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5.0 von 5 Sternen
Nachlass aus einer verstörenden Zeit, 12. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Lienekes Hefte (Gebundene Ausgabe)
Sie waren zu schön, um sie zu verbrennen« - aus diesem Grund hat ein holländisches Ehepaar die wunderbaren illustrierten Briefe eines jüdischen Vaters an seine 10-jährige Tochter aufbewahrt, obwohl es sich damit selbst in Lebensgefahr brachte. Nach mehr als 60 Jahren werden diese Briefe nun veröffentlicht - anrührende Dokumente des Widerstands.
Diese Schatulle ist ein Schatzkästchen und in ihm verbirgt sich ein Wunder. Ein Wunder weil die 9 kleinen Heftchen den Krieg überlebt haben. Wunderschön illustrierte Briefe eines Vaters an seine Tochter verschlüsselt, damit keiner die Botschaften und Neuigkeiten der Familie versteht die er seiner Tochter Lieneke zukommen lässt.
Lieneke ist sechs Jahre alt, als deutsche Truppen 1940 die Niederlande besetzen und die Judendeportationen beginnen. Die Familie beschließt unterzutauchen. Lieneke, die Jüngste von vier Geschwistern, kommt nacheinander bei verschiedenen Familien unter, die das Mädchen unter großer Gefahr für ihr eigenes Leben vor den Häschern der Nazis versteckt halten.
Auszug: "Vor unserer Abreise versammelte uns Mama alle um ihr Bett, das sie wegen ihrer Krankheit nicht mehr verlassen konnte. "Von heute an", hat sie zu uns gesagt, "können wir nicht mehr zusammen sein. Wir werden uns eine Zeitlang nicht sehen. Von heute an sind wir nicht mehr dieselbe Familie. Alles muss sich ändern. Ihr seid nicht mehr die, die ihr einmal wart. Ihr seid keine Juden mehr."
Der Vater, Tierarzt Jacob van der Hoeden, weiß natürlich das Lieneke ihre Familie vermisst und traurig ist, sich allein fühlt. Deshalb beschließt er eines Tages ihr Briefe zu schreiben, die sie aber am Ende des Tages abgeben muss, denn diese gefährlichen Dokumente müssen vernichtet werden. Briefe mit viel Humor und Zuversicht, von hoffnungsfrohen Dingen des Alltags, Liebe und Glauben eines Vaters inmitten einer so großen Tragödie. Wie schwer muss es ihm gefallen sein humorvoll zu klingen, wie gefährlich für den Boten diese Briefe zu übergeben, Lieneke selbst und ihrer neuen Familie? Aber wie unendlich wertvoll mussten sie für Lieneke gewesen sein und wie schmerzvoll der Verlust, als sie die Briefe ihren Adoptiveltern gab zur Vernichtung? Insgesamt neun Briefe in Form kleiner gebundener, schön illustrierter Heftchen hat der Vater seiner Tochter bis zur Befreiung der Niederlande heimlich zukommen lassen.
Insgesamt sind es 10 wundevoll handgebundene Heftchen aus sehr hochwertigem und stabilem Papier.
Die französische Schriftstellerin Agnès Desarthe hat die Heftchen in Israel entdeckt, wohin die Familie nach dem Krieg emigrierte, und erzählt in einem zehnten Heft die Geschichte, die sich dahinter verbirgt, aus dem Blickwinkel der kleinen Lieneke.
Ich persönlich bin etwas erschrocken über die Größe der Heftchen, aber das vergisst man ganz schnell sobald man die Schatulle geöffnet hat und ein nicht zu beschreibender Zauber aus diesen Heftchen erhebt.
Ein Nachlass aus einer Zeit die sich heute keiner mehr vorstellen kann, der bei mir einen Ehrenplatz im Bücherregal einnimmt.
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Ein Schatz, 2. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Lienekes Hefte (Gebundene Ausgabe)
Nach Erwähnung der Hefte im Spiegel gespannt bestellt, muss ich ihre Altersempfehlung revidieren. Für angemessen halte ich eine Altersempfehlung von 4-100 Jahre. Diese Hefte sind für mich wie ein großer Schatz. Dazu trägt sicher auch das ungewöhnliche Format und die wertige Ausführung bei. Ein Genuss.
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5.0 von 5 Sternen
Die Briefe eines Vaters an seine Tochter, 13. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Lienekes Hefte (Gebundene Ausgabe)
Was schreiben wenn Krieg ist? Wie der Tochter die Liebe vermitteln, wenn man getrennt ist? Wie diese Zeit des Wahnsinns und des Grauens überleben und doch Lebensfreude und Hoffnung signalisieren? Die Briefe eines Vaters an seine Tochter in der Zeit des zweiten Weltkriegs in Holland geben Aufschluss darüber und zeigen uns, dass Liebe und Hoffnung in LIENEKES HEFTE von Jacob van der Hoeden universell sind.
Alle neun kleinen Hefte sind Das Werk von Lienekes Vater, der seine Tochter verlasen musste, da die Deutschen in Holland einmarschierten. Lieneke war bei einer Pflegefamilie und alle hofften das sie nicht auffallen möge, denn sie ist eine Jüdin und ihr Vater war ebenfalls Jude und musste fliehen.
Lieneke erhielt über die Zeit viele sehr liebevolle Briefe von ihrem Vater und dieser versuchte die Zeit der Trennung für seine Tochter so stressfrei wie nur möglich zu machen.
Seine Briefe sind wunderschön ausgestaltet und sehr zu Herzen gehend, wenn man weiß was gerade im Hintergrund tobte. Der Krieg war überall, doch in den Briefen ist ein immerwährender Frühling spürbar.
Die ersten drei Hefte sind eine kleine Plauderei um Dies und Das im Leben von Lieneke und ihrem Vater, das nächste Heft enthält zwei Gedichte für Lieneke, Heft fünf enthält wieder eine Plauderei um das Thema Februar und Schneeglöckchen, Heft sechs ist ein kleiner Osterbrief und Heft sieben ein Frühlingsmärchen, acht ist ein Festtagsmärchen, denn am 24.05. kam Lieneke zur Welt. Im neunten und letzten Heft haben wir einen Bilderbrief vor uns, welcher aber im Grunde genommen wieder eine kleine Plauderei darstellt.
Am Ende finden wir noch ein zehntes Heftchen, dieses ist von Agnès Desarthe und stellt die Geschichte von Lienekes Briefen dar, übersetzt aus dem Französischen.
Wenn man die Briefe an Lieneke charakterisieren wollte, so könnte man ohne Umschweife sagen die Briefe sind Hoffnung und Liebe in reinster Form.
Sehr empfehlenswert!
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