Deutsche Volkslieder von Johannes Brahms und Lieder von Franz Schubert, von der Gitarre begleitet, hört man selten. Noch seltener überhaupt Lieder von Louis Spohr. Nein, das ist nicht gewöhnungsbedürftig, sondern einfach anders und neu. Wenn ein renommierter Tenor wie Christoph Prégardien, der viele dieser Lieder ja auch mit Klavierbegleitung einspielte, einen Partner an der Gitarre wählt, so hat er dafür gute Gründe. Neue Farbenspiele, neue Perspektiven, spannend und überraschend. Stimme und Gitarre -hier meisterlich gespielt von Tilmann Hoppstock- in vertrauter Nähe, fast so, als würde sich der Sänger selbst begleiten.
Stellvertretend sei hier das Lied "Nacht und Träume" von Franz Schubert genannt, das in seiner Intimität kaum zu übertreffen ist. Mir gefällt das so besser als mit Klavierbegleitung. Höchste Stimmkultur und großer Farbenreichtum eines der besten Tenöre unserer Zeit.
Christoph Prégardien ist gar in der Lage, im Schubert-Lied "Der Tod und das Mädchen" der Stimme des Todes warme Baritontöne zu verleihen, beruhigend und tröstend. Auf einem "Großen D" endend - und das klingt wahrhaftig sonor und edel!- könnte er so manchen Sarastro oder Osmin erblassen lassen. Schon alleine deswegen lohnt sich der Kauf dieser ungewöhnlichen Aufnahme.