-Verhältnisse) Song auf das neue Album geschafft hat - "A Chapter In Loathing" - hier packt Aaron auch mal wieder ein paar ordentliche Growls aus.
Und nun ein Glas Rotwein eingeschenkt und weiter Aaron & MDB gelauscht und dabei an einen schmerzlich vermissten und noch immer unendlich geliebten Menschen gedacht...!
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