Wer schon "Merci, Jury!" mit Vergnügen las, wird "Ein Lied kann eine Brücke sein" lieben! Jan Feddersen, wahrscheinlich Deutschlands größter Grand-Prix-Experte, hat voll zugeschlagen - mit detaillierten Schilderungen aller bisherigen ESC-Shows sowie der deutschen Vorentscheidungen, mit zahlreichen Statistiken, Interviews, Analysen, Geschichten, Rezepten (zu jedem Teilnehmerland ein Snack und ein Cocktail!) für stilvolle Grand-Prix-Partys, z.T. herrlich schrägen Abbildungen und noch so einigen Bonbons ... Ein ganz und gar erstaunliches Buch, an dem auch das Layout besticht!
Was die Lektüre zu einem Riesenspaß macht, ist vor allem die Art des Autors, einzelne Auftritte und auch ganze Veranstaltungen eloquent zu kommentieren - er verteilt so einige Spitzen, die jedoch nie unter die Gürtellinie zielen; ihm gelingt eine verbale Gratwanderung, der man einfach Bewunderung zollen muss.
Zur besonderen Klasse des Werkes trägt außerdem bei, dass Jan Feddersen sich keinerlei Autoreneitelkeit gestattet; die penetrante Selbstdarstellung, die gerade Verfasser von Sachbüchern leider so oft betreiben, ist seine Sache nicht. Hingegen widersteht er konsequent der Versuchung, auf persönliche ESC-Erfahrungen und Fachkenntnisse hinzuweisen.
Man braucht kein Grand-Prix-Fan zu sein, um sich für dieses Buch zu begeistern. Seine Wirkung ist so vielschichtig wie die der Fernsehserie "Star Trek": den unterschiedlichsten Lesern wird es aus den unterschiedlichsten Gründen gefallen. Fans können bei der Lektüre schwelgen; wer sich einfach nur informieren will, kann dieses Buch als verlässliches Nachschlagewerk nutzen; wer den ESC hasst, wird sich durch die Schilderungen vieler Absurditäten und Ungerechtigkeiten bestätigt fühlen; und wer sich für die Thematik eigentlich gar nicht interessiert, kann sich zumindest über die geistreichen und witzigen Formulierungen amüsieren ... Vielleicht kommen aber auch einige beim Lesen erst auf den Geschmack und wollen den nächsten Grand Prix auf keinen Fall verpassen ... Fazit: Dieses einzigartige Werk ist wirklich JEDEM zu empfehlen! Und von welchem Buch kann man das schon behaupten ... Entsprechend sei hier abschließend Joy Fleming, die auf Seite 6 einen Essay beiträgt, zitiert:
Merci Jan!