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Liebst du mich auch?: Die Gefühlswelt bei Mensch und Hund Gebundene Ausgabe – 11. April 2008


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Kynos; Auflage: 2 (11. April 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3938071370
  • ISBN-13: 978-3938071373
  • Größe und/oder Gewicht: 17,9 x 3 x 24,1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (65 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 31.313 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Mehr über den Autor

Patricia B. McConnell ist bekannt als Tierverhaltenstherapeutin und Hundetrainerin. Ihren ersten Anlauf an der Uni brach sie ab, da sie früh heiratete. Nach einer Dekade des Jobbens schrieb sie sich mit 30 Jahren an der University of Wisconsin ein und studierte Tierverhalten, bis sie 1988 ihren Doktortitel erwarb. Fortan setzte sie die Theorie in die Praxis um: Sie gründete ihre Firma "Dog's Best Friend" in Wisconsin, die auf das Trainieren von Familienhunden und die Behandlung aggressiver Hunde spezialisiert ist. Seither expandierte das Unternehmen stetig. Ihre zahlreichen Erziehungsratgeber gibt Patricia B. McConnell in dem nach ihr benannten Verlag heraus. Sie lebt mit zwei Hunden, einer Katze und einer Schafherde im südlichen Wisconsin.

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Patricia McConnell, Ph.D. ist außerordentliche Professorin für Zoologie an der Universität von Wisconsin-Madison (USA), zertifizierte Tierverhaltenstherapeutin und lebt mit ihren Hunden und Schafen auf einer Farm in Wisconsin. Ihr Buch Das andere Ende der Leine wurde zu einem der erfolgreichsten Hundebücher der letzten Jahre.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Kapitel 1 Gefühle

MIT IHREN AUGEN BETRACHTET
Im November 2003 wurde Tammy Ogles Kopf von dem Auto überrollt, mit dem sie unterwegs war. Sie fuhr eine Landstraße entlang, als ihre drei Labradors hinten herumzuspringen begannen und den Geländewagen so zum Schlingern und Drehen brachten, dass sie aus dem Fenster und unter die Räder ihres eigenen Wagens geschleudert wurde. Als sich der Staub verzogen hatte, lag sie bewusstlos mit zehn gebrochenen Rippen und schweren Kopfverletzungen da. Tammys drei Labradore, Double, Lily und Golly, blieben von ernsthaften Verletzungen verschont und krabbelten aus dem Auto. (Tammy sagte mir, dass sie die Hunde normalerweise nur in der Box im Auto mitnahm und selbst keine Ahnung hatte, warum sie sich an diesem Morgen entschieden hatte, sie frei im Auto mitfahren zu lassen.) Double, ein hübscher dreijähriger Rüde, blieb bei Tammy, während Lily und Golly eine halbe Meile weit bis zum nächsten Haus liefen, wo sie so lange an der Tür bellten und kratzten, bis jemand herauskam. Golly packte den Hausbesitzer am Ärmel und zog ihn bis zur Straße, von wo aus er Tammys umgekipptes Auto sehen konnte.

Wenn Sie gerne in eine Debatte geraten möchten, dann fragen Sie verschiedene Menschen, ob sie glauben, dass Tammys Hunde ihrer Besitzerin bewusst das Leben gerettet hätten. Einige werden sagen: »Na klar haben sie das. Es ist absolut vernünftig, anzunehmen, dass (1) die Hunde erkannten, dass Tammy schwer verletzt war und dringend Hilfe brauchte; (2) dass die Hunde Tammy liebten und ihr helfen wollten; (3) dass sie wussten, dass sie selbst ihr nicht helfen konnten und sich deshalb entschieden, die Straße entlangzulaufen und Hilfe bei jemandem zu suchen; (4) dass sie, als sie am Haus ankamen, an der Tür bellten und kratzten, um den Bewohner aufmerksam zu machen; und (5) dass Golly, als sie merkte, dass der Hausbewohner den Unfall nicht gesehen hatte, ihn in die richtige Richtung am Ärmel zog.«

