Jeanette Wagner erzählt mit ihrem Film die Geschichte einer jungen Frau und ihrer Ambivalenz dem Vater gegenüber, der die Familie vor Jahren verlassen hat um als Arzt nach Afrika zu gehen. Als er wieder zurück nach Berlin kommt ist er zu feige, um sich bei seiner - inzwischen fast erwachsenen Tochter - zu melden. Sie nimmt Kontakt mit ihm auf und bereits in der ersten Begegnung kommt die ganze Widersprüchlichkeit der Gefühle zum Ausdruck. Im Verlauf des Filmes kommen sich die beiden näher, aber der Riss in der Entwicklung dieser Vater-Tochter-Beziehung bringt die Grenzen zwischen den beiden durcheinander. Eine zentrale Szene ist, als Anna Fischer im Film sagt, dass sie durch die Trennung der Eltern "den Glauben an die Liebe" verloren hat. Der Schluss, der dramaturgisch sehr gut aufgebaut wird und plausibel ist, ist für die junge Frau befreiend (Liebe und Rache gleichzeitig) und fördert die Kommunikation derer, die den Film zusammen angeschaut haben. Lohnenswert! Frisch, spritzig, gute junge Schauspieler, witzige und sehr nachdenkliche Szenen - und - sehr spannend!