Das fetzt? Ist ein Aufreger? Keiner Schublade zuzuordnen?
Ein Mann, wohnhaft in Wien, Übersetzer der arabischen Sprache, verheiratet, zwei Töchter und wahnsinnig, oder wahnsinnig high, schon tot und auf dem Weg in ein besseres (?) Reich, oder vielleicht ein chauvinistischer Frauenversteher, ein Hurenbock, ein riesengroßer Feigling, ein kleiner Perverser, ein was???
Eine Vielzahl an Affären bewegt Alexanders Frau dazu mit ihren Kindern aus dem Fenster zu springen - rumpst, tot! Ohne sich darum zu kümmern, eilt er zu seiner Geliebten (angeblich keine Schönheit), die ihm vor wenigen Stunden den Laufpass gegeben hat ... usw.
Eine Ansammlung an nur selten komischen, überaus grotesken und brutalen Szenen, die ohne Zusammenhang wechseln, als wäre das alles ein Albtraum, der unheimlich viele negative Stimmungen auf einen Haufen wirft, einmal ordentlich umrührt und dann einfach zu feig für den Weckruf ist. Häufiger Bestandteil dieser vielschichtigen Liebesgeschichte: Sex, Blut, blutige Damenbinden, Penisse - riesige und winzige, die von Menschen und die von Tieren, Mord, Blut - diesmal spritzt es;
Neben Alexanders Geschichte zwängen sich auch seine Frau und eine Nachbarin hin und wieder in die Erzählung. Allein Alexanders Erlebnisse erscheinen so ungreifbar, unrealistisch oder zumindest nicht aus dem Denken und Handeln eines rationalen, zurechnungsfähige Menschen zu entspringen.
Sowohl Frauen als auch Männern stehen in diesem Roman unter sehr schäbigem Licht. Vielleicht weiß keiner, was er will, wozu er da ist, wohin er gehen soll und überhaupt - wozu das ganze???
Mir bleibt lediglich die Frage, warum habe ich dieses für mich unvorstellbare, unwürdige Stück Literatur nicht ungelesen zur Seite gelegt?