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Produktinformation
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Sieben Geschichten sind es und sie haben eines gemeinsam: es geht um Menschen, die plötzlich von der Vergangenheit eingeholt werden. War es im Vorleser noch die Zeit des Nationalsozialismus, ist es jetzt unter anderem auch die Stasi. Von Verrat ist da die Rede, von bitteren Anschuldigungen. Und von Tratschtanten, die nichts für sich behalten können.
In einer anderen Geschichte "Das Mädchen mit der Eidechse" sind es doch wieder jene zwölf dunklen Jahre, welche ein blutiges Kapitel Weltgeschichte geschrieben haben. "Was hat dein Vater im Krieg gemacht?" -- "Jetzt geht das los!" Bernhard Schlink erzählt mit einfachen Sätzen, ohne banal zu werden. Seine Geschichten leben durch seine klare Sprache, aber auch durch den Mut, mit dem er etwa das schwierige Verhältnis von Deutschen und Juden angeht.
Es wird nur unbedeutend durch den Ort der Handlung -- New York -- entkrampft wie etwa in der Geschichte "Die Beschneidung". Da ist die deutsche Vergangenheit wieder da: "Ich kann es nicht mehr hören: Der Nazi in mir der Deutsche in mir...". Die junge Generation, die Hitler nur aus Büchern kennt, gerät wieder unter Rechtfertigungsdruck. Schlink erhebt keine Anklage gegen irgendwen, moralisiert nicht, sondern erzählt einfach. Und gerade das macht auch sein neues Buch lesenswert. --Corinna S. Heyn
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1. Das Mädchen mit der Eidechse (Thema: Kunstraub im Dritten Reich. Liebe zu einem Bild.)
2. Der Seitensprung (Thema: Eine Liebe in Berlin vor und nach der Wende, vor und nach Bekannt werden von Stasi-Aktivitäten.)
3. Der Andere (Thema: Entdecken eines Ehebruchs nach vielen Jahren. Die Ehefrau aus einem anderen Blickwinkel kennen lernen.)
4. Zuckererbsen (Thema: Beziehung eines Mannes mit drei Frauen gleichzeitig.)
5. Die Beschneidung (Thema: Das schwierige Verhältnis zwischen Deutschen und Juden, Rechtfertigungsdruck der jungen Generation.)
6. Der Sohn (Thema: Vater-Sohn-Beziehung.)
7. Die Frau an der Tankstelle (Thema: Angst vor und gleichzeitig Sehnsucht nach Veränderung.)
Alle Geschichten nehmen nicht zufällig oder plötzlich ihren unverhofften Verlauf, sondern waren schon lange durch den Charakter der Protagonisten und deren Platz in der Historie zu diesem Verlauf verdammt. Ob ein Ende ein „Happy End" ist, sei jedem Leser selbst überlassen - ein überraschendes ist es allemal. Wer Liebesgeschichten rund um Sehnsüchte und Verwirrungen, Nähe und Einsamkeit, Verstrickung und Schuld, Lebensentwürfe und Lebensverantwortung ohne Pathos lesen will, ist mit Schlinks „Liebesfluchten" hervorragend bedient. Tipp!
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