Nach den beiden vorangegangenen Weltklasse-Alben des Tenors und dem ebenso gelungenen Album mit Schubert-Liedern war ich natürlich mehr als gespannt auf die neue CD von Johannes Kalpers.
"Lieder für die Seele" ist ein sehr engagiertes, ambitioniertes weiteres Album und Johannes Kalpers ist einmal mehr Dem in sein Album gesetzten Anspruch mehr als gerecht geworden.
Wer nahe am Wasser gebaut ist oder wirklich gerade in einer tieferen Krise steckt,sei vor diesem sehr gefühlvollen Album allerdings auch gewarnt,oft gehen die einzelnen Lieder mehr als nur unter die Haut,was nicht allein schon an der wie immer einmaligen Stimme von Johannes Kalpers liegt.
Das es ihm ernst ist mit seinen Liedern und Dem,was er damit erreichen will,habe ich durch ein sehr persönliches Autogramm erst Recht erlebt.
Die Highlights dieses Albums sind u.a. "Hell klingt ein Lied" nach den "Vier Jahreszeiten" von A.Vivaldi,hier speziell Winter,das zwar weniger im Ohr liegt,jetzt aber sicher bekannt werden wird,Johannes Kalpers Interpretation des weltbekannten "Largo"/Ombra mai fü" aus Xerxes von Händel,hier als das wunderschöne "Vater und Herr2,das auch Nichtgläubige einfach beeindrucken muß und wird.
Weitere Highlights dieses Albums sind das schöne Duett "Zünd eine Kerze an", die Interpretation der bekannten Melodie ibn "Die letzte Rose" und "Ein Boot, das Sehnsucht heißt".
Weniger angetan war ich allerdings von "Santa Maria della Montagna"; der Titel will mir einfach nicht zum Rest passen.
Das liegt jedoch nicht an den gesanglichen Qualitäten von Johannes Kalpers.
Insgesamt erhält dieses Albums trotz Allem einen Stern weniger als die beiden Vorgänger.
Anhören lohnt sich aber in jedem Fall!
Für Johannes Kalpers gilt: Er ist neben Rene Kollo und Siegfried Jerusalem der derzeit beste aktive deutsche Tenor überhaupt.