Andere werden diese Geschichte als Paradebeispiel dafür betrachten, wie dumm vermenschlichend Hundenarren doch denken, wenn sie ihren Hunden Denkvorgänge unterstellen, zu denen nur Menschen fähig sind. Menschen mit dieser Sicht der Dinge werden vielleicht sagen, dass die Hunde deshalb die Straße entlangrannten, weil sie völlig verschreckt waren und von der Unfallstelle fliehen wollten. Ihr Bellen vor dem Haus geschah nicht aus strategischer Absicht, sondern deshalb, weil sie unbewusst gelernt hatten, dass Bellen in der Anwesenheit von Menschen ihnen deren Aufmerksamkeit einbringt – oder deshalb, weil sie einfach nur sehr aufgeregt waren, ohne genau zu wissen, warum. Vielleicht begrüßt Golly Menschen öfter, indem sie sie am Ärmel packt – wir wissen ja nur zu gut, wie gerne Labradore alles Mögliche zwischen die Zähne nehmen und wie viele Hunde dieser Rasse es gibt, die einem freundlichen »Händeschütteln« mit dem Fang nicht widerstehen können. Wie Sie sehen, ist es sehr leicht, eine Geschichte darüber zu erzählen, warum ein Tier etwas tut. Beide Geschichten sind nämlich genau das – nur Geschichten. Keiner von uns kann weder beweisen, dass die jeweils eigene Version die richtige ist noch das Gegenteil davon. Wenn uns keine weiteren Informationen zur Verfügung stehen, ist es sehr verführerisch, die eigene Version zu glauben und die andere zu verwerfen.
Dies ist einer der Gründe dafür, warum Wissenschaftler in der Vergangenheit immer wieder betont haben, dass Vermenschlichungen um jeden Preis zu vermeiden seien. Es ist sehr einfach, eine Geschichte darüber zu erfinden, was wohl im Kopf eines Tieres vorgeht, wenn man sich vorstellt, selbst in dessen Lage zu sein. Genauso einfach ist es, damit sehr, sehr falsch zu liegen.
Es gibt zahllose Beispiele für die Schwierigkeiten, in die wir geraten, wenn wir uns Tiere als bepelzte Menschen vorstellen – und das gilt nicht nur für Hunde. Ich hätte damals fast meine erste eigene Schafherde umgebracht, weil ich sie in der fälschlichen Absicht, sie nicht frieren zu lassen, im Winter im Stall einsperrte. Ich konnte mir nicht vorstellen, die Schafe ohne meine Hilfe bei minus zwanzig Grad draußen zu lassen – aus dem einzigen Grund, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie ich es nachts da draußen aushalten sollte, ohne zu erfrieren. Aber Schafe sind nun mal keine wolligen Menschen. Solange sie genug Heizöl in Form guten Futters haben, ist es für sie viel gesünder, draußen an der frischen Luft zu sein anstatt eingesperrt im Stall. Wenn man sie in einen geschlossenen Raum sperrt, erkranken sie sehr leicht durch die von ihrem eigenen Atem angefeuchtete Luft an Lungenentzündung (und genau das passierte meinen Schafen). Heute bin ich schlauer und lasse ihnen die Wahl. In den meisten Nächten entscheiden sie sich dafür, draußen zu liegen und dösen oft von einer Schneedecke bedeckt zufrieden vor sich hin, und das bei einem Wetter, in dem ich bis ins Mark hinein frieren würde.
Dies war in dem gleichen Jahr, als ich auch wie besessen frisches Stroh in die Hundehütten draußen stopfte, zu Tode besorgt, dass die im Zwinger schlafenden Hunde nachts frieren könnten.7 Morgens stellte ich dann fest, dass Bess, eine wunderbare und willensstarke Border Collie Hündin, alles bis auf den letzten Halm herausgescharrt hatte. Nach ein oder zwei Wochen, in denen ich das Verhalten meines Hundes unerbittlich ignorierte und mit dem Versuch fortfuhr, die Hundehütten weicher und wärmer zu machen, begann Bess schon mit dem Herausscharren des Strohs, bevor ich es fertig hineingelegt hatte. Endlich dämmerte es mir – ich glaube, es war an dem Morgen, als es minus fünf Grad kalt war und Bess zufrieden draußen vor der Hundehütte schlief, auf einem Flecken Schnee und Eis zusammengerollt und offensichtlich so warm wie eine Scheibe Toast.
Nicht nur Hundehalter machen sich unangebrachte vermenschlichende Sorgen um ihre Tiere. In einem klassischen Fall war ein britisches Komitee damit beauftragt, die Haltung von Käfighühnern zu verbessern. Es war gerade dabei, eine Regelung zu verabschieden, nach der die Hühner auf aus dickerem Draht bestehenden Böden als bisher gehalten werden sollten. Der üblicherweise verwendete Draht sah so dünn aus, dass man dachte, es müsse schmerzhaft sein, barfuß darauf zu stehen. Also dachte das Komitee zwar nicht daran, den Hühnern Turnschuhe auszuteilen, aber daran, den Käfigherstellern dickeren Draht vorzuschreiben. Bevor Millionen von Pfund für neue Käfige ausgegeben wurden, setzte sich Gottseidank gutes wissenschaftliches Denken durch und man machte einige objektive Versuche, um zu sehen, welchen Draht die Hühner tatsächlich bevorzugten. Entgegen allen Erwartungen wählten die Hühner den Draht, der den Menschen intuitiv am unbequemsten vorgekommen war. Folgetests zeigten, dass der dünnere Draht den Druck tatsächlich besser verteilte und viel angenehmer für die Hühnerfüße war als man annehmen würde.
Hundefreunde machen oft den Fehler, zu vergessen, dass andere Säugetiere keine bepelzten Menschen mit Pfoten sind. In meinem vorigen Buch Das andere Ende der Leine habe ich erzählt, wie sich Menschen gern als Zeichen gegenseitiger Zuneigung umarmen, während Umarmen bei Hunden eine Demonstration des sozialen Status ist. Hunde lieben es zwar, gestreichelt und massiert zu werden, aber um Schulter und Brust herum umarmt zu werden, ist etwas, das die meisten Hunde höchstens im Austausch gegen ein bequemes Sofa und ein garantiertes Abendessen hinnehmen.
Ich habe gelernt, vorsichtig zu sein, wenn ich über das Umarmen von Hunden spreche, weil manche Menschen sich über mich ärgern, wenn ich ihnen sage, dass ihr Hund es gar nicht genießt, um die Schultern herum gedrückt zu werden. Umarmen ist innerhalb unserer Spezies ein so wichtiger Teil des Ausdruckes von Zuneigung, dass manche Menschen sich unmöglich vorstellen können, ihr Hund könnte das vielleicht anders sehen. Dazu kommt noch die Tatsache, dass wir den Gesichtsausdruck unserer Hunde nicht sehen können, wenn wir sie...


