Auch in diesem Roman preist Erik L. Rot die romantische Seite der Liebe,
was schon durch zahlreichen Zitate von Eichendorff, Heine, Rilke, Goethe und andere deutlich wird.
Äußerst spannend sind die Kapitel, die sich um die Themen Seitensprung, Nebenbeziehung und Eifersucht drehen,
in ernsthafter Weise die Vorzüge der freien Liebe erörtern,
letztendlich aber in der Treue die Grundlage für erhabene Erotik erkennen.
Das sexuelle Zusammensein von Malika und Golo, den beiden Hauptpersonen, ist häufig, ausführlich, ausdauerned,
gelegentlich auch spontan und heftig (Quicky) aber immer stilvoll und ästhetisch.
In den Detailbeschreibungen der Intimitäten liegt eine der Stärken des Autors.
Ein Kuss beispielsweise kann den Platz fast einer ganzen Seite beanspruchen und eine großes Erregungspotenzial schüren.
Ganz goldig gestalten sich die Passagen, die mit den Kindern des Ehepaares zu tun haben,
und erweitern die Liebesgeschichte zum Familienroman.
"Liebeslied" schwärmt von der Liebe und Erotik triftet aber nie in illusorische Fantastereien ab,
sodass dieses Buch als Anregung zur Nachahmung empfunden werden kann
und auch als Auffrischung von langjährigen Partnerschaften dienen mag.
"Liebeslied" ist der schönste Erotikroman, den ich kenne.