Den „frechsten und kühnsten, den geistreichsten und revolutionärsten Propheten seines Landes“, so hat Kurt Tycholsky Oskar Panizza gefeiert. In diesem Band wird „Das Liebeskonzil“, das als das wichtigste gilt, was Panizza geschrieben hat, neu zugänglich gemacht. Seit er 1894 erschien, hat der Text für viel Aufregung gesorgt. Gott, Christus, Maria darzustellen, wie ihnen angesichts der immer zügelloser lebender Menschheit nichts mehr anderes einfällt, als ausgerechnet den Teufel um Hilfe zu bitten – er bringt die Lustseuche, die Syphilis, unter die Menschen - : das war nicht nur im katholischen Bayern ein Skandal. Panizza wurde der Prozess gemacht.
Werner Schroeter hat „Das Liebeskonzil“ verfilmt. Als Vorlage benutzte er eine Aufführung des Teatro Belli in Rom. In einem umfangreichen Materialteil enthält dieser Band Auszüge aus dem Drehbuch, Standphotos und alle wichtige Daten von Werner Schroeters Film.