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

157 von 160 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Tierfreund am 5. Oktober 2007
Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Wissenschaftlich fundiert beschreibt eine in praktischen Arbeit mit Problemhunden erprobte Expertin die Gefühlswelt von Hunden (und Menschen). Dieses Buch ist nichts für Hundehalter/-trainer/-therapeuten, die negieren, dass Gefühle das Verhalten unserer Hunde und unser eigenes Verhalten bestimmen und steuern, denn genau darum geht es in diesem wunderbaren Buch. Nur wer die, dem Verhalten eines Hundes zugrundelegenden Emotionen erkennt und weiß, wie man Gefühle ändern kann, kann das Verhalten von Problemhunden wirklich nachhaltig ändern. Die in Deutschland nach wie vor weitverbreitete Unsitte, alles mit Kommandos beherrschen zu wollen, sieht dagegen ziemlich traurig aus. Von unschätzbarem Wert sind auch McConnells Angaben zu weiterführender Literatur.

Schade, dass man nur 5 Sterne vergeben kann. Dieses Buch hätte 10 verdient. Von mir gibt es 5 Sterne zusätzlich für den tiefen Respekt vor dem Lebewesen Hund, den die Autorin sehr glaubhaft vermittelt.
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32 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von M. Morhardt am 6. Januar 2010
Format: Gebundene Ausgabe
Diese Frage hab ich mir eines Abends gestellt, als mein Hund sich zu meinen Füßen eingekuschelt hat.
Ich konnte es kaum erwarten das Buch endlich in den Händen zu halten und war glücklich als ich es Weihnachten in der Hand hielt.

Das Buch ist gegliedert in die Themenkomplexe

Was sind Gefühle?

Hier schreibt die Autorin über Gefühle grundsätzlich, was sind sie, woher kommen sie, wer macht sie etc

Wie werden sie ausgedrückt?

