Carmen liebt ihre Privatsphäre wie nichts anderes. So ist es die größtmögliche Katastrophe, als eines Tages ihr Tagebuch verschwindet; noch dazu, wo gerade jene Leute, die von seinem Inhalt am wenigsten erfahren dürfen, die Hauptverdächtigen sind: ihre Mutter, ihre beste Freundin, die Freundin ihres Vaters und Raoul, der coole Typ auf den Carmen schon einige Augen geworfen hat.
Carmen macht sich daran, unauffällig Nachforschungen anzustellen - und versucht parallel, so viel wie möglich über die Verdächtigen zu Protokoll zu geben, um sie damit im Ernstfall zum Schweigen bringen zu können. Dabei kommt Erstaunliches zutage...
Liebesprotokolle trifft es nicht: um (romantische) Liebe geht es nur ganz am Rande. Vielmehr ist die tragikomische Geschichte die Selbsterfahrungsreise eines pubertierenden Mädchens mit einem ganz eigenständigen Profil: Carmen hat keine Angst vor der Wahrheit, ihre Aussprüche treffen häufig auf leicht krude Art mitten ins Schwarze - weshalb ihre Mitmenschen besser selbstbewusst genug sein sollten, dem vorgehaltenen Spiegel ins Auge blicken zu können. Umgekehrt erfährt Carmen natürlich viel über sich selbst, wächst und reift daran, mag ihr dabei auch nicht immer zum Lachen sein.
Ausgezeichnet gelungenes Jugendromandebüt der in Wien lebenden Autorin. Ab 12 zu empfehlen und auch für Eltern pubertierender Mädchen aufschlussreiche Lektüre.