Eine er privatesten Arbeiten Biermanns.
Da war einer Deutschlands führender Barde,inzwischen hochdekoriert und mit zahlreichen Preisen versehen, und doch sind seine Werke, seine Lieder nicht ohne weiteres zugänglich, wie etwa diese wunderbare Platte von 1975. Mit seinen Titeln:"Der schwarze Pleitegeier Einschlaf und Aufwachlied. Die Bibelballade Kuckuck Kuckuck.Steine-Lieder.Wie schändlich Du gehand. Die Elbe bei Dresden. Die grune Schwemme. Das Frühstck. Bin mager nun und fühle mich"
Hört man diese Lieder nach Jahrzehnten wieder, wird man erneut von der tiefen Traurigkeit, der poetischen Kraft der Texte berührt und zugleich beschleicht einen ein wenig ein Unbehagen.
Mehr denn je muss darauf bestanden werden, dies ist ein Platte und keine,selbst wenn der Eindruck erweckt wird, nicht die Aufzeichnung gelebten Lebens ist. Hier werden konkrete Namen genannt und- recherchiert man auch nur oberflächlich- bekommt man heraus, die Geschichte habe auch ganz anders sein können.
Nicht die melodramatische Geschichte einer staatlichen Beeinflussung einer Liebesgeschichte, sondern die Trennung von zwei Menschen aus höchstpersönlichen Gründen. Liest man im Text-Archiv der Berliner Zeitung,kommen da ganz andere Aspekte heraus, die stimmen können. Der in seinem grossen Ego gekränkte Barde, der nicht akzeptieren kann, dass er verlassen wurde, und dies natürlich als Stasi-Intrige ansehen muss und dies dann so vermarktet. Es muss so nicht sein, aber es wäre möglich.
Deswegen sollte man diese Lieder nicht als eine konkrete Geschichte aus einem konkreten Leben hören, sondern den Schmerz eines Mannes, der seine Frau verliert, weil diese unter zu grossen Druck steht. Es ist nicht die Wahrheit, es ist Kunst.Erfindung. Als solche uneingeschränkt zu schätzen.
Mit dieser Einschränkung kann man dem Album nur wünschen, sein Publikum leicht zu finden.
...und endlich stirbt die Sehnsucht auch, das sind Zeilen, die immer bleiben werden.