Die Idee, einen Ratgeber für Liebesromane zu schreiben, war keine schlechte. In vielen Büchern kommen Liebesgeschichten mindestens am Rand vor, weil die Liebe nun mal ein großes Thema für die meisten Menschen ist, und so dachte ich - als jemand, der selber gerne schreibt -, möglicherweise den ein oder anderen Trick für zukünftige Geschichten abschauen zu können.
Leider hat das nicht geklappt. Das Buch war mehr als oberflächlich. Dazu kam noch, dass die Autorin offensichtlich das Bedürfnis hatte, die sogenannten Groschenromane zu verteidigen, und man ihr Gemecker über dieses Thema schnell satt war (besonders, weil einem bei jeder ihrer selbstgeschriebenen Beispielgeschichten, die genau diesen Groschenheft-Stil hatten, schmerzhaft bewusst wurde, warum man diese Heftromane besser nicht anfasst). Lustigerweise (oder traurigerweise, falls man denn wirklich Hilfreiches erwartete) zieht sie sich dabei nicht nur einmal selbst den Teppich unter den Füßen weg. Hätte ich das Buch nicht schon wieder zur Bibliothek zurückgebracht, könnte ich genauer zitieren, aber in einem ihrer Beispiele "Wie es vorher ist - wie es nachher sein sollte" bringt sie einen ziemlich gut geschriebenen Satz mit einigermaßen originellen Metaphern und einer komplexen Satzstruktur (die aber jeder Viertklässler problemlos verstehen sollte) an, den sie dann systematisch in ein langweiliges Subjekt-Prädikat-Objekt-Gebilde mit augelutschten Vergleichen verwandelt, den jeder Mensch, der mal ein gutes Buch in der Hand hatte, als Anlass sehen sollte, das Buch gegen die Wand zu schleudern. Und das ist nur ein Beispiel, das hier mal für's Ganze stehen soll.
Nicht kaufen. Nicht aus der Bibliothek ausleihen. Es ist das Geld und die Zeit nicht wert. Es gibt hilfreiche Bücher über das Schreiben, die sich zwar nicht ausschließlich auf die Romantik konzentrieren, dieses Thema aber trotzdem besser und ausführlicher behandeln, als es dieses hier getan hat.