Ein Kapitel das kurz und prägnant verschiedene Ausdrucksformen aufzeigt bei Hunden wie bei Menschen ergänzt und veranschaulicht durch den Bildteil in der Mitte des Buches

Wie stehen sie mit dem Gehirn in Verbindung?

Aufbau des Gehirns, funktionen Untershiede, Gemeinsamkeiten, Regulationen

Danach geht die Autorin auf folgende Gefühle ein:

Ängste,Zorn,Glück,Liebe, Denken

Was man ganz klar zu dem Buch sagen muss ist, dass es KEIN reines Fachbuch ist. Es enthält fachliches Wissen in eine Art verpackt, die manchem langatmig erscheint, mir jedoch sehr gefällt.
Ich studiere Biologie und hätte mir auch ein Fachbuch über Verhaltensbiologie kaufen können, aber ich bezweifle, dass ich dieses so flüssig mit so einer Begeisterung gelesen hätte.
Das Problem komplizierten Vorgänge die im Gehirn ablaufen so darzustellen, dass jeder auch ohne Vorkenntnisse das Buch verstehen kann ,finde ich brilliant von der Autorin gelöst.
Ich finde ihre Art zu schreiben mit den viele kleinen Fußnoten, Anmerkungen und Empfehlungen so persönlich, dass ich manchmal das Gefühl habe nicht ein Buch zu lesen, sondern mich mit ihr zu unterhalten.
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95 von 102 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Leseratte am 9. September 2007
Format: Gebundene Ausgabe
Ich bin sehr froh, dass ich mich von der miesen Kritik nicht habe abhalten lassen, dieses Buch zu kaufen. Es ist eine absolute Bereicherung für jeden Hundefreund, Frau McConnell schreibt mit großem Fachwissen - nicht nur was Hunde, sondern auch was Menschen betrifft. Ihr Stil ist ausgesprochen kurzweilig und sehr fesselnd.

Eigentlich wollte ich nur mal hineinschnuppern und dann meinen angefangenen Krimi zu Ende lesen, aber das Buch hat mich nicht mehr losgelassen, es hat mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt. Ich habe selbst so einen armen, angstgestörten Hund und bin immer auf der Suche nach hilfreichen neuen Wegen zu mehr Verständnis, möglicherweise habe ich mich auch dadurch so angesprochen gefühlt.

Jedenfalls kann ich nur sagen, dass dieses Buch mit sehr viel Herz, mit viel Hirn und mit einem gar köstlichen Humor geschrieben ist.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von lilisco am 27. November 2011
Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
ich bin über amazon auf dieses buch aufmerksam geworden, habe mich wohl offensichtlich an den 1 sternerezis nicht gestoßen und bin froh, das buch gelesen zu haben. in der tat ist es amerikanisch geschrieben, besitzt also neben dem fachwissen auch einen großen unterhaltungswert. wer also reines schnörkelloses fachwissen möchte wird hier schnell genervt sein.

ich persönlich habe dieses buch vom ersten moment an sehr spannend, unterhaltsam und informativ gefunden.

alle kapitel sind gefüllt mit vielen fallbeispielen, die an sich schon ein eigenes buch wert wären, hier nebenbei mit einfließen und für mich das ganze deutlich angenehm auflockern.

zur dargelegten praxis kommt sehr viel gute theorie - zumindest für mich als in hundeliteratur noch nicht sehr belesene ist es genau das richtige maß (nun lese ich peterson-federson und muss sagen, dass der dortige sehr spröde schreibstil erstmal schwierig war für mich nach der flüssigen schreibweise von mc.connell).

im buch refertiert die autorin zunächst über gefühle im allgemeinen, dann den ausdruck von gefühlen, hirnphysiologische - und -morphologische grundlagen (bis in die transmitterebene), angst, zorn, glück (in biologie, genetik, umwelt und weitere spannende facetten) und zitiert jede menge studienergebnisse sowie weiterführende hundeliteratur.

da das buch ja für jedermann geschrieben wurde und nicht für fachleute hat es in meinen augen das richtige maß an fachwissen sowie unterhaltung.

gerade für mich als hundeanfängerin war hier sehr viel lesenswertes zu finden. Die autorin versteht es sehr gut, faktisches von erhofftem oder gewollten zu trennen, bezieht immer wieder ihre eigene meinung mit ein, was es lesbarer und insgesamt wärmer macht und mir ein lesevergnügen bereitet hat.
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