Es bestätigt sich wieder einmal, dass das Label EMI zumeist für hervorregende Qualität steht. Schon die Namen Hendricks und Lupu als Schubertinterpreten lassen natürlich auf viel hoffen. Und das zu Recht: einige der interessantesten und schönsten Lieder des Frühromantikers, sind zum großen Teil auf höchstem Niveau auf der Einspielung zu finden. Als einziges wirkliches Manko erschienen mir manche Schnitte, die man gelegentlich wahrnimmt. Und das dummerweise gerade an dramatischen Stellen. Wie z.B. im Lied „Du bist die Ruh“, das sehr gut dargeboten ist, wo jedoch ein Schnitt im hinteren Teil beim genauen Hinhören kurzfristig einen Teil der aufgebauten Stimmung und Spannung beeinträchtigt. Aber hierbei handelt es sich um Details, die letztendlich nicht wirklich das Hörerlebnis schmälern.
Sehr interessant sind z.B. auch „Der Hirt auf dem Felsen“, mit Annette Meyer als Klarinettistin oder auch das späte Lied „Im Frühling“ anzuhören. Interpretationen, die sich unbedingt auf Höhe der herausragensten Einspielungen behaupten können. Sehr viel lebt dabei zum einen von der überaus schönen Stimme und der sehr „Lied-tauglichen“ Gestaltung von Barbara Hendricks, zum anderen ist es eindeutig, wie positiv sich Radu Lupus originellen Einfälle und sein hohes Musikverständnis auf das Zusammenspiel auswirken. Wie gut, dass es immer wieder derartige Zusammentreffen von hochrangigen Sängern und anderen Solisten mit bedeutenden Solopianisten gibt...