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Liebeskummer. Erste Hilfe für gebrochene Herzen
 
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Liebeskummer. Erste Hilfe für gebrochene Herzen [Broschiert]

Cornelia Mangelsdorf
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Liebeskummer tut weh. Er gehört zu den härtesten Erfahrungen im Leben. Wer Liebeskummer hat, ist erstmal niedergeschmettert und verzweifelt. Der Kummer hat aber auch gute Seiten: Er macht reifer, tiefer, und wer ihn nicht hatte, hat nicht richtig gelebt. Die Autorin zeigt, wie man Liebeskummer überwinden und aus dem schwarzen Loch wieder herausfinden kann.

Klappentext

Eben waren Sie noch im Siebten Himmerl und plötzlich kommt der Absturz in Finsternis und Verzweiflung: Liebeskummer tut schrecklich weh. Aber er macht auch reifer und gehört zum Leben dazu. Die Autorin zeigt, wie Sie Ihren Liebeskummer überwinden und aus dem schwarzen Loch wieder herausfinden können. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Claudia Mangelsdorf, geboren 1966, ist Journalistin. Arbeit für verschieden Frauen- und Fachzeitschriften, u. a. für 'Psychologie heute'. Ihre Spezialgebiete sind Lifestyle-Themen sowie Psychologie und Medizin. Sie lebt in Baden-Baden.

Auszug aus Liebeskummer. Erste Hilfe für gebrochene Herzen von Cornelia Mangelsdorf. Copyright © 2006. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

VORWORT: EIN WORT AN SIE, LIEBE LESERIN

1. KAPITEL
GEFÜHLE IN AUFRUHR
Liebe im Jahr 2006 - ein Ding der Verhinderung
Dieser tückische Cocktail namens Liebeskummer
Kummer - ein elementares Gefühl
- Gründe
Abschied tut weh
Die Angst vor dem Nichts
Die Phasen des Liebeskummers - ein Drama in vier Akten
- Die Phase der Panik
- Die Phase der Hoffnung
- Die Phase der Kapitulation
- Die Phase der Akzeptanz
Krank vor Kummer - Hilfe!
- Vorsicht vor Psychogruppen!

2. KAPITEL
DIE HERAUSFORDERUNG ANNEHMEN
Plötzlich allein
Trennungen gehören zum Leben
Die Sache mit der Selbsttäuschung
Die liebe Last mit der Eifersucht
Wie lang der Kummer dauert
Liebeskummer innerhalb der Beziehung
Die Kraft des Kummers - der Weg zur Liebe
Was eine Beziehung haltbar macht
- Die sechs Spielarten der Liebe
Auch der, der geht, hat Kummer
Die Auseinandersetzung mit sich selbst - der Weg zur Hoffnung

3. KAPITEL
DER AUFBRUCH
Vieles muss anders werden
Nur die nächsten fünf Minuten zählen
Erstellen einer Bedürfnis-Checkliste
Selbstzweifel
Was muss ich ändern, was kann ich ändern?
Nicht mit dir und nicht ohne dich
- Das Spiel mit der Fiktion
Krisenmanagement - Strategien für schwache Stunden
Liebeskummer - ein Gewinn?
Die Last der Nicht-Ereignisse
Tschüss, Perfektion!

4. KAPITEL
ZEIT FÜR VERÄNDERUNGEN
Den Abschied akzeptieren
Vorsicht, Glatteis!
Liebeskummer - für Frauen und Männer dasselbe?
Was tun, wenn er nicht von mir loskommt?
Die Crux mit dem Mitleid
Die Angst, den anderen zu zerstören
Hilfe, ich werde rückfällig!
Die Sache mit den Finanzen
Die vielen Gesichter der Trennungsangst
- Einsamkeit
- Alleinsein kann glücklich machen
- Wenn Einsamkeit wehtut - mentale Strategien
So stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein
Erste Schritte in Richtung neues Leben
- Zehn Dinge, die Sie jetzt tun sollten
- Zehn Dinge, die Sie jetzt vermeiden sollten
Die Erinnerung: Heulen erlaubt!
So umschiffen Sie Frustrationen
- Was hilft?
Statt Frust: die Kraft der Sehnsucht
Machen Sie Ihr Glück!
- »Glücksförderer«
- »Glückskiller«
Das Drehbuch der Lovestory
Die drei Säulen der Liebe
Die eigenen Fehler erkennen
Jetzt bin ich Single - na und?
- Haben Sie das Zeug zum glücklichen Single?
Das Alleinsein zelebrieren
Den Schmerz in Kreativität umwandeln

5. KAPITEL
ES GEHT AUCH OHNE IHN
Die Lust an der neuen Freiheit
Vorsicht, Fußangeln!
Er hat eine Neue
Die erste »neutrale« Begegnung mit ihm
Freunde oder Feinde?
- Was sind Ihre Motive?
Wie mit der Vergangenheit umgehen?
Die Rückeroberung der gemeinsamen Freunde
Zarte Gefühle für einen neuen Mann
Torschlusspanik
Aufregung erhöht die Bindungschancen
Welcher Liebestyp sind Sie?
Vom Sinn der Sinnlichkeit und der Empathie
Die Kunst der Verführung - können Sie lernen!
- Eine Könnerin in Sachen Verführung werden: neun Tipps
Neue Liebe? Können Sie haben!
- Sich verlieben - so klappt's
- Die Sache mit dem Korb
- Liebe mit Anhang - kein Problem!
Coachen Sie Ihr Ego
- I-Love: fünf Tipps
Mit Optimismus in die Zukunft

Anmerkungen und Quellen
Lesenswerte Bücher
Adressen, die weiterhelfen
Register.

Vorwort

EIN WORT AN SIE, LIEBE LESERIN!

Er hat Sie in seiner Gewalt und macht mit Ihnen, was er will.
Dabei dachten Sie vielleicht, Sie würden ihm nie begegnen. Doch der Strudel der schlaflosen Nächte, der Halb-Wach-Zustand der Trennungsgrübelei ist plötzlich ein hartnäckiger Dauergast, der sich nicht so einfach wegschicken lässt. Liebeskummer. Er gehört zu den intensivsten, aber auch zu den härtesten Erfahrungen in unserem Leben. Liebeskummer tut weh, er ist immer eine Attacke auf das Selbstwertgefühl und er verändert das ganze Leben. Dieses Buch will Ihnen handfeste Tipps für Ihren persönlichen Aufbruch geben. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie verlassen wurden oder selbst gegangen sind, ob Sie sich gerade frisch getrennt haben oder sogar innerhalb Ihrer Beziehung leiden.

Hier ein kurzer Überblick: Kapitel eins beschäftigt sich vor allem mit dem akuten Schmerz des Liebeskummers. Alle, die sich gerade getrennt haben, sollten · Kapitel eins zuerst lesen. Wenn Sie lieber sofort etwas darüber erfahren wollen, in welchen Phasen Liebeskummer verläuft, dann werfen Sie gleich einen Blick auf Seite 19 ff.
· Kapitel zwei arbeitet die Probleme heraus, die den Kummer begleiten, und gibt Antworten, wie Sie damit klarkommen.
· Kapitel drei gibt Tipps, wie Sie den Kummer ganz konkret als Herausforderung nutzen können, und hält eine Menge Strategien für schwache Stunden bereit.
· Kapitel vier ist das umfangreichste: Es ist den Lebensveränderungen gewidmet, die mit dem Liebeskummer einhergehen.
· In Kapitel fünf finden Sie Anregungen, wie Sie konkrete »heiße Eisen« nach einer Trennung anpacken können, ohne sich dabei die Finger zu verbrennen.

Liebeskummer wird so unterschiedlich erfahren, dass es vermessen wäre, Patentrezepte zu geben. Ein Buch kann nicht individuelle psychologische Beratung ersetzen oder imitieren. Es kann aber zeigen, wie andere Betroffene Liebeskummer erlebt und verarbeitet haben, und Ihnen Anregungen geben, wie Sie Ihren Schmerz bewältigen können.
Als ich die erste Fassung dieses Buches 1996 schrieb, war ich in meinem Privatleben glücklich: Ich hatte gerade geheiratet, war Mutter eines prächtigen Kindes geworden. Doch bereits zwei Jahre später wendete sich das Blatt: Unsere Ehe scheiterte - ich litt! Weil unsere Liebe einmal groß gewesen war, brauchte ich gut drei Jahre, um über meinen Kummer hinwegzukommen. Inzwischen haben mich das Leben und die Liebe wieder eingeholt. Und ich weiß besser als je zuvor: Liebeskummer geht vorbei! Die Erfahrungen zeigen: Liebeskummer bedeutet immer Neuorientierung. Davor müssen Sie sich aber nicht fürchten. Denn genau hierin liegt seine Kraft!

GEFÜHLE IN AUFRUHR

Liebeskummer ist ein alter Hut und trotzdem immer brandaktuell. Anfang des 21. Jahrhunderts sind noch ein paar triftige Kummergründe hinzugekommen.

KAPITEL EINS ANALYSIERT,
· warum Beziehungen heute so angreifbar geworden sind,
· welche Ängste und Gefühle im Liebeskummer stecken,
· was ihn verursacht,
· in welchen Phasen er verläuft,
· welche Gefahren Liebeskranken auflauern.

LIEBE IM JAHR 2006 - EIN DING DER VERHINDERUNG

Der Zauber der Liebe scheint sich in den Zeiten von Cybersex, kostspieliger Verbalerotik per Telefon und virtuellen Flirts per E-Mail reichlich abgenutzt zu haben. Von Romantik oder (unentgeltlichen) Liebesdiensten keine Spur. Wie prall lebte es sich dagegen im Barock: Romane und Dramen aus dieser Zeit beschwören die Macht großer Gefühle. Auch die Antike verherrlicht die ideale Liebe. Das Mittelalter begehrt mit Minnesang und Liebesdienst die Gunst der verehrten Frau. In der Epoche des Sturm und Drang steht Goethes Werther für die große, kompromisslose Sehnsucht. Und wie sieht es heute damit aus?
Das Vertrauen in die Liebe ist nicht mehr das, was es einmal war: »Soziologen und Philosophen warnen vor der Illusion tiefer und dauerhafter Beziehungen«, titelte das Nachrichtenmagazin Focus2 und zitiert den italienischen Sprachforscher Umberto Eco, um zu untermauern, dass der Satz »ich liebe dich« heutzutage einfach nicht mehr tauglich sei.
Wen wundert es dann noch, dass Beziehungen wie lose Verabredungen mal eben schnell abgesagt werden - per SMS auf dem Handy.
[JOBWECHSEL, WOCHENENDBEZIEHUNGEN UND DIE NEUE LUST
AN DER UNTREUE HABEN DIE LIEBE ANGREIFBAR GEMACHT.]
Liebesbeziehungen scheinen anno 2006 distanzierter abzulaufen - was sie nicht eben leichter macht. Virtueller Flirt hin oder her: Der Kummer um eine verlorene Liebe ist der gleiche geblieben - und er ist garantiert »gefühlsecht«. In Zeiten des Lebensabschnittpartners ist Liebe so ein Ding der Verhinderung geworden. Das vergrößert die Gefahr, liebeskrank zu werden, immens. Romantik haben wir uns »abgeschminkt«. Sich für einen Partner wirklich zu entscheiden, fällt in Hinblick auf die Scheidungsraten ziemlich schwer. Jobwechsel, Wochenendbeziehungen und die neue Lust an der Untreue haben die Liebe angreifbar gemacht. Gut funktionierende, beständige Beziehungen sind kostbar geworden - weil sie rar sind! Doch ohne Liebe, ohne Flirt und ohne Partnerschaft wollen und können wir - zum Glück - nicht leben. Auch wenn die Bindungsangst größer geworden ist: »Drum prüfe, wer sich ewig bindet ...« Die Generation der 20- bis 30-jährigen Frauen hat die Spruchweisheit ihrer Großmütter in die Tat umgesetzt. Bleiben oder nicht bleiben, ist zur Gretchenfrage der modernen Beziehung geworden. Und damit sind wir mittendrin im Thema Liebeskummer.

DIESER TÜCKISCHE COCKTAIL NAMENS LIEBESKUMMER

Er gleicht einem bittersüßen Mix, der Kopf und Herz gleichermaßen schwer macht. Liebeskummer hinterlässt einen kräftigen Kater: Wir schlafen nicht mehr, laufen mit leeren Blicken durch die Welt oder verkriechen uns tagelang im Bett. Das Wechselbad der Gefühle hat es in sich. Liebeskummer enthält viele Gefühle: Wut und Verzweiflung, Hass und Trauer, Eifersucht und Begehren. Ganz schnell ist sie da, die Angst vor der Einsamkeit. Vor dem inneren Auge läuft ein schlechter Film ab. Wir sehen uns darin Wochenende für Wochenende vor dem Fernseher versauern, Weihnachten und Silvester wieder auf Mutters Sofa liegen statt in seinen Armen oder mutterseelenallein in die Südsee flüchten - bloß um uns dort krank vor Kummer im Hotelzimmer zu verkriechen. Liebeskummer wirkt auf allen Ebenen unseres Daseins wie ein Gift. Für den Körper ist er das pure Stressprogramm, und das über Monate. Die Wissenschaftler Holmes und Rahe entwickelten Ende der sechziger Jahre eine Skala von lebensverändernden Ereignissen, deren Härtegrad Versuchspersonen beurteilen sollten.
[LIEBESKUMMER ENTHÄLT VIELE GEFÜHLE: WUT UND VERZWEIFLUNG,
HASS UND TRAUER, EIFERSUCHT UND BEGEHREN.]
Am härtesten wurde der Tod des Partners bewertet. Bereits die zweit- und dritthöchsten Werte der Skala erreichten Scheidung und Trennung vom Ehepartner. Selbst ein Gefängnisaufenthalt oder eine schwere Krankheit scheinen die Psyche weniger zu belasten als Beziehungsprobleme. Weitere Untersuchungen kamen zu dem Schluss, dass Personen, die viele Ereignisse mit hoher lebensverändernder Qualität durchgemacht hatten, häufiger erkrankten als andere Menschen.

KUMMER - EIN ELEMENTARES GEFÜHL

Die Erfahrung, Kummer zu haben, ist eine der acht elementaren Emotionen, zwischen denen die Psychologie unterscheidet. Die übrigen sieben Begriffe sind Furcht, Zorn, Ekstase, Billigung, Abscheu, Neugierde und Erstaunen. Die Auflistung dieser Basisgefühle macht deutlich: Im Liebeskummer steckt ein Gros davon, denn neben Kummer enthält er auch Furcht, Zorn, Abscheu und vielleicht sogar Neugierde und Erstaunen.

GRÜNDE

Die Gründe für Liebeskummer sind vielschichtig, berichten Experten aus der Paar- und Familientherapie. Da gibt es nichts, was es nicht gibt: Unerwiderte Liebe, räumliche Trennung, eine alte Beziehung, die die neue überschattet (»Ständig vergleicht er mich mit seiner Exfreundin«), aber auch Untreue, Unehrlichkeit, Eifersucht, Kritiksucht oder (sexuelle) Langeweile können der Liebe den Atem nehmen. Vielleicht ist es auch »nur« seine Angewohnheit, seine Witze auf ihre Kosten zu machen. Oder er hört ihr nicht richtig zu. Oder, oder, oder.
TIPP:
BETREIBEN SIE SELBST EINMAL URSACHENFORSCHUNG. NOTIEREN SIE, WAS IHNEN BISHER LIEBESKUMMER BEREITET HAT. VIELLEICHT ERKENNEN SIE DAHINTER EIN MUSTER?

ABSCHIED TUT WEH

Den schlimmsten Kummer erlebt man sicherlich dann, wenn eine Beziehung zu Ende geht. Diese Angst, die sich plötzlich wie eine kalte Hand um die Seele legt, wenn die Tür nach dem endgültigen Aus hinter ihm ins Schloss fällt.
[SOGAR SEINE SCHLECHTEN GEWOHNHEITEN WERDEN IRGENDWANN FEHLEN.]
Dann fühlt man genau: Durch diese Tür wird er nie wieder kommen. Noch in der gleichen Nacht wird jede Faser des Körpers nach ihm schreien. Aber er ist fern. Er kommt nicht mehr zurück. Allein der Gedanke scheint unerträglich.
Wer sich getrennt hat, kennt dieses beißende Gefühl des Sich-nach-ihm-Verzehrens. Sogar seine schlechten Gewohnheiten werden irgendwann fehlen: seine Nachlässigkeit, mit der er jeden Korken achtlos auf dem Küchentisch liegen ließ. Im Nachhinein stilisieren wir den Korken zum Attribut ultimativer Küchengemütlichkeit hoch - und werden dafür sorgen, dass von nun an immer einer dort liegt. Kochen, bügeln, sauber machen: Haben wir es letztlich nicht doch gern für ihn gemacht? Trennen und bereuen, das gehört, wenn der Abschied ganz frisch ist, zusammen.
[TRENNEN UND BEREUEN, DAS GEHÖRT, WENN
DER ABSCHIED GANZ FRISCH IST, ZUSAMMEN.]
In diesem Stadium tun wir gerade so, als sei der Partner einfach ideal gewesen, fehlerfrei, Supermann eben. Wir verdrängen die paar Paar-Probleme, um das Ideal einer funktionierenden Beziehung zu bewahren, weil wir uns die Harmonie zurückwünschen, diesen großen rosa Wattebausch, auf dem wir es so bequem hatten. Vergeblich reden wir uns die Beziehung schön - auch wenn sie es längst nicht mehr war.

DIE ANGST VOR DEM NICHTS

Mit dem Herzschmerz gerät unser ganzes Lebenskonzept ins Wanken. Mit ihm fallen unsere schönsten Pläne ins Wasser. Hatten wir nicht geplant, zusammen um die Welt zu reisen? Hatten wir nicht gerade die gemeinsame Wohnung aufwändig renoviert? Eine Tauchausrüstung gekauft, um zusammen mit ihm die Unterwasserwelt zu erobern?
Der Traum vom Aussteigen - geplatzt. Die neue Wohnung - viel zu teuer, um allein darin zu wohnen. Tauchen? War mehr sein Hobby. Die gemeinsamen Freunde? Haben sich davongemacht. In die Arbeit stürzen? Gute Idee. Wenn man sich nur konzentrieren könnte! Und schwupp, fühlt man sich in seiner Existenz bedroht. Als würde einem jemand den Boden unter den Füßen wegziehen. Contact, Comfort, Caring - drei soziale Urbedürfnisse - sind plötzlich unerfüllt.
[MIT DEM HERZSCHMERZ GERÄT UNSER GANZES LEBENSKONZEPT INS WANKEN.]
Plötzlich ist man unvollständig, sowohl innen als auch außen. Die Einheit, das Gefühl, wie ein Puzzlesteinchen ins andere zu passen, ist dahin.
CONTACT: Wie leicht es doch war, überall als Paar aufzutauchen! Spielend kam man mit anderen ins Gespräch. Und wenn die Party langweilig war, hatte man ja seinen Liebsten im Rücken. Und jetzt? Wie wird es sein, plötzlich als Single dazustehen? Allein loszuziehen? Hat man es nicht längst verlernt

[CONTACT, COMFORT, CARING - DREI SOZIALE
URBEDÜRFNISSE - SIND PLÖTZLICH UNERFÜLLT.]
COMFORT: Wir haben uns an das schöne Leben gewöhnt. Samstags zusammen auf den Markt. Leckereien einkaufen fürs Gourmetmahl zu zweit. Die Sektkorken knallen lassen. Den Sonntag im Bett vertrödeln, das wurde zu zweit nie langweilig. Das soll vorbei sein? Bonjour tristesse!
CARING: Küssen, streicheln, schmusen. Die Welt zu zweit glich einem gut gefederten Kokon. Wie schön war es, abends nach einem anstrengenden Tag in seinen Armen ein bisschen herumzuquengeln. Und wer schmust jetzt mit mir?
Wer einen Partner hat, leidet selten unter solchem Entzug. Wer frisch getrennt ist, schaut sich ganz schön um. Und da ist sie schon, die Angst vor dem schwarzen Loch.

Sabrina (30) kann ein Lied davon singen:
»Noch ein paar Tage vor unserer Trennung waren wir zusammen im Urlaub in Frankreich. Es war wunderschön: Wir ließen Drachen steigen und schlemmten abends frischen Fisch. Kaum waren wir zu Hause, war der Traum ausgeträumt. Alexander widmete sich wieder ausschließlich seinem Sport, und ich schaute in die Röhre. Gleitschirmfliegen, Skifahren, Squash - alles war ihm wichtiger als unsere gemeinsame Zeit. Nur ganz selten kam er am Wochenende mal mit zum Baden. Ich wollte mehr Zeit mit Alexander verbringen, am liebsten mit ihm zusammenziehen. Er schlief ja sowieso jede Nacht bei mir. Doch er wollte nicht. Er mochte seine Wohnung nicht aufgeben, geschweige denn mit jemandem teilen.
Auch unser Traumurlaub hat nichts daran geändert. Für mich stand fest, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich bat ihn um eine Entscheidung - er wollte die Beziehung lieber erst einmal auf Eis legen. Da wusste ich, dass es aus ist.
Ich weiß, dass Alexander sehr an mir hängt. Aber er sieht einfach nicht ein, dass ich mit 30 Jahren irgendwann wissen will, woran ich bin: Ob mein Freund der Vater meiner Kinder sein wird oder nicht.
In der Nacht nach unserem letzten Treffen war ich fast erleichtert, dass ich mich nicht länger habe hinhalten lassen. Doch nach dem kurzen Höhenflug folgte die Bauchlandung:
Der schöne Urlaub, das Gefühl, jemanden um sich zu haben, all das fehlte mir auf einmal. Ich fühlte mich nur noch elend.
Seitdem sind drei Monate vergangen. Alexander hat sich nicht gerührt. Für mich ist die Beziehung gelaufen, auch wenn ihr der Schlussstrich fehlt. Ich habe das Schlimmste überstanden. Und trotzdem vermisse ich ihn manchmal unendlich. Doch die Abstände werden immer größer. Ich beginne wieder, mein eigenes Leben zu führen. Ich unternehme viel, bin ständig aus, viel unter Leuten. Bloß nicht alleine zu Hause sitzen! Alleinsein vertrage ich überhaupt nicht. Da überkommen mich die Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit, an die Bretagne, an unser letztes Silvester.«

DIE PHASEN DES LIEBESKUMMERS - EIN DRAMA IN VIER AKTEN

Sabrina hat in den drei Monaten ihrer Trennung viele Hochs und Tiefs erlebt. Erfahrungsgemäß lässt sich die Zeit des Kummers nach einer Trennung in vier Phasen einteilen, die bei jedem unterschiedlich lang dauern können. Wer die einzelnen Leidensetappen erkennt, kann so seine eigene Situation besser einschätzen und den Schmerz etwas besser ertragen. Denn das Charakteristische an Phasen ist schließlich, dass sie vorübergehen.
[WER DIE EINZELNEN LEIDENSETAPPEN KENNT,
KANN DEN SCHMERZ BESSER ERTRAGEN.]
Zu jeder Phase finden Sie hier ein paar Tipps, wie Sie damit klarkommen können. Die Phasen des Liebeskummers heißen: Panik, Hoffnung, Kapitulation und Akzeptanz.

DIE PHASE DER PANIK

Ein Akutzustand: Die Trennung liegt ein paar Minuten oder ein, zwei Tage zurück. Die Panik setzte ein, als »er« für immer ging. Erst in diesem Moment begreift man, was passiert ist: dass er wirklich gegangen ist, und zwar für immer. Alles scheint zu entgleisen, die Gedanken, die Gefühle, die guten Vorsätze. Selbst die Kontrolle über den eigenen Körper kann verloren gehen.
Liebeskummer ist eine Ausnahmesituation, die einem einen gewissen Kredit einräumt - zumindest in dieser Phase. Man darf ruhig mal ausflippen. Heulattacken gehören dazu. Auch ein »Black-out« ist keine Seltenheit. Manche Betroffene reagieren sogar mit einem Nervenzusammenbruch. In diesem Falle sollte man sich nicht scheuen, zu einem Arzt zu gehen. Bloß nicht selbst mit Beruhigungsmitteln hantieren!
Alleinsein ist in einem solchen Moment pures Gift. Deshalb: Eine Schulter zum Ausheulen hilft über die Panikphase am besten hinweg.
TIPP:
BITTEN SIE EINE FREUNDIN ODER EIN FAMILIENMITGLIED, IN
DEN ERSTEN, KRITISCHEN NÄCHTEN BEI IHNEN ZU BLEIBEN.

DIE PHASE DER HOFFNUNG

Die allerersten, schlimmsten Tage sind überstanden. Doch was geschehen ist, ist immer noch unfassbar. Das Immunsystem der Psyche schreit nach innerer Ruhe und will das Ende der Beziehung einfach nicht wahrhaben. Also schöpft man Hoffnung. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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