Susanne Mischkes neuer Psychothriller beschert einem so richtig Gänsehaut: Da ist die wahnsinnig gut organisierte, zielstrebige Mathilde. Nicht nur die Leidenschaft für alte Hüte hat sie wohlgeordnet gut im Griff. Sogar die alte Hippie-Mutter hat es längst aufgegeben, ihrer Tochter etwas mehr Lockerheit zu wünschen. Dass eine solche Frau dennoch relativ leicht dem Charme eines Mannes erliegt, ja ihm sogar immer mehr verfällt, obwohl er so ganz offenkundig überhaupt nicht in ihr wohlgeordnetes Leben und Denkschema passt, beruhigt und beunruhigt zugleich. Einerseits fühlt man Genugtuung, dass selbst eine solche Frau sehenden Auges in die Katastrophe schlittert, andererseits fühlt man kalte Schauer auf dem Rücken, weil man sich fragt, wie leicht man selbst Opfer werden könnte. Spannend auch, wie Mischke das Thema prison groupie aufgreift, ein Phänomen, über das noch viel zu wenig gesprochen wird. Toll, dass sie es in einem solchen Genre tut. Nicht nur für Thriller-Fans ein gelungenes, packendes Lesevergnügen!