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Kundenrezensionen

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VINE-PRODUKTTESTERam 14. April 2013
"Fictions are lies that tell the truth." Dieser Satz fiel in einem literarischen Interview zwischen Salman Rushdie und einem Literaturwissenschaftler - und selten war er so wahr wie hier. Denn obwohl dieses Buch die fiktionale Lebensgeschichte einer mutigen jungen Frau erzählt, atmet es Wahrheit auf jeder Seite. Die Wahrheit, wie es sein konnte, dass der Nationalsozialismus ein ganzes Volk vergiftete. Die Wahrheit, dass es sich lohnt, für seine Träume zu kämpfen. Und die Wahrheit, dass Liebe letztlich das Einzige ist, was dem Leben Sinn gibt.

Inhaltlich möchte ich das Buch gar nicht weiter zerreden. Denn diese Geschichte verdient es, selber "erlesen" zu werden. Nur grob so viel: Das Buch spielt während der Jahre 1929 bis ca. 1935 in Deutschland, zur Zeit der Machtergreifung also. Es geht um die Pfarrerstochter Luise Anding, die ihren Lebenstraum vom Fliegen verwirklichen möchte - und die sich am Ende vor eine fürchterliche Entscheidung gestellt sieht...

So vieles hat mich an diesem Buch berührt, und im Innersten getroffen, dass ich es beinahe nicht aufzählen kann. Da ist einerseits die wirklich großartig getroffene Atmosphäre in einer eher verbohrten, fränkischen Kleinstadt. Die engstirnige Mentalität, die Bigotterie, die Mitläufer. Und mittendrin der unkonventionelle Pfarrer mit seiner Familie.

Die Sprache ist durchgehend auf sehr hohem Niveau - obwohl die Sätze oft nicht einmal kompliziert oder verschachtelt sind. Doch erstens hat der Autor eine wunderbare Balance gefunden zwischen Lesbarkeit, und der damaligen Zeit angemessener Ausdrucksweise. Und zweitens ist das Buch voll von atmosphärisch wunderschönen Passagen. Düfte, die aus Küchen wehen. Sommertage, die des Lesers Nase umspielen. Und natürlich die Freiheit und Sehnsucht, die beim Fliegen mitschwingen...

Das Buch ist eine wirklich perfekt gelungene Mischung. Einerseits die Lebensgeschichte von Luise, andererseits eine fast sozialwissenschaftliche Analyse einer dunklen Zeit in Deutschland. Beides wirkt lebendig, beides wirkt organisch miteinander verbunden. Hinzu kommt die Tatsache, dass wirklich jede Figur im Buch, bis hin zum kleinsten Nebencharakter, "echt" wirkt und vom Autor mit Liebe gestaltet wurde.

Selten habe ich ein Buch gelesen, das so lange in mir nachhallt. Für mich steht es mindestens auf demselben Niveau wie "Jakob, der Lügner", was bei mir schon etwas heißen will. Ich empfehle es unbedingt jedem, der sowohl eine packende Geschichte sucht, als auch sich über die damalige Zeit informieren will. Fünf Sterne sind eigentlich zu wenig.
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am 12. März 2013
Vielleicht das schönste, sicherlich das traurigste Buch von Ewald Arenz bisher. Mit der Pfarrerstochter Luise Anding hat er eine Hauptfigur erschaffen, mit der man sich identifizieren kann, die Wut, Trauer und Glück durchlebt, die nicht perfekt ist und, obwohl sie den Nationalsozialismus ablehnt, ganz menschlich in erster Linie leben und glücklich sein will. Ein bisschen erinnert sie darin an Erich Kästners "Fabian", vielleicht, weil beide Romane in der selben Zeit spielen und weil Arenz' Stil auch irgendwo zwischen Romantik und Sachlichkeit liegt. Anders als Kästners "Moralist" Fabian findet Luise aber am Ende die Kraft und Entschlossenheit zu handeln, als es nötig ist.
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am 1. August 2014
„Du wirst sehen, Tochter…du wirst sehen. Wenn es wirklich mal nötig ist, wirst du auch wissen, was richtig ist.“

Luises Vater weiß, was er zu tun hat. Und was er nicht zulassen darf. Dazu gehört beispielsweise, sich für Nazi-Propaganda einspannen zu lassen. Eine Haltung, die Mitte der 30er Jahre in Deutschland ausgesprochen gefährlich ist. Aber seine Lebenseinstellung verlangt nach „Freiheit der Rede, Freiheit des Glaubens und Freiheit des Herzens“ – danach lebt er, auch wenn er sich damit Feinde macht. Schon Jahre zuvor, noch vor 1933, hat er mit seiner liberalen Haltung nicht wenige brave Bürger seiner Gemeinde in einer bayrischen Kleinstadt vor den Kopf gestoßen. Seiner Tochter Luise jedoch kam diese Haltung zugute. Seit frühester Kindheit hatte sie nur einen Wunsch: Sie wollte fliegen!

„Wenn man in den Himmel sah, dann wusste man doch: Er war so weit und so offen und vor allem so unendlich wie nichts anderes auf der ganzen Welt. Und weil Luise sich nach der Unendlichkeit sehnte, so sehr, dass es manchmal wehtat, wollte sie fliegen, seit sie das erste Flugzeug gesehen hatte.“

Ihre ganz persönliche Freiheit sollte über den Wolken stattfinden und Luises Vater ermöglicht ihr diesen Traum. Ein paar glückliche und unbeschwerte Jahre als gefeierte Kunstfliegerin liegen vor ihr, doch die politische Lage ändert sich und Luise muss in ihr Heimatstädtchen zurückkehren. Anfänglich ist sie nur traurig, weil sie nun nicht mehr fliegen kann, doch dann wird sie mit der harten Realität „auf dem Boden“ konfrontiert, die darin besteht, dass ihrem Vater ob seiner Haltung mit dem KZ gedroht wird und ihr bester Freund Georg als Kommunist im Widerstand agiert…

Ein großartiges Buch über einige großartige Menschen! Toll geschrieben, ich fühlte mich zu jeder Zeit mitten im Geschehen! Das Buch ist in zwei Teile gegliedert, wobei der erste Teil in den Jahren vor 1933 spielt und die Realisierung von Luises großem Traum zum Thema hat. Das alleine war schon toll zu lesen: Mit welchem Enthusiasmus und mit wie viel Einsatz sie sich in dieser von Männern beherrschten Domäne behauptete, oder wie sie in nächtlicher Schufterei gemeinsam mit ihrem Freund Georg an einem Flugzeug baute.

Der zweite Teil behandelt dann die Zeit ab 1935, als sie gezwungenermaßen ins Haus des Vaters zurückkehren muss. Ab da stieg die Spannung unaufhörlich an. Während der letzten 100 Seiten hatte ich eigentlich ziemlichen Durst, konnte mich aber nicht überwinden, meine Lektüre auch nur für ein paar Minuten zu unterbrechen. Es war völlig klar, dass dies alles nicht gut ausgehen könnte, dass alles auf ein schlimmes Ende zusteuern würde. Aber wie genau würde dies aussehen? Und sollte wirklich nur die böse Seite siegen?

Am Ende wird Luise wieder fliegen. Und sie wird wissen, was richtig ist.
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am 18. April 2013
Wie weit geht man, um die Freiheit des Denkens zu verteidigen? Was genau bedeutet Freiheit? Das zu tun, was man möchte – egal, ob Mann oder Frau – oder kann man wahre Freiheit nicht erlangen, sondern nur fühlen, in sich tragen, leben?

Fragen über Fragen, die sich erst auftürmten um dann langsam aber sicher abgetragen zu werden. Gestellt haben sie sich mir während der Lektüre eines einzigartigen Buches, dessen Titel melodiös klingt und Poetisches verheißt: Ein Lied über Stadt.

Im Zentrum der Geschichte um Freiheit, Mut, Wahrhaftigkeit und Liebe steht Luise. Ihr wird die fränkische Kleinstadt in der sie 1929 als Pfarrerstochter lebt langsam zu eng. Gründe dafür gibt es viele: ihre Jugend und der damit verbundene Drang in die Welt hinaus zu gehen, ihr Wunsch fliegen zu lernen aber auch die kleinbürgerlichen Verhältnisse und das Erstarken der NSDAP, die es Menschen vom Schlag ihres Vaters bereits jetzt schwer machen. Freidenker wie er werden schief angeschaut, man hat Angst vor der Freiheit, die sie so einfach leben. Obwohl es Menschen gibt, mit denen Luise eng verbunden ist, geht sie nach München, um dort zu studieren und … fliegen zu lernen.

Als sie 6 Jahre später zurückkommt, hat sich alles verändert. Die Enge ist noch bedrückender geworden. Aber es gibt auch schöne Seiten: eine wieder aufgenommene Freundschaft, die Familie und die so vertraute Landschaft der Kindheit. Und doch steht über allem immer die Frage nach Freiheit und Wahrhaftigkeit.

Es ist erstaunlich, mit welch kleinen Andeutungen Ewald Arenz es vermag, die bedrückende Atmosphäre der NS-Diktatur fühlbar zu machen. Es reichen kurze Sentenzen, alltägliche Situationen, um den furchtbaren Druck von Angst zu spüren. Angst davor, dass einer der Liebsten etwas Unbedachtes tun oder sagen könnte und dafür abgeholt wird. Unterschwellig, perfide und deshalb so verdammt wirksam erscheint das System – und spätestens hier wird klar, warum es kommen musste, wie es kam.

Wer den Autor Ewald Arenz bereits kennt, weiß dass man sich auf ihn verlassen kann, was poetischen Sprachstil, wunderbare Figuren und schöne Geschichten angeht. Aber dieses Mal ist etwas anders – denn Ewald Arenz gibt uns Lesern nicht das, was wir uns vielleicht wünschen. Dieses Mal gibt er uns viel mehr: Eine in der ihm eigenen, wunderbar poetischen Sprache erzählte wahrhaftige Geschichte, deren Ende erschreckend und plötzlich kommt. Die Hoffnung, es könne anders kommen, als es dann muss nimmt er uns, denn es geht einfach nicht anders. Es gibt keine Perspektive, keine Möglichkeit.

Es gibt nur eines : Das Richtige zu tun. Und jeder, der sich auch nur einmal in seinem Leben die Frage gestellt hat, wie hätte ich gehandelt damals, wird Luise für ihre Entschlossenheit bewundern und gleichzeitig bedauern, dass es keine Alternative geben kann.

Gerade deshalb, weil Ewald Arenz nicht den schönen, sondern den richtigen Weg für Luise gewählt hat, ist dieses Buch so großartig. Eines, das mich immer begleiten wird, das nachhallt und den Wunsch weckt, ein ebenso wahrhafter Mensch sein zu können, wenn es nötig wird.
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am 9. Januar 2015
„Die Tiere auf der Wiese waren frei. Die Vögel waren frei. Nur ihre Welt, die dazwischen lag, wurde jeden Tag enger.“ (Seite 176)

1929: Die 18jährige Pfarrerstochter Luise träumt vom Fliegen. Denn das bedeutet für sie die Freiheit an sich. Gemeinsam mit ihrem Kameraden Georg baut sie nachts heimlich an einem Flugzeug. Tagsüber kämpft sie in ihrer engstirnigen fränkischen Kleinstadt für Gerechtigkeit. Auch wenn sie sich anfänglich sträubt, nimmt sie nach ihrem Schulabschluss ihr Lehramtsstudium in München auf.

„Weil im Käfig die Freiheit größer war als draußen“, kehrt sie 1935 in die Heimat zurück. Damals sollen Professoren zu ihren Studentinnen gesagt haben: „Die Verweigerung der Mutterschaft ist völkische Fahnenflucht“. Frauen sollten „zurück an den Herd“, Lehrerinnen wurden entlassen, Ärztinnen durften keine Praxen eröffnen und Bücher wurden verbrannt. Luise bekam keine Gelegenheit mehr, ihrem Hobby, dem Fliegen, zu frönen.

„Luise dachte, dass diese ganze neue Zeit wie ein Fasching war, in dem die Diener auf einmal Herren sein durften. Nur hörte der Fasching nie auf.“ (Seite 167)

Der mit mehreren Förderpreisen ausgezeichnete Ewald Arenz scheint Kopfbedeckungen zu lieben. Zumindest finden sich im Netz mehr Bilder mit Hut oder Mütze als ohne. Vielleicht hat der 1965 in Nürnberg geborene Schriftsteller deshalb auch so liebevoll über Luises Fliegermütze geschrieben? Auf jeden Fall muss er für dieses eindrückliche Zeitdokument akribisch recherchiert haben. Als Sohn eines evangelischen Landpfarrers hat der Geschichtslehrer an einem Nürnberger Gymnasium wahrscheinlich auch ein paar eigene Erfahrungen in diesen Roman einfließen lassen – obwohl sein Buch in der nicht selbst erlebten Vergangenheit spielt.

Mir hat er jedenfalls spannende Lesestunden geschenkt. Je weiter ich in diese Materie vordrang, desto schwerer fiel es mir, das Buch auf die Seite zu legen. Fazit: Eindeutige Leseempfehlung.
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TOP 500 REZENSENTam 14. April 2013
Inhalt:
Ein Städtchen in Franken, 1929: die Pfarrerstochter Luise lebt mit ihrem Vater, ihrem Bruder Paul und ihrer Schwägerin Luana im Pfarrhaus. Nachts schleicht sie sich aus ihrem Zimmer, trifft sich mit ihrem guten Freund Georg und baut mit ihm ein Flugzeug. Luise träumt schon lange vom Fliegen, und als sie eines Tages auf einer Flugschau in Würzburg den Piloten Arthur Greben kennenlernt und mit ihm ihren ersten Flug erlebt, scheint der Traum von der eigenen Pilotenkarriere zum Greifen nahe.

Sechs Jahre später kehrt Luise aus München zurück, wo sie studiert und wo sie fliegen gelernt hat. Doch das Leben in ihrer Heimat (und im gesamten Reich) hat sich drastisch verändert. Nach Hitlers Machtergreifung ist nichts mehr so, wie es war.

Mein Eindruck:
Ich habe bereits zwei andere Romane von Ewald Arenz gelesen, 'Ein Lied über der Stadt' hat mir dabei am besten gefallen: der Roman besticht durch eine anspruchsvolle Sprache, sehr lebendige Beschreibungen, komplexe und glaubwürdige Protagonisten.

Ich selbst habe eine leichte Flugangst, aber beim Lesen konnte mich die Leidenschaft und Begeisterung Luises für das Fliegen so sehr mitreißen, dass ich mich am liebsten sofort in ein wackeliges, selbst gebautes Flugzeug gesetzt hätte. Ewald Arenz gelingt hier eine so bestechend schöne Beschreibung von Luises Gefühlen, ihren Hoffnungen und Träumen, dass man nicht anders kann, als sich der Geschichte ganz hinzugeben.

Nach der Hälfte des Romans verliert die Geschichte durch ihre direkten Bezüge zum Nationalsozialismus ihre Leichtigkeit und wird (obwohl ich es nicht für möglich gehalten habe) im Verlauf noch besser. Ewald Arenz hat die Stimmung im Nazi-Deutschland perfekt eingefangen, die Angst, die Anspannung, die Unsicherheit und die Bedrohung lassen sich regelrecht spüren.

Mein Resümee:
'Ein Lied über der Stadt' ist eines meiner Lesehighlights 2013. Sehr empfehlenswert!
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Der grosse Traum vom Fliegen

Wir schreiben das Jahr 1929. Luise, Pfarrerstochter und wohnhaft in einer fränkischen Kleinstadt, hat nur einen Traum. Sie will fliegen. Sie will nicht nur fliegen, sie will Fliegerin - Pilotin - werden. Doch für eine junge Frau ist das zu der Zeit ein sehr hoch gestecktes Ziel. doch Luise hat Glück. Ihr Bruder schenkt ihr die Eintrittskarte zu einer Flugschau. So lernt sie einen bekannten Flieger und SA-Mann kennen und verlobt sich sogar später mit ihm. Georg, ihr langjähriger Freund, ist zutiefst verletzt und in einem Wutanfall zerstört er das klene Flugzeug, dass er zusammen mit Luise heimlich gebaut hat.
Durch Luises Verlobten wird ihr das Fliegen erst möglich gemacht. Sie zieht nach München, lernt Fliegen und studiert zudem auch noch. Luise wird Kunstfliegerin, doch die Zeiten ändern sich. Die Nazis kommen an die Macht. Frauen haben nicht mehr berufstätig zu sein. Frauen sollen Kinder fürs Vaterland gebären und aufziehen. Frauen haben Zuhause zu sein und am Herd zu stehen. Luise kommt mit der politischen Gesinnung ihres Verlobten nicht zurecht, trennt sich von ihm und kehrt zurück nach Hause ins Haus ihres Vaters.
Der Vater wird von der Gestapo bedroht, weil er von der Kanzel herunter seine Meinung sagt. Die politische Lage spitzt sich immer mehr zu. Unwichtige, nichtssagende und dumme Menschen geraten auf einmal an die Macht und wissen diese auszuspielen. Luises Vater wird festgenommen und ins KZ nach Dachau gebracht. Als gebrochener Mann kehrt er nach Wochen zurück nach Hause. Anfangs kann er nicht über seine Zeit im KZ sprechen, er darf es auch nicht.
Trotz all dieser schlimmen Zeiten finden Luise und Georg endlich wieder zueinander. Während Georg sechs Jahre auf sie gewartet hat, verliebt sich Luise erst jetzt so richtig in ihren Jugendfreund. Heimlich hat Georg das damals zerstörte Flugzeug wieder instand gesetzt. Es funktioniert. Luise kann endlich wieder fliegen und sie bringt auch Georg das Fliegen bei. Beide geniesssen sie die Freiheit über den Wolken. Doch die Schlinge der Nazis zieht sich immer fester zu und Luise trifft eine folgenschwere Entscheidung.

"Ein Lied über der Stadt" ist ein Roman, den ich nicht vergessen werde. Der Autor Ewald Arenz versteht es, mit den Gefühlen seiner Leser zu spielen. Der grosse Freiheitsdrang Luises, der starke Willen unbedingt das Fliegen zu erlernen. Man fiebert mit ihr mit, man spürt die Freiheit, die sie über den Wolken verspürt. Man fühlt die Leichtigkeit, die Liebe, den Frohsinn und dann wieder die Angst entdeckt zu werden. Die Angst vor den Nazis. Angst, Unwohlsein, Trauer. Beim Lesen hat man oft das Gefühl die Personen zu kennen, so lebhaft sind sie beschrieben. Soll man sich den Nazis widersetzen, obwohl man weiss, was das für Folgen haben kann? Die Stimmungsschwankungen sind spürbar, die Handlung des Romans unvergesslich.
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am 6. April 2013
Mit dem Buch "Ein Lied über der Stadt" ist Ewald Arenz aus meiner Sicht ein absoluter Beststeller gelungen. Die Geschichte versetzt uns in Jahr 1929 zurück. Die Pfarrerstochter Luise Anding, hat immer schon den Wunsch fliegen zu können. Zur damaligen Zeit war es für Mädchen nicht einfach Fliegerin zu werden, doch Luise schafft es, sich ihren Traum zu erfüllen gegen alle Widerstände.
Sie verlässt ihre kleine Heimatstadt und geht zum Studium nach München. Zu dieser Zeit wird sie auch Kunstfliegerin. Doch Jahre später der Umbruch. Sie muß ihren Beruf und die Fliegerei aufgeben und nach Hause zurückkehren. Die Gestapo bedroht ihren Vater. Plötzlich ist nichts mehr so, wie es einmal war. Die politische Lage spitzt sich zu und ihre Familie gerät in immer größere Gefahr. Doch eines Tages muß Luise eine Entscheidung treffen und ihr fliegerisches Können wird auf die Probe gestellt.

Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an begeistert, in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen.Das Ganze ist mit so viel Gefühl erzählt. Man spürt die Liebe, die Wut und die Verzweiflung der Menschen. Der Schreibstil gefällt mir super. Die Protagonisten sind dermaßen lebendig geschildert, ich sah sie direkt vor mir. Man wird in die Geschichte integriert und fühlt sich in die Zeit um 1929 zurückversetzt. Die vergangene Geschichte wird einem lebendig vor Auge geführt.

Das Cover passt hervorragend zum Buch. Auf dem Flugzeug steht Luise und lebt ihren Traum. Ein Buch, das mich sehr berührt hat, einen nachdenklich macht und das ich nur bestens weiterempfehlen kann.
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am 12. April 2013
Luise ist eine junge Frau kurz vor dem Abitur, die bei ihrem toleranten, alleinerziehenden Vater aufwächst. Der ist Pfarrer, Freidenker und unerschütterlich in seinem Glauben.

Luise hat seit frühster Kindheit den Traum vom Fliegen. Sie passt auch nicht in das konventionelle Bild der Frau zu dieser Zeit. Ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn bringt sie immer wieder in kritische Situationen. Gegen die Widerstände in ihrem Umfeld verwirklicht sie ihr Ziel in München und wird Pilotin.

Nun sind die Nazis an der Macht,und von den Frauen wird erwartet das sie Kinder bekommen und die Arbeitsplätze für die Männer frei machen. Auch das Fliegen ist jetzt wieder reine Männersache.

Luise kehrt in das Haus ihres Vaters zurück. Sie merkt das sich die Zeit verändert hat und das es Menschen in dem Ort gibt, die nicht linientreue Nachbarn, Kollegen usw. denunzieren. Der Vater kommt in eine kritische Situation, und sie lehnt sich gegen die Machenschaften des verhaßten Regime auf.

Ich habe mich auch gleich in die damalige Zeit versetzen können. Die Handlung ist spannend. Ewald Arenz hat die Themen dieser Zeit angesprochen, und einen Roman geschrieben den ich nicht aus der Hand legen mochte.
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am 1. Februar 2014
Fliegergeschichten sind eigentlich immer interessant und ich liebe sie seit Exupéry. „Ein Lied über der Stadt“ verspricht eine solche, denn die evangelische Pastorentochter Luise will fliegen und sie lernt es auch, geht nach München zum Studium und verlobt sich mit dem SA-Piloten Greben, d.h. der Autor beginnt seinen Roman in den allerersten Anfängen des Nationalsozialismus und lässt die Neue Zeit heranreifen mit all ihren Komplikationen und deren Ungeheuerlichkeiten.

Was hätte das für ein Wurf sein können, wenn der Autor nicht ... ja, was hat er denn? Mit der Luise eine Figur geschaffen, die mich mit ihrer Kindlichkeit an Magda Trotts Pucki erinnert!!! Man nehme ein bisschen schwülstige Naivität, die Heimatverbundenheit Ganghofers, eine Spur Heroismus, rühre einmal um und voilà, es entsteht eine Heldengeschichte, die in ihrer Oberflächlichkeit echt, echt peinlich ist!

Puh! Wäre der Autor doch ein bisschen tiefer eingestiegen! Wie bei einem Kinderbuch wird der Konflikt des Vaters mit dem bigotten Glauben des Mesner geschildert. Arenz Figuren sind überkonstruiert, nicht authentisch – und völlig unglaubwürdig. Niemals würde ein Pfarrer jemanden öffentlich vorführen, das verstößt sowohl gegen die Ethik und die Seelsorge, also gegen das Amt des Hirten, als auch gegen die Psychologie und den gesunden Menschenverstand: so bringt man einen Menschen gegen sich auf und nicht zur Vernunft, was vom Autor ja gewollt war, aber echt: Lachkrampf!

Dieser Roman hat natürlich das Pech, dass ich ihn direkt nach Christian Haller, dem Meister der Erzählkunst in die Hände bekam und dann auch noch neben Terézia Moras „Das Ungeheuer“ her lese. Einmal wortgewaltige Nüchternheit, einmal Klischee pur, einmal Ausformung von Charakteren bis in die Fingerspitzen, einmal Plaste und Aufblaspuppe. Zwei Arten zu Schreiben, die man eigentlich nicht vergleichen kann.

Im zweiten Teil, als die Fliegerin ins Forsthaus nach Hause kehrt , Verzeihung ins Pfarrhaus natürlich, gescheitert oder geläutert, wie man will, wird es etwas besser, wenn sich das Pfarrhaus stärker mit dem Nationalsozialismus konfrontiert sieht und entsprechend bedrängt wird: aber nicht sehr! Die Schwarzweissmalerei des Autors, die Guten sind gut (aussschliesslich) und die Bösen sind böse (auch ausschliesslich), dazu lächerlich, aber leider am Drücker, am längeren Hebel, warum denn nur und was für ein Pech aber auch! verhindert eine lebensechte Auseinandersetzung des Lesers mit diesem bleiernen Teil deutscher Geschichte, es gibt nur Stereotypen wie man sie bestenfalls im Kinderbuch verwendet, um gut und böse zu erklären. Keine einzige Figur ist facettenreich und mehrschichtig.

Die Sprache des Autors ist, das muss ich ihm lassen, grammatikalisch völlig in Ordnung (wenigstens!), obwohl ich angesichts seines Hangs zu Phrasen und der Ganghofermanier manchmal schaudere. In Arenz Fall ist es die Plumpheit, mit der er sein Thema anpackt, die diesen Roman als Trivialliteratur abstempelt.

Fazit: „Ein Lied über der Stadt“ ist ein naiver Hausfrauenroman mit Heimatcharakter, der einen Schmökernachmittag garantiert, wenn einem so was liegt, aber mir hat es nicht gefallen. Zeitverschwendung